Goldminenaktien: +200 % und mehr – geht da noch was?

Veröffentlicht am 18.09.2025, 06:48

Goldminenaktien erleben 2025 ein echtes Blockbuster-Jahr. Der Goldpreis hat eine Rekordmarke nach der anderen durchbrochen, und die Unternehmen, die das Edelmetall fördern, liefern ihren Anlegern einige der besten Renditen am Markt.

Selten war die Kombination der Faktoren so eindeutig positiv wie derzeit. Von den Käufen der Zentralbanken über politische Unsicherheiten bis hin zur disziplinierten Unternehmensführung spricht vieles für Gold – und für die Minengesellschaften, die davon profitieren.

In der ersten Septemberwoche markierte das Metall seinen sechsten Höchststand innerhalb von nur sieben Handelstagen. Nachdem Gold nun auch inflationsbereinigt das Rekordniveau von 1980 übertroffen hat, notiert es nicht nur in US-Dollar, sondern ebenso in Euro, Pfund, Yuan und fast allen anderen wichtigen Währungen auf Allzeithochs.

Goldpreis vs. inflationsbereinigter Preis – 50-Jahres-Trend bis September 2025

Die Flucht in die Edelmetalle

Was treibt diese Mega-Rallye an? Die Antwort ist klar: Angst und Unsicherheit. Zentralbanken weltweit gehören weiterhin zu den größten Käufern und haben ihre Goldreserven auf Rekordniveau ausgebaut. Nach Angaben des World Gold Council (WGC) verzeichneten goldgedeckte ETFs in diesem Jahr bislang Zuflüsse von fast 50 Mrd. USD – der zweithöchste Wert aller Zeiten.

Ray Dalio, der legendäre Gründer von Bridgewater Associates, brachte es diesen Monat auf den Punkt: Ein gut diversifiziertes Portfolio sollte seiner Meinung nach 10–15 % Gold enthalten – deutlich mehr als meine eigene Empfehlung von 10 %. Dalio vergleicht die US-Schuldenlast mit Plaque, die eine Arterie verstopft, und warnt vor einem finanziellen „Herzinfarkt“. Gold, sagt er, könne als Gegengift wirken.

Während Gold im Rampenlicht steht, legt auch Silber kräftig zu: Der Preis ist in diesem Jahr um mehr als 40 % gestiegen und erreichte ein 14-Jahres-Hoch. Einige Analysten trauen ihm sogar einen Sprung auf bis zu 100 USD pro Unze zu – getrieben von der Nachfrage der Anleger, aber auch durch industrielle Anwendungen in Solarpanels und Elektronik. Für Investoren, die noch stärkere Hebelwirkung suchen, könnten Silberminenaktien zusätzliches Potenzial bieten.

Bergbauaktien übersteigen Höchststände

Wie schon oft betont, reagieren Minenaktien überproportional auf steigende Goldpreise. Der Grund ist einfach: Ihre Kosten sind weitgehend fix. Sind das Schürfen, Zerkleinern und Verarbeiten des Erzes bezahlt, geht der Wert jeder zusätzlichen Unze fast direkt in den Gewinn über. Bei einem Goldpreis von 1.800 USD konnten viele Minen gerade so kostendeckend arbeiten – bei 3.600 USD sprudeln die Gewinne.

Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht das: Die durchschnittlichen All-in Sustaining Costs (AISC) – eine Kennzahl, die die Gesamtkosten für die Produktion einer Unze Gold umfasst – liegen bei den großen Produzenten zwischen 1.080 und 1.220 USD pro Unze. Bei Spotpreisen, die mehr als das Dreifache davon betragen, sind die Gewinnspannen entsprechend außergewöhnlich hoch.

Produktionsmarge der Goldminenbetreiber vs. All-In Sustaining Cost

Es überrascht daher kaum, dass die Indizes für Goldproduzenten regelrecht explodiert sind. Der NYSE Arca Gold Miners Index markierte in diesem Monat ein neues Allzeithoch und hat damit den bisherigen Rekordstand aus dem Jahr 2011 übertroffen.

Auch auf Einzeltitelebene zeigt sich das Bild eindrucksvoll: Sibanye-Stillwater, AngloGold Ashanti und Gold Fields haben seit Jahresbeginn jeweils mehr als 150 % zugelegt, während SSR Mining sogar um spektakuläre +220 % gestiegen ist.

Freier Cashflow sorgt für Dividenden und Rückkäufe

Erfahrene Anleger erinnern sich vielleicht an frühere Goldhaussen, in denen Unternehmen im Geld schwammen und Wachstum um jeden Preis suchten. Damals wurden Übernahmen überstürzt eingeleitet, Minen übermäßig ausgebaut und Aktionäre durch Kapitalerhöhungen verwässert. Diesmal jedoch ist die Lage anders.

Im Jahr 2025 zeigen sich die Minengesellschaften diszipliniert. Die Managementteams setzen auf operative Effizienz, starke Bilanzen und eine verlässliche Ausschüttungspolitik. Überschüssige Mittel fließen verstärkt in Dividenden und Aktienrückkäufe. Der freie Cashflow ist in der gesamten Branche stark gestiegen, und die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROI) hat Mehrjahreshöchststände erreicht.

Gerade diese Kultur der Zurückhaltung unterscheidet die aktuelle Rallye grundlegend von früheren Zyklen. Die Fundamentaldaten wirken solider, die Bilanzen sind robuster – ein klarer Unterschied zu den Übertreibungen vergangener Goldbooms.

Die Warnungen vor einer drohenden Rezession werden lauter

Der breitere makroökonomische Hintergrund lässt sich nicht ausblenden. In den USA zeigen sich inzwischen deutliche Anzeichen von Belastung. So hat das Arbeitsministerium das Beschäftigungswachstum bis März um 911.000 Stellen nach unten revidiert – die größte Korrektur seit über 20 Jahren. Erstmals seit 2021 gibt es zudem mehr Arbeitslose als offene Stellen.

Auch die Verbraucherinflation verharrt mit 2,9 % auf einem erhöhten Niveau, selbst wenn die Großhandelspreise zuletzt kurzzeitig gesunken sind.

Erwerbslose vs. offene Stellen

Ökonomen warnen zunehmend, dass die US-Wirtschaft bis zum Jahresende in eine Rezession abrutschen könnte. JPMorgan-CEO Jamie Dimon sieht klare Anzeichen dafür, dass die Wirtschaft „schwächer wird“. Mark Zandi, Chefökonom bei Moody’s und bekannt dafür, die Finanzkrise 2008 vorausgesagt zu haben, äußert sich zudem besorgt über das Risiko einer Stagflation – und bezeichnet sie als „schädlich“.

Hinzu kommt die politische Unsicherheit. Präsident Trumps Versuche, Einfluss auf die US-Notenbank zu nehmen – etwa durch die Bemühungen, Gouverneurin Lisa Cook abzusetzen – haben die Märkte zusätzlich verunsichert. Goldman Sachs warnt, dass der Goldpreis bis auf 5.000 USD pro Unze steigen könnte, sollte die Unabhängigkeit der Fed in Zweifel gezogen werden und lediglich 1 % des 27 Billionen USD schweren US-Schatzmarkts in Gold umgelenkt werden.

Gold hebt ab

Getrieben von Zentralbanken, ETFs und Privatanlegern markiert Gold in fast jeder Währung neue Rekorde.

Minenaktien sind dabei die klaren Gewinner mit Hebelwirkung. Bei Produktionskosten von rund 1.100 USD pro Unze und Spotpreisen von über 3.600 USD erzielen die Produzenten die höchsten Gewinnspannen seit Jahrzehnten. Meine Empfehlung bleibt daher eine Gewichtung von 10 %: 5 % in physischem Gold (Barren, Münzen, Schmuck) und 5 % in hochwertigen Goldminenaktien. Ebenso wichtig ist eine regelmäßige Neugewichtung des Portfolios.

Nicht umsonst heißt es: „Warte nicht mit dem Goldkauf – kaufe Gold und warte.“ Das gilt auch für die Minengesellschaften, die derzeit Rekordgewinne einfahren und ihre Aktionäre unmittelbar daran teilhaben lassen.

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