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Wochenausblick: Venezuela & Handelskrieg würgen Ölpreise ab, gut für Gold

Von Investing.com (Barani Krishnan/Investing.com)Rohstoffe11.02.2019 08:54
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Wochenausblick: Venezuela & Handelskrieg würgen Ölpreise ab, gut für Gold
Von Investing.com (Barani Krishnan/Investing.com)   |  11.02.2019 08:54
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Die anhaltende Pattsituation im Machtkampf in Venezuela und der Handelskrieg zwischen den USA und China haben der Erholung beim Öl Fesseln angelegt, während Sorgen über das globale Wachstum, eine unaufhörlich steigende Schieferölförderung und ein Überfluss an Rohöl auf hoher See die in diesem Jahr gemachten Gewinne aufzehren.

Gold und der Dollar unterdessen, ringen um die Vorherrschaft als Fluchtanlage der Wahl, um gegen die finanziellen und politischen Probleme der Welt abgesichert zu sein.

Ein Schritt nach vorn, zwei zurück

Nachdem es seit Weihnachten eine kaum unterbrochene Rallye gab, die in die ersten beiden Wochen des Jahres hineinging, sind die Ölpreise in ein Muster von einem Schritt nach oben, zwei nach unten gefallen.

WTI 5-Hour Chart
WTI 5-Hour Chart

Zu Handelsende am Freitag hatte der Preis US West Texas Intermediate Rohöl immer ein 16 prozentiges Plus in diesem Jahr dabei, nachdem er in seiner stärksten Januarrallye aller Zeiten um fast 19% gestiegen war.

Aber die Einwegstraße bei der Preisentwicklung verschwand nach Mitte Januar, als moderate Gewinne und schwere Rückschläge an einem Tag wahrscheinlicher geworden sind. Der 5 prozentige Fall der letzten Woche, war der schwerste seit das Jahr begann.

Die Pattsituationen mit Venezuela und China sind entscheidend für die Zwickmühle im beim Öl.

Im ersteren Fall, zwei Wochen nachdem der Oppositionsführer Juan Guaido sich ungeachtet des amtierenden Staatschefs Nicolas Maduro zum Übergangspräsidenten des südamerikanischen Landes erklärt hatte, hat sich der Konflikt zwischen den beiden zu einer Art von Stillstand entwickelt. Während dutzende Länder Guaido anerkannt haben, kontrolliert Maduro weiterhin den venezolanischen Staatsapparat, wie auch das Militär.

In dem langwierigen Tauziehen, erwarten Sie nicht, dass Maduro den Hut nimmt

Die New Yorker Beratungsfirma Energy Intelligence sagte in ihrer wöchentlichen Mitteilung:

"Zum jetzigen Zeitpunkt scheinen die rivalisierenden Präsidenten ihre Verbündeten um sich zu scharen und zu versuchen, ihre nächsten Schritte zu bestimmen, sodass eine langanhaltende Pattsituation wahrscheinlich ist."

Raul Gallegos, stellvertretender Geschäftsführer bei der Beratungsgesellschaft Control Risks, fügte hinzu:

“Wenn Sie erwarten, dass Maduro in einigen Wochen in einem Flugzeug auf dem Weg nach Kuba sein wird, dann liegen Sie falsch. Das wird nicht passieren.”

Das Tauziehen bedeutet auch, dass die Sanktionen der Trump-Administration gegen die von Maduro kontrollierte Ölgesellschaft PDVSA bislang nur begrenzt auf die Ölpreise durchgeschlagen sind. Die US-Sanktionen gegen Venezuela bringen zwei neue Probleme für Trump mit sich: Wie geht er mit einem saudischen Königreich um, das entschlossen ist, die Ölpreise zu erhöhen, gerade als die US-Konjunktur sich erholt und wie behält er zum Iran das Ruder in der Hand.

Saudischer, iranischer Aspekt macht venezolanische Saga noch verworrener

Trump rechnet mit Saudi-Arabiens Hilfe, jegliche Angebotslücken beim Öl zu stopfen, die durch Restriktionen gegen PDVSA verursacht werden, während er zur gleichen Zeit versucht, die von den Saudis kontrollierte OPEC-Gruppe daran zu hindern, einen Pakt mit Russland zu formalisieren, der zu einem Anstieg der Ölpreise führen würde.

US-Senatoren aus verschiedenen Strömungen des politischen Spektrums haben einen Gesetzesentwurf aufgesetzt, damit das US-Justizministerium die Mitglieder der OPEC wegen Verletzungen des Wettbewerbsrechts verklagen kann, sollte das Kartell versuchen, sein Kooperationsabkommen mit Russland zu formalisieren.

Zur gleichen Zeit wurde den Raffinerien an der US-Golfküste, die durch den Ausfall venezolanischen Öls in Bredouille geraten sind, von Vertretern des Weißen Hauses gesagt, sie sollten keine Freigaben aus der Strategischen Ölreserve erwarten, da sie sich "sicher" seien, dass die Saudis ihre Exporte an US-Rohöl in den kommenden Wochen erhöhen werden, berichtete der Brancheninformationsdienst S&P Global Platts.

Platts verwies darauf, dass die Vertreter Saudi-Arabiens keine Pläne angedeutet haben, für eine Verknappung durch Venezuela einzuspringen, als das von ihnen dominierte OPEC-Kartell die Förderung gesenkt hat, um die Preise zu stützen.

Viel auf dem Spiel in Caracas, niemand kann sich sicher sein, wie es enden wird

Speziell für Öl, hier ist, was wegen der Krisen durch Venezuela und dem Iran auf dem Spiel steht:

US-Sanktionen haben schon zuvor 1 Mio Fass am Tag (barrels per day, bpd) an iranischem Öl vom Markt genommen und könnten zu noch höheren Einbußen führen, wenn die Ausnahmegenehmigungen im Mai ablaufen — was bedeutet, dass die Maßnahmen der USA insgesamt fast 2 bpd vom Markt nehmen könnten. Nimmt man weitere Ausfälle hinzu — rund um die Wahlen in Nigeria in diesem Monat oder durch Libyens intensiver werdenden Machtkampf — und die Ölpreise könnten unter ernsthaften Druck geraten.

Und dann gibt es da noch als Kontrast rund 7 Mio Fass an venezolanischem Öl, die auf hoher See gestrandet sind, da niemand weiß, wer für sie bezahlen wird.

Phil Flynn, Energieanalyst beim Broker The Price Futures Group aus Chicago, fasst es so zusammen: “Niemand hat wirklich eine Ahnung, wie das alles enden wird.”

Gold, Dollar in Kampf, die Absicherung der Wahl für einen Handelskrieg zu sein.

Zurück zu China, wo am Montag eine neue Runde von Handelsgesprächen in Peking beginnt, bei der der stellvertretende US-Handelsbeauftragte Jeffrey Gerrish die Vereinigten Staaten repräsentieren wird, bevor später in der Woche die Diskussionen mit höherrangigen Vertretern der Administration wie dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin weitergehen.

Die US-Unterhändler üben auf China Druck mit seit langem bestehenden Beschwerden aus, wie dem Diebstahl intellektuellen Eigentums und dem Zwang für US-Unternehmen, ihre Technologie mit chinesischen Firmen zu teilen.

Peking muss eine am 1. März ablaufende Frist für ein Handelsabkommen einhalten, da ansonsten die US-Zollsätze auf Importe aus China von 10% auf 25% steigen werden.

US-Präsident Donald Trump sagte letzte Woche, er plane nicht den chinesischen Präsidenten Xi Jinping vor Fristablauf zu treffen, was den Hoffnungen auf eine schnelle Lösung einen Dämpfer verpasste.

Die nicht genutzte Chance eines Gipfels zwischen den USA und China half Gold den Freitag zum ersten Mal an sechs Handelstagen auf der positiven Seite der 1.300 Dollarmarke zu beenden. Aber insgesamt ist doch die US-Währung die de facto Absicherung gegen einen Handelskrieg, was von ihrem fünften Anstieg in Folge am Freitag unterstrichen wurde.

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