Die beste KI-Aktie im März (+46% in 3 Wochen)
Wenn das Thema KI zur Sprache kommt, wird die aktuelle Entwicklung inzwischen häufig mit der Dotcom-Blase verglichen. Selbst das Weltwirtschaftsforum (WEF) veröffentlichte im Oktober einen Artikel, in dem vor einer möglichen „KI-Müdigkeit“ gewarnt wurde. Dabei wird vor allem hinterfragt, ob die Einführung und Verwaltung neuer Produktivitätswerkzeuge tatsächlich zu einer spürbaren Zeitersparnis führt – und Zeit ist bekanntlich Geld.
Zudem zeichnet sich ab, dass die Steuerung und Überwachung KI-gestützter Arbeitsprozesse oft mehr Zeit beansprucht, als ursprünglich erwartet. Gleichzeitig hat der Wettlauf um die technologische Führungsrolle im Bereich der Künstlichen Intelligenz in einigen Fällen zu steigenden Schuldenlasten geführt, die sich negativ auswirken könnten. Trotz dieser Bedenken spricht jedoch vieles dafür, dass der aktuelle KI-Zyklus langfristig noch größere Wertschöpfung und strukturelle Veränderungen hervorbringen dürfte als die Phase nach dem Platzen der Dotcom-Blase.
Genau diese Dynamik – das Spannungsfeld zwischen langfristigen Erwartungen und dem kurzfristigen Risiko einer möglichen KI-Blase – spiegelt sich auch in der aktuellen Marktpositionierung von Apple wider.
Apple und die KI-Blase: In der Geduld liegt die Kraft
Bislang haben sich generative KI-Tools in realen Arbeitsumgebungen als deutlich weniger produktiv erwiesen, als viele erwartet hatten. Ein typisches Beispiel liefert ein Bericht des MIT Media Lab: Demnach erzielten 95 % der Unternehmen, die KI-Tools eingeführt haben, trotz Investitionen von insgesamt 30 bis 40 Mrd. USD bislang keinen messbaren Gewinn. Das zentrale Problem scheint darin zu liegen, dass GenAI-Systeme „kein Feedback speichern, sich nicht an den Kontext anpassen und sich im Laufe der Zeit nicht verbessern“.
Zu einem ähnlichen Ergebnis kam Apple in dem vielbeachteten Artikel „The Illusion of Thinking“. Dort wird betont, dass KI-Modelle „grundlegende Inkonsistenzen“ aufweisen, wenn es darum geht, „gelernte Lösungsstrategien auf unterschiedliche Problemskalen anzuwenden“. Mit anderen Worten: Große Sprachmodelle (LLMs) benötigen eine wesentlich tiefgreifendere Überarbeitung, als allein durch die bloße Erweiterung des Kontextfensters möglich wäre.
Damit deutet sich an, dass die derzeitige KI-Technologie an eine natürliche Leistungsgrenze stößt – eine Grenze, an die Apple bewusst nicht geraten ist. Das Unternehmen hat sich bislang geweigert, Milliardenbeträge in unausgereifte Technologien zu investieren. Zum Vergleich: Im dritten Quartal beliefen sich Apples Investitionen (Capex) auf 12,72 Mrd. USD, während Amazon, Alphabet, Microsoft und Meta Platforms im gleichen Zeitraum zusammen 112,5 Mrd. USD aufwendeten.
Microsoft führt diese Rangliste mit 34,9 Mrd. USD an, während Meta mit 19,4 Mrd. USD am unteren Ende liegt. Trotz einer Marktkapitalisierung von fast 4 Bio. USD bleibt Apple damit das zurückhaltendste Unternehmen unter den großen Technologiekonzernen – gefolgt von Nvidia, das zuletzt mit rund 5 Bio. USD bewertet wurde.
Letztlich erweist sich Apples Zurückhaltung gegenüber dem überhitzten KI-Hype als strategisch kluger Ansatz: Das Unternehmen wartet ab, bis die Technologie einen höheren Reifegrad erreicht hat, bevor es stärker investiert. Anleger sollten zudem beachten, dass die jüngsten Entlassungen bei Amazon weniger auf Automatisierung durch KI zurückzuführen sind, sondern vielmehr auf hohe Investitionsverpflichtungen.
Die Sorge vor einer möglichen KI-Blase sollte jedoch nicht mit der Art und Weise verwechselt werden, wie Unternehmen wie Palantir und Oracle KI-Tools bereits heute sinnvoll und ertragsorientiert einsetzen.
Sollte sich das KI-Blasenszenario bewahrheiten
Mehrere aktuelle Berichte, die aus unterschiedlichen Perspektiven vor einer möglichen KI-Blase warnen, sorgten am Dienstag für deutliche Marktbewegungen. Der technologielastige Nasdaq 100 Index schloss mit einem Minus von 2 %, während der S&P 500 Index angesichts der hohen Gewichtung des Technologiesektors um -1,17 % nachgab.
Innerhalb von nur fünf Handelstagen verzeichnete der Roundhill Magnificent Seven ETF (MAGS) einen Rückgang von -2,42 %. In einem Szenario starker Deflation – also im Fall eines möglichen Platzens der KI-Blase – hat Apple seine Strategie konsequent auf eine nachhaltige Integration von KI fokussiert, während viele Wettbewerber weiterhin einem kostspieligen Wettrüsten um GPU-Kapazitäten und steigende Investitionsausgaben folgen.
In Kombination mit den rekordhohen Aktienrückkäufen dürfte dies die Aktie von Apple (AAPL) in einem solchen Umfeld zur am wenigsten anfälligen im gesamten Technologiesektor machen – auch wenn sie sich einer allgemeinen Marktkorrektur nicht vollständig entziehen könnte. Bemerkenswert ist zudem, dass Apple im vierten Quartal Barreserven von 35,93 Mrd. USD auswies – ein Plus von 20 % gegenüber dem Vorjahr – und gleichzeitig die kurzfristigen Verbindlichkeiten um 6,1 % auf 165,63 Mrd. USD senken konnte.
Zunehmende Auswirkungen von Trumps Zöllen
In der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des dritten Quartals, das am 31. Juli endete, wies Apple-CEO Tim Cook auf Zollbelastungen in Höhe von 800 Mio. USD hin, die das Konzernergebnis beeinträchtigten. Er ergänzte, dass sich dieser Effekt im letzten Quartal auf insgesamt 1,1 Mrd. USD summiert habe. Mit Blick auf das im Dezember endende Geschäftsjahr rechnet Finanzchef Kevan Parekh mit zusätzlichen Belastungen in Höhe von 1,4 Mrd. USD.
Insgesamt dürfte Apple im Jahr 2025 – beginnend ab Trumps „Liberation Day“ Anfang April – mit Zollkosten von rund 3,3 Mrd. USD konfrontiert sein.
Positiv hervorzuheben ist, dass Tim Cook im Rahmen der Telefonkonferenz betonte, die Zollbelastungen seien „nicht linear zum Volumen“. Mit anderen Worten: Steigende iPhone-Verkäufe führen nicht zwangsläufig zu einem proportionalen Anstieg der Zollkosten.
Auch wenn die Zölle für Apple eine spürbare Belastung darstellen, bleiben sie für das Unternehmen insgesamt verkraftbar. Präsident Trump zeigte sich gegenüber Apple wohlgesonnen und nahm bestimmte Importe des Konzerns von den jüngsten Zollerhöhungen aus, nachdem er Ende August die sekundären Zölle auf Importe aus Indien von 25 % auf 50 % angehoben hatte. Apple bleibt jedoch in hohem Maße von seinen Produktionskapazitäten in China und Indien abhängig – ein Umstand, der Trumps Bestreben, Fertigungskapazitäten in die USA zurückzuholen, zusätzlich unterstreicht.
Vor diesem Hintergrund hat Apple sein im Februar angekündigtes American Manufacturing Program (AMP) im August um weitere 100 Mrd. USD aufgestockt – zusätzlich zu den ursprünglich vorgesehenen 500 Mrd. USD. Die Mittel sollen über die kommenden vier Jahre verteilt investiert werden. Gleichzeitig blieb die Bruttomarge im vierten Quartal nicht nur stabil, sondern legte im Jahresvergleich sogar um 10,2 % zu.

