Brutale Analystenkeule: Droht dem Flugtaxi-Hype jetzt der Absturz?

Veröffentlicht am 10.01.2025, 22:46
Aktualisiert 10.01.2025, 23:18

Investing.com - Die Aktien von Joby Aviation (NYSE:JOBY) gerieten am Freitag unter Verkaufsdruck und verloren knapp acht Prozent an Wert. Hintergrund ist eine Neueinschätzung von JPMorgan (NYSE:JPM): Die Analysten stufen die Aktie nun mit "Underweight" ein – nach zuvor "Neutral". Zwar wurde das Kursziel leicht von 5 auf 6 US-Dollar angehoben, dennoch signalisiert dies ein Abwärtspotenzial von rund 35 Prozent zum aktuellen Kursniveau.

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Vorreiterrolle, aber ambitionierte Bewertung

Joby Aviation gilt als eines der führenden Unternehmen im wachsenden Markt für elektrische Senkrechtstarter (eVTOL). Der Konzern hat wichtige Meilensteine erreicht, darunter der Start der entscheidenden Zulassungstests und die Partnerschaft mit Toyota (NYSE:TM). Doch trotz dieser Fortschritte bleibt JPMorgan skeptisch: Der aktuelle Aktienkurs spiegle bereits eine erfolgreiche Markteinführung wider – etwas, das aus Sicht der Analysten noch längst nicht sicher sei.

„Die Bewertungen sind uns zu weit voraus“, kommentierten die Analysten um Bill Peterson. Tatsächlich hat der Kurs von Joby Aviation in den vergangenen sechs Monaten erheblich zugelegt und dabei sogar den allgemeinen Aufwärtstrend von Clean-Tech-Aktien wie Archer Aviation Inc. (NYSE:ACHR) und dem S&P 500 hinter sich gelassen.

Archer Aviation ebenfalls abgestuft

Auch die Aktien von Archer Aviation mussten einen Rückschlag hinnehmen: Nach einer Herabstufung von "Overweight" auf "Neutral" verlor das Papier im Tagesverlauf mehr als 14 Prozent. Laut JPMorgan sei es Zeit für eine "Höhenkorrektur" nach der starken Rallye, die nach der letzten US-Wahl im Tech-Sektor beobachtet wurde. Besonders gefragt waren in dieser Phase spekulative Titel wie Joby, Tesla (NASDAQ:TSLA) und Rocket Lab (NASDAQ:RKLB).

JPMorgan weist darauf hin, dass der aktuelle Kurs schon eine erfolgreiche Typenzertifizierung der eVTOL-Fluggeräte einpreist – ein Prozess, der noch viele Unsicherheiten birgt. Zwar könnte eine unternehmerfreundlichere Regulierung unter der Trump-Administration den Zulassungsprozess vereinfachen, doch das letzte Wort liege bei den Unternehmen. Sie müssten hohe Sicherheitsstandards erfüllen, um Vertrauen aufzubauen und Reputationsrisiken zu vermeiden.

Geduld gefragt

Für Anleger sieht JPMorgan kurzfristig weiteres Rückschlagpotenzial: „Wir würden auf einen besseren Einstiegszeitpunkt warten“, heißt es im Bericht. Trotz aller Innovationen müsse der Hype um das eVTOL-Segment stärker mit den tatsächlichen Fortschritten abgeglichen werden, um langfristig nachhaltig zu bleiben.

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