Die beste KI-Aktie im März (+46% in 3 Wochen)
Es gibt Fragen, mit denen sich jeder Anleger irgendwann auseinandersetzen muss. Die aktuelle lautet: Wie weit können Goldminen-Aktien eigentlich noch steigen?
Der Anlass liegt auf der Hand: Der HUI Gold Bugs Index steht derzeit ziemlich genau am schon lange definierten NFTRH-Kursziel von 500 (+/–). Damit drängt sich die nächste Frage auf: Ist hier Schluss – oder steckt noch mehr Potenzial drin?

Das Kursziel wurde damals nach dem Tief bei „2“ definiert und für den aktuellen Zyklus bestätigt, als die „4“ erreicht wurde.
Natürlich hat niemand die eine, absolut richtige Antwort auf die Frage, wie es weitergeht. Wäre es so, könnte man mich wohl träumen hören:
„Der Mann, der HUI 500 korrekt vorhergesagt hat, wagt nun die nächste Prognose.“ – eine Schlagzeile fürs Mainstream-Fernsehen. Aber keine Sorge: Ich nehme mich selbst nicht so ernst. Wahrscheinlich werde ich ohnehin nie „MSM-tauglich“. Meine Arbeit stützt sich auf fundierte Analysen – nicht auf plakative Thesen, die nur Klicks bringen sollen.
Fakt ist jedoch: der HUI notiert aktuell an einem Widerstandsbereich – und gleichzeitig im überkauften Terrain. Genau das sorgt für Stirnrunzeln.
Kursziele sind keine Stoppschilder
Am Ende des Tages ist ein Ziel genau das – ein Ziel. Kein Stoppschild, das nicht überschritten werden könnte. Aber das Level ist eben im Markt verankert. Ein Blick auf das Monatschart zeigt außerdem: Wir stehen kurz davor, den sechsten Gewinnmonat in Folge abzuschließen. Das gab es zuletzt 2003 – und damals folgte darauf eine zweijährige, recht turbulente Seitwärtsphase.
Kürzlich habe ich die Community auf X (ja, für die meisten von uns bleibt es gedanklich immer noch „Twitter“) nach ihrer Einschätzung gefragt: Was könnte als Nächstes passieren? Natürlich bin ich kein „Influencer“ mit Millionenpublikum – die Antworten sind also nur eine kleine Stichprobe. Aber sie sind durchaus aufschlussreich.

Ich selbst habe zuletzt einige Gewinne realisiert und Kapital in andere Märkte umgeschichtet. Gleichzeitig halte ich einen Teil meiner Positionen eisern („holding on for dear life“) – und bin im Nachhinein froh, nicht als FOMO-Jäger hinterhergelaufen zu sein. Parallel dazu bereite ich mich mental wie auch technisch auf ein mögliches „Pause & Grind“-Szenario vor, ähnlich wie wir es zwischen 2004 und 2005 erlebt haben.
Aus heutiger Sicht wäre das eine logische Entwicklung: Ein heiß gelaufener Sektor prallt an einem massiven Widerstand ab. Eine andere Möglichkeit: Der Gesamtmarkt – den die Minenaktien zuletzt überraschend angeführt haben – rutscht doch noch in einen ernsthaften Bärenmarkt. In diesem Fall dürfte auch der HUI einen kräftigen Rücksetzer hinnehmen müssen. Und doch bleibt die Frage: Was, wenn wir stattdessen das Szenario „heißes Messer durch Butter“ sehen?
14 Jahre Wüste – verdient Gold nicht einen Super-Bullenmarkt?
Nach rund 14 Jahren in einem harten Bärenmarkt und einem schmerzhaft volatilen Bullenmarkt (offiziell gestartet 2016) hätte der Sektor statistisch betrachtet längst wieder eine ausgedehnte Bullenphase verdient.
Die makroökonomischen Rahmenbedingungen – die hier nicht im Detail aufgeschlüsselt werden können – zeigen jedenfalls keine Anzeichen eines Kollapses. Ganz anders als 2004, als die Konsolidierung einsetzte. Und erst recht nicht vergleichbar mit 2007, also kurz vor dem Crash von 2008.
Ein weiterer Aspekt ist das Sentiment. Der Gold Miners Bullish Percent Index (BPGDM) signalisiert aktuell zwar eine fast schon euphorische Überhitzung – aber genau so fühlen sich echte Bullenmärkte nun einmal an. Es wirkt unbequem, ja wie ein Kontraindikator. Doch die Wahrheit ist: Aktienbullen leben seit der Geburtsstunde der geldpolitischen Bubble 2001 mit genau diesem „Beigeschmack“.

Wer kauft eigentlich physisches Metall?
Ein spannender Nebenaspekt: Der Sprott Gold & Silver Bullion Fund wird am Markt aktuell mit einem Abschlag auf seinen Nettoinventarwert gehandelt. Und das ist kein Einzelfall – sowohl der Sprott Gold Fund als auch der Sprott Silver Fund werden mit einem Discount zu NAV gehandelt.

Was bedeutet das? Einige Möglichkeiten:
- Es gibt einfach zu viele Konkurrenzprodukte.
- Immer mehr Anleger stapeln das physische Metall inzwischen lieber zuhause.
- Oder – und das könnte am ehesten passen – die Mehrheit der Marktteilnehmer jagt weiterhin lieber den Hypes wie Nvidia und der KI-Euphorie hinterher.
Blick auf die Charts: HUI im Verhältnis
Zum Abschluss lohnt ein Blick auf den Tageschart und drei besonders aussagekräftige Relationen.
1. HUI im Verhältnis zu Gold
Gold selbst befindet sich seit 2004 streng genommen in einem Bärenmarkt. Doch der HUI hat nach jahrelanger Schwäche nun wieder Stärke aufgebaut. Die Goldminen hebeln also endlich die makroökonomischen Rahmenbedingungen positiv – und nicht wie früher negativ. Der Tageschart zeigt einen bullischen Ausbruch aus einer Basisbildung. Längerfristig bleibt trotzdem noch Arbeit zu tun, um wirklich einen festen Aufwärtstrend zu etablieren.
2. HUI im Verhältnis zum S&P 500
Dieses Verhältnis steht ebenfalls kurz vor einem Ausbruch nach oben. Der SPX wirkt derweil fast wie der letzte Überlebende eines von Politik aufgeblasenen Markts. Sollte der HUI hier durchziehen, wäre das ein starkes Signal: Ein Sektor, 20 Jahre lang im Abseits, kehrt zurück – und zwar mit gesunder fundamentaler Basis. Wenn man denn nicht gerade damit beschäftigt ist, Nvidia „to the moon“ hinterherzurennen.
3. Führt HUI den SPX an?
Der wohl spannendste Punkt: Die Goldminen haben den S&P 500 über weite Teile von 2025 bereits geschlagen. Aktuell versuchen sie sogar, relativ zum SPX einen Basis-Ausbruch hinzulegen. Gleichzeitig testet das Verhältnis Gold/SPX seine eigene Basis nach einem bullischen Ausbruch. Sollten beide erfolgreich sein, hätten wir ein starkes Signal. Was denkt wohl ein Mainstream-Investor, wenn er sieht, dass Gold im Verhältnis zum SPX steigt – und die Minen noch stärker? Ein absolut ungewohntes Bild nach zwei Jahrzehnten frustrierender Goldminen-Historie.

Natürlich gibt es auch die alternative Lesart: HUI/SPX mag führend sein, aber Gold/SPX kann ebenfalls steigen, wenn die breiten Märkte (einschließlich Edelmetalle) insgesamt fallen. In diesem Fall würden die Minen zwar unter Druck kommen, aber wohl nicht entscheidend beschädigt werden. Das wäre das Szenario „Pause & Grind“.
Fazit: Zwischen „Pause & Grind“ und möglichem Melt-up
Das nüchterne Urteil? Wahrscheinlich ist der Sektor reif für eine Korrektur oder zumindest eine Pause.
Doch die Zutaten für ein Überraschungs-Szenario sind genauso vorhanden. HUI/Gold hat die Kehrtwende geschafft. HUI/SPX ist dabei. Gold/SPX konsolidiert wie in einer bullischen Flagge und sucht Halt an seiner Basis. Die Mischung schreit regelrecht: Da könnte mehr gehen.
Welche Optionen ergeben sich also für verschiedene Anlegertypen?
- Trader: Wer auf HUI 500 gewartet hat, nimmt Gewinne mit und handelt die kommende Volatilität.
- Swing-Trader oder Hybrid-Anleger: Gewinne realisieren, wo möglich, und Gelder flexibel „umtopfen“. Genau das ist das „Pause/Chop & Grind“-Szenario.
- Langfristig Überzeugte: Anschnallen, Volatilität akzeptieren und mental offen bleiben für ein echtes „Melt-up“. Das ist die „holding on for dear life“-Variante.
Langfristig dürfte HUI in den Jahren 2025 oder 2026 sein Hoch von 2011 überschreiten und damit in die „blue sky“-Zone vorstoßen. Ob das „bald“ geschieht oder später, bleibt offen.
Abschließender Gedanke
Die fundamentalen Rahmenbedingungen sprechen für den kontra-zyklischen Goldminensektor. Aber – und das ist das große „Caveat“ – sollte es bald zu einer Wachstumswende kommen, vielleicht durch pro-business Maßnahmen à la Trump oder durch stärkeren Einfluss der Politik auf die Fed, könnte sich die Lage drehen. In einem solchen Szenario wäre dann plötzlich das Beispiel von 2004 wieder aktuell: Ein Sektor, dessen Fundament ohnehin gut war, aber der durch die Konjunkturlage gebremst wurde.
Das wäre allerdings ein anderes Kapitel – eines, das wir erst dann schreiben, wenn es soweit ist.
