Deutschland: LKW-Verkehre geringer, Fakten versus Sentiment?

Veröffentlicht am 12.06.2025, 11:38

EUR/USD eröffnet bei 1,1520 (05:51 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,1406 im europäischen-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 143.89. In der Folge notiert EUR-JPY bei 165,73. EUR-CHF oszilliert bei 0,9407.

Märkte: Drohende Eskalation in Nahost verhindert Wirkung positiver Daten

Die Finanzmärkte konnten die risikobereite Haltung, die im Zuge der Resultate der Handelsgespräche (USA, China) und milder US-Inflationsdaten generiert wurde, nicht halten. Risikoaversion dominierte, nachdem die US-Regierung verkündete, aus Sicherheitsgründen Personal aus ihrer Botschaft im Irak sowie aus militärischen Stützpunkten in der Region abzuziehen.

Trumps Zuversicht nehme ab, dass mit dem Iran ein Abkommen über das Atomprogramm gelingen werde. Er hat wiederholt mit einem Militärschlag gedroht, sollte der Iran den US-Forderungen nicht nachkommen. Der Iran kündigte Vergeltungsmaßnahmen in der Region an, falls die Atomgespräche scheitern und das Land angegriffen würde. Die Lage wirkt eskaliert!

US-Präsident Trump hat einen positiven Eindruck vom Abkommen in einem Teilbereich des Handelsstreits mit China. Das Abkommen umfasst nur einen Teil des Handelsstreits. Eine ultimative Einigung im Zollkonflikt steht noch aus. US-Handelsminister Lutnick zufolge wird ein Zoll von 55% auf Importe aus China bleiben, China werde Zölle in Höhe von 10% erheben. Die in London gefundene Handelseinigung wird laut US-Finanzminister Bessent die Beziehungen der USA zu China verbessern. Diese Entwicklung ist positiv!

Das Datenpotpourri (siehe unten) lieferte positive Akzente, allen voran milder als erwartet ausgefallen US-Inflationsdaten. Die Eskalation in Nahost (Ölpreise) wirft Schatten (Inflation).

Aktienmärkte: Late Dax -0,62%, EuroStoxx 50 -0,79%, S&P 500 -0,27%, Dow Jones -0,00%, NASDAQ 100 -0,37%. Aktienmärkte in Fernost Stand 06:08 Uhr: Nikkei (Japan) -0,58%, CSI 300 (China) +0,04%, Hangseng (Hongkong) -0,50%, Sensex (Indien) +0,07% und Kospi (Südkorea) +0,92%. Rentenmärkte: Die 10-jährige Bundesanleihe rentiert heute früh mit 2,54% (Vortag 2,53%), während die 10-jährige US-Staatsanleihe eine Rendite in Höhe von 4,40% (Vortag 4,48%) abwirft.

Devisenmärkte: Der EUR (+0,0102) legte im Tagesvergleich gegenüber dem USD deutlich zu. Gold (+31,00 USD) legte gegenüber dem USD zu, während Silber (-0,24 USD) abgab. Der Bitcoin notiert bei USD 107.910 (06:11 Uhr). Gegenüber der Eröffnung am Vortag ergibt sich ein Rückgang im Tagesvergleich um 1.820 USD.

Deutschland: Stimmung im Großhandel erholt

Hintergrund: Das spezifische Segment des Großhandels, der sogenannte Produktionsverbindungshandel, ist das Bindeglied zwischen Herstellern beziehungsweise Erzeugern und Abnehmern sowie Verarbeitendem Gewerbe, Handwerk und Bauwirtschaft. Er ist ein Frühindikator für die Wirtschaftsentwicklung.

Der Großhandel mit Rohstoffen, Zwischenprodukten, Maschinen und Ausrüstungen hat sich vom Zollkonflikt zunächst erholt. Im Mai stieg das Geschäftsklima von -33 auf -17 Punkte. Die Großhändler beurteilten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre Erwartungen besser als im Vormonat: Der Indikator für die Erwartungen stieg von -41 auf -20 Punkte an. Der Indikator für die Geschäftslage stieg von -25 auf -14 Zähler. Im Großhandel mit Konsumgütern stieg das Geschäftsklima von -24 auf -13 Punkte.

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Kommentar: Die Entwicklung ist positiv und passt sich in das Bild der erholten Sentiment-Indices ein. Losgelöst von der positiven Tendenz bleiben die Indices auf negativem Terrain zunächst verankert. Die Qualität der Reformpolitik, insbesondere die Themen Energie und Außenpolitik, werden entscheidend sein, ob diese positiven Tendenzen "Flügel" bekommen. Wird es ein "Strohfeuer" oder eine Initialzündung werden?

Deutschland: LKW-Verkehre geringer – Fakten versus Sentiment?

Die Fahrleistung mautpflichtiger Lastkraftwagen mit mindestens vier Achsen auf Bundesautobahnen ist im Mai 2025 gegenüber April 2025 kalender- und saisonbereinigt um 0,6% gesunken. Wie das Bundesamt für Logistik und Mobilität und das Statistische Bundesamt mitteilen, lag der kalenderbereinigte Lkw-Maut-Fahrleistungsindex 0,3% unter dem Niveau des Vorjahresmonats Mai 2024.

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Kommentar: Die Statistik der Fahrleistung ist ein Frühindikator der Wirtschaftsleistung. Diese Daten unterstreichen das fragile Gebilde der aktuell positiven Entwicklung der Sentiment-Indices. Es muss "Fleisch an den Knochen" der Reformpolitik kommen, allen voran bei Energie und Außenpolitik (Geschäftsmodell!) neben Steuersenkungen und Entbürokratisierung!

Datenpotpourri der letzten 48 Handelsstunden

USA: Verbraucherpreise steigen weniger stark als erwartet

Die US-Verbraucherpreise nahmen per Berichtsmonat Mai im Monatsvergleich um 0,1% (Prognose 0,2%, Vormonat 0,2%) zu. Im Jahresvergleich stellte sich ein Anstieg um 2,4% (Prognose 2,5%) nach zuvor 2,3% ein.

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Die Kernrate der Verbraucherpreise legten per Berichtsmonat Mai im Monatsvergleich um 0,1% (Prognose 0,3%, Vormonat 0,2%) zu. Im Jahresvergleich ergab sich eine Zunahme um 2,8% (Prognose 2,9%) nach zuvor 2,8%.

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Das Federal Budget wies per Berichtsmonat Mai ein Defizit in Höhe von 316,00 Mrd. USD nach zuvor +258,00 Mrd. USD (Steuermonat) aus. Im Vorjahr stellte sich das Defizit auf -347,00 Mrd. USD. Der MBA-Hypothekenmarktindex stellte sich per 6. Juni 2025 auf 254,6 Punkte nach zuvor 226,4 Zählern.

Russland: Geringerer Handelsbilanzüberschuss, Preise weniger rückläufig als erwartet

Die Handelsbilanz wies per Berichtsmonat April einen Überschuss in Höhe von 9.043 Mrd. USD aus. Im Vormonat stellte sich ein Aktivsaldo in Höhe von 11,756 Mrd. USD ein. Die Verbraucherpreise stiegen per Berichtsmonat Mai im Monatsvergleich um 0,4% (Prognose 0,3%) nach zuvor 0,4%. Im Jahresvergleich kam es zu einem Plus in Höhe von 9,9% (Prognose 9,7%) nach zuvor 10,2%.

Derzeit ergibt sich für den USD gegenüber dem EUR eine positive Tendenz. Ein Überschreiten der Widerstandszone bei 1,1510 – 1.1540 negiert das Szenario.

Viel Erfolg!

© Folker Hellmeyer
Chefvolkswirt der Netfonds Gruppe

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