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Divergierende Dynamiken - William Binney (ex NSA): Russiagate ist Fake!

Von Folker HellmeyerMarktüberblick28.07.2020 09:49
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Divergierende Dynamiken - William Binney (ex NSA): Russiagate ist Fake!
Von Folker Hellmeyer   |  28.07.2020 09:49
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Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,1724 (06:07 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,1680 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 105,58. In der Folge notiert EUR-JPY bei 123,78. EUR-CHF oszilliert bei 1,0808.

Die Dynamiken in der Weltwirtschaft zeigen individuelle Muster:

Anders ausgedrückt ergeben sich Anzeichen divergierenden Momentums in den Wirtschaftsräumen. China und Teile des asiatischen Raums liegen weit vorne. Diese Situation ist mit einer stabilen Konstellation der Corona-Lage korreliert. Europa folgt dem asiatischen Raum. Wir verweisen auf den heutigen Datenpotpourri.

Die Erholung der USA verliert an Dynamik und ist auf stärkste Subventionierung durch den Staat angewiesen. Das im Raum stehende neue Corona-Hilfspaket, das zeitnah verabschiedet werden muss, um einen weiteren US-Konjunkturunfall zu vermeiden, ist offensichtlicher Beleg des US-Dilemmas, das, wie wir immer wieder betonen, einen strukturellen Hintergrund hat und derzeit von der in den USA unprofessionell gemanagten Corona-Krise zusätzlich forciert wird.

Ergo hat der aktuelle USD-Verfall eine Vielzahl von Katalysatoren:

  • Markant geschrumpfte positive Zinsdifferenz zu Gunsten des USD
  • Schwache Wirtschaftsstruktur (keine Reformen seit 2008!)
  • Dynamisch steigende Staatsverschuldung (wegen Reformmangel)
  • Anhaltende US-Außenhandelsdefizite
  • Rechtslose Aggressionen gegen Drittstaaten (Europa, China etc.)
  • Destabilisierung des internationalen Organigramms (WHO, WTO, Klimaschutz)
  • Kontrollverlust in der US-Corona-Epidemie

Dem Leser bleibt es überlassen, die Frage zu beantworten, ob diese Hintergründe mit einem US-Agieren aus einer Stärke oder dem Gegenteil heraus korrelieren.

Aktuelles zum neuen US-Corona-Hilfspaket

Im US-Kongress stehen derzeit schwierige Verhandlungen über das nächste Hilfspaket in der Corona-Krise an.

Der gestern vorgelegte Entwurf der Republikaner im Senat und des Präsidialamts stieß sofort auf Widerstand bei den Demokraten. Das Paket mit einem Volumen von circa einer Billion USD geht den Demokraten nicht weit genug. Ihre Zustimmung ist unerlässlich, weil sie im Repräsentantenhaus die Mehrheit stellen.

Die Zeit für eine Einigung ist knapp: Die bisherige Sonder-Arbeitslosenhilfe des Bundes läuft diesen Freitag aus (u.a. Arbeitslosenhilfe 600 USD pro Woche).

Ohne diese Sondermaßnahmen wäre das Risiko erheblich, dass der Konsum in den USA, der wesentlich mit dem BIP korreliert ist, massiv unter die Räder käme. Es träfe aber nicht nur den Konsum. Die privaten US-Haushalte sind massiv verschuldet. Zinszahlungen könnten nicht mehr geleistet werden, so dass das US-Finanzwesen unter erheblichen Druck kommen könnte (systemisches und strukturelles Problem).

Der republikanische Mehrheitsführer im Senat beschrieb den Entwurf als einen Plan, um Kinder in die Schule und Angestellte an die Arbeit zu bringen. Jeder US-Bürger soll erneut eine Direktzahlung von 1200 USD vom Staat erhalten. Die Arbeitslosenhilfe des Bundes soll jedoch um zwei Drittel auf 200 USD pro Woche reduziert werden. Derzeit erhalten viele US-Bürger mit den bisherigen 600 USD mehr Geld als vor der Pandemie in ihren Jobs (deswegen der temporär starke Anstieg der Persönlichen Einkommen).

Wir erwarten, dass es zu einer Einigung vor Ablauf des alten Programms kommen wird, da weder die Demokraten noch die Republikaner vor den Präsidentschaftswahlen Verantwortung für ein Scheitern der Wirtschaft und der Menschen auf ihre Schultern laden wollen. Ohnehin geht es eher um mehr und nicht weniger Subventionen. Das Programm von derzeit 1 Billion USD wird von daher aller Voraussicht größer ausfallen.

William Binney (ex NSA): Russiagate ist Fake!

Es ist von Bedeutung, wenn erfahrene Nachrichtendienstler hohen Ranges und aus der Historie heraus hohen Ansehens sich verpflichtet sehen, gegen das eigene Establishment öffentlich zu staatstragenden Themen Stellung zu nehmen. William Binney hat das getan und das Narrativ des „Russiagate“ zerstört.

Wer ist William Binney: William Binney ist ein ehemaliger US-amerikanischer Nachrichtendienst-Mitarbeiter und Technischer Direktor der National Security Agency. Seit Januar 2015 ist er Träger einer Auszeichnung der Sam Adams Associates for Integrity in Intelligence.

Nachfolgender Link ist für Menschen, die sich der Sache und Integrität in einem internationalen Kontext vor dem Hintergrund der Verfehlungen des letzten Jahrhunderts verpflichtet fühlen, ein "must listen/must watch".

Link: https://schillerinstitute.com/blog/2020/07/20/william-binney-makes-his-case-to-the-world-there-was-no-russian-hack/

Wenn "Russiagate" eine "Fake" ist, fragen wir uns, ob uns noch mehr "Fakes" aus den USA und dem UK bezüglich Russland und China zugemutet wurden.

Aktuelle Corona-Lage gemäß der Johns-Hopkins-Universität:

Wir weisen darauf hin, dass die Darstellung der JHU global eine unzureichende Annäherung an die reale Lage liefert. Insbesondere das fehlende Nachhalten diverser Länder bei Genesungszahlen vermittelt eine Überzeichnung der Situation der aktiven Fälle und damit des Krisenszenarios.

Aktuell ergeben sich in stabilisierten Regionen regionale Ausbrüche, die den Themenkomplex der 2. Welle beleben. Wir nehmen diese Debatten zur Kenntnis und erwarten weiter regionale Antworten auf regionale Probleme.

In Asien ist die Lage stabil auf entspanntem Niveau. In China liegen 1.661 akute Infektionen vor. In Südkorea stellt sich die Zahl auf 896. In Japan liegt sie bei 8.171. In Singapur sind es 5.119.

In Kontinentaleuropa ist die Lage weitgehend stabil. Einige Länder liefern keine aktuellen Genesungszahlen laut Johns-Hopkins, so dass wir uns hier nur auf ausgewählte Länder fokussieren, die ihren Aufgaben nachkommen.

In Deutschland liegt die Zahl der akuten Infektionen bei 7.673. Werfen wir einen Blick auf die Lage in Deutschland aus einem anderen Blickwinkel. Von den 32.823 Intensivbetten in Deutschlands Krankenhäusern sind derzeit 20.753 belegt. Darunter befinden sich per heute früh 262 Covid-19 Fälle. Österreich liegt bei 1.599 Fällen. Die Schweiz bringt es auf 1.599. In Italien sind es 12.581.

Die Problemländer sind vor allen Dingen die USA (2.816.254 aktive Fälle), Brasilien (508.116, zarte Zeichen einer Stabilisierung) und Indien (529.734) bezüglich Tendenz und Amplitude der Ausbreitung. In Russland beginnt sich die Situation zu beruhigen (201.097).

Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden: Europa überzeugend!

Eurozone: IFO und weitere Daten setzen positive Akzente

Der deutsche IFO-Geschäftsklimaindex stieg per Juli von zuvor 86,3 (revidiert von 86,2) auf 90,5 Zähler (Prognose 89,3). Der Lageindex verbesserte sich von 81,3 auf 84,5 Punkte (Prognose 85,0), während der Erwartungsindex von 91,6 (revidiert von 91,4) auf 97,0 Zähler zulegte (Prognose 93,7). Der vom IFO-Institut ermittelte Index, der deutsche Exporterwartungen spiegelt, stieg per Juli von -2,2 auf +6,9 Punkte. Der von der deutschen Bundesbank selbst ermittelte Wöchentliche Aktivitätsindex WAI stieg per 26. Juli von -1,8 auf -0,9. Er impliziert den Fortgang der Erholung.

Per Juni fiel die Zahl der Arbeitslosen in Frankreich in einem Rekordtempo um 204.700 auf 4.220.000 (04/20 Höchstwert 4.575.000).

In Finnland stieg der Index des Verbrauchervertrauens per Juli von -3,9 auf -1,6 Zähler. Der Index des Geschäftsklimas in der Industrie nahm von -24 auf -17 Punkte zu.

Die Geldmenge M-3 verzeichnete per Juni im Jahresvergleich einen Anstieg um 9,2% (Prognose 9,3%) nach zuvor 8,9%. Die Kreditvergabe an private Haushalte (Jahresvergleich) nahm wie im Vormonat um 3,0% zu. Das Wachstum der Kreditvergabe an Unternehmen (Jahresvergleich) außerhalb des Finanzsektors legte um 7,1% nach zuvor 7,3% zu.

USA: Zahlen signalisieren weiter Erholung

Der Auftragseingang für langlebige Wirtschaftsgüter nahm per Juni im Monatsvergleich um 7,3% (Prognose 7,0%) zu. Der Vormonatswert wurde von +15,7% auf +15,1% revidiert. Damit liegt das Niveau der Auftragseingänge immer noch um mehr als 13% unterhalb des Februarwerts (vor Corona) Der Dallas Federal Reserve Manufacturing Business Index stieg per Berichtsmonat Juli von -6,10 auf -3,0 Punkte.

Malaysia: Starke Exporte

Exporte legten per in Malaysia per Berichtsmonat Juni im Jahresvergleich um 8,8% zu (Prognose -8,0%). Importe sanken um 5,6%. Hier lag die Prognose bei -10,0%.

Türkei: Kapazitätsauslastung steigt

Die Kapazitätsauslastung des Verarbeitenden Gewerbes legte per Juli von zuvor 66,0% auf 70,7% zu. Der Tiefpunkt lag bei 61,6% per April. Vor der Corona-Krise stellte sich die Auslastung auf circa 76%.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.1120 - 50 neutralisiert den positiven Bias des Euros.

Bleiben Sie gesund, viel Erfolg!

© Folker Hellmeyer
Chefanalyst der Solvecon Invest GmbH

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