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Warum ein Handelskrieg dem US-Dollar helfen kann

Von Kathy LienForex18.06.2018 08:01
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Warum ein Handelskrieg dem US-Dollar helfen kann
Von Kathy Lien   |  18.06.2018 08:01
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Der US-Dollar befindet sich auf einem Höhenflug als er 6 bis 12-Monatshochs gegenüber den anderen Leitwährungen erreicht hat.

Während die Aussagen zur Geldpolitik der Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank die größten Ereignisse der letzten Woche waren, hat der US-Handelskrieg gegen den Rest der Welt größere Auswirkungen auf die Währungskurse. Auch wenn viele Leute befürchtetem. dass ein Handelskrieg die Probleme des Dollars verstärken und die Nachfrage nach der US-Währung vermindern würden, hat er statt dessen den Dollar auf einen Höhenflug geschickt, als die Investoren Trumps aggressive Handelspraktiken als kurzfristigen Ärger für diejenigen Länder ansehen, die ins Visier des US-Präsidenten geraten sind. Die US-Zölle gegen Waren aus China drehten den Rückgang des Dollars nach der Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed (FOMC) wieder um und schickten den Euro an einem Tag um 2,5 US-Cent in die Tiefe. Der Euro und der australische Dollar waren letzte Woche die am schlechtesten laufenden Währungen. Die Händler sollten damit rechnen, dass die Dinge schlimmer werden, als die Vereinigten Staaten jetzt Vergeltungsmaßnahmen Chinas riskieren, nachdem sie offiziell Zölle auf Hunderte von Produkten erhoben hatten. Die Europäische Union hat auch einem Plan für Zölle auf US-Produkte grünes Licht gegeben, der bis Ende Juni Anfang Juli umgesetzt werden soll. Die EU-Kommission wird am Mittwoch, dem 20. Juni, zusammenkommen und könnte auf ihrem Treffen sehr wohl “Gegenmaßnahmen” ihre Zustimmung geben. All das bedeutet, dass Devisenkurse in der angelaufenen Woche besonders stark auf Risiken reagieren dürften.

5 Day Return vs. USD June 11-15
5 Day Return vs. USD June 11-15

US-DOLLAR

Datenlage (Vereinigte Staaten)

US-Zinserhöhung um 25 Basispunkte, Fed hebt Konjunkturprognose an

Verbraucherpreisindex 0,2% ggb. 0,2% Prognose

Verbraucherpreise ohne Lebensmittel und Energie 0,2% ggb. 0.2% Prognose

Durchschnittlicher Wochenlohn (Jahresvergleich) 0,3% ggb. 0,4% im Vormonat

Erzeugerpreisindex endgültiger Wert 0,5% ggb. 0,3% Prognose

Erzeugerpreisindex ohne Lebensmittel und Energie 0,3% ggb. 0,2% Prognose

Erzeugerpreisindex ohne Lebensmittel und Handel 0,1% ggb. 0,2% Prognose

Einzelhandelsumsätze legen um 0,8% zu statt 0,4%

Einzelhandelsumsätze ohne Automobilverkäufe 0,9% ggb. 0,5% Prognose

Einzelhandelsumsätze ohne Automobilverkäufe und Benzin 0,8% ggb. 0,4% Prognose

Empire Manufacturing (produzierende Industrie im Großraum New York) Index 25,0 ggb. 18,8 Expected

Industrieproduktion -0,1% ggb. 0,2% Prognose

Produktion in erzeugender Industrie -0,7% ggb. 0,0% Prognose

Konsumklimaindex der Uni Michigan 99,3 ggb. 98,5 Prognose

Uni Michigan derzeitiges Umfeld 117,9 ggb. letztem Wert von 111,8

Uni Michigan Erwartungen 87,4 ggb. letztem Wert von 89,1

Datenausblick

Hausbauanfänge und Baugenehmigungen - Immobilienmarktdaten sollten den Erwartungen nach wegen steigender US-Zinssätze etwas gedämpfter ausfallen

Zahlungsbilanz und Verkäufe existierender Häuser - Immobilienmarktdaten sollten den Erwartungen nach wegen steigender US-Zinssätze etwas gedämpfter ausfallen

Philadelphia Fed Geschäftsausblick - Potential für eine positive Überraschung angesichts des Anstiegs des Empire State Manufacturing Index

Wichtige Niveaus

Unterstützung 110,00

Widerstand 112,00

Es gibt keinen Zweifel, dass letztlich jeder einen Handelskrieg fürchtet. Auf lange Sicht vermindert ein Handelskrieg die Nachfrage von in den USA produzierten Gütern und damit nach dem US-Dollar. Er schmälert auch die Attraktivität der amerikanischen Währung als Reservewährung. Er könnte zu einem schwächeren globalen Wirtschaftswachstum und damit einer verlangsamten Reduktion des geldpolitischen Stimulus führen. Sollte der geringere Außenhandel sich als Bremse für das Wachstum des US-BIP erweisen, dann könnte dies weniger Zinserhöhungen durch die Federal Reserve bedeuten. Nichts davon tut dem Kurs des Dollars gut und dennoch schnellt die US-Währung auf die US-Zölle und Pläne/Drohungen anderer Nationen mit Vergeltung in die Höhe. Der Grund, aus dem sich der Dollar so verhält ist, dass während ein Handelskrieg eine schlechte Nachricht für alle ist, die Nachricht noch schlechter für diejenigen Länder ist, die von den USA mit Zöllen belegt werden, von denen viele stark von der Nachfrage aus den Vereinigten Staaten abhängig sind. Daher werden sie das nicht einfach hinnehmen. China insbesondere könnte eine Reihe von Zöllen gegen wichtige US-Produkte erheben und den Verkauf von US-Staatsanleihen und US-Dollars androhen. Das heißt, während der Dollar kurzfristig als sichere Anlage steigen mag, je härter Trump andere Länder angeht, desto mehr Probleme dürfte er auf längere Sicht für den Dollarkurs schaffen.

Die Federal Reserve hob in diesem Jahr die Zinsen ein zweites Mal um 25 Basispunkte an und ihr Dotplot verschob sich nun auf 2 weitere Zinserhöhungen in 2018 nach oben. Die Bank aktualisierte ihre Vorhersagen für das BIP, die Inflation und die Arbeitslosigkeit, was den USD/JPY Kurs auf 110,85 brachte. Auch wenn die amerikanische Währung diese Gewinne kurz danach wieder aufgab, hauchten die US-Handelsmaßnahmen der Rallye des US-Dollar neues Leben ein. Die wichtigste Botschaft von der Fed-Sitzung ist, dass die Zentralbank keine Pläne hat, mit der Straffung der Geldpolitik vor Mitte nächsten Jahres aufzuhören. Zur Zeit ist die Fed die einzige unter den großen Zentralbanken, die die Zinssätze anhebt. Auch wenn der Fed-Vorsitzende Powell sagte, nicht viel habe sich seit März verändert, die jüngsten Konjunkturberichte waren stark ausgefallen, mit steigender Inflation und den Einzelhandelsumsätzen mit ihrem höchsten Wachstum in sechs Monaten. Der Dollar wird gekauft und könnte in der nächsten Woche neue Höchststände erklimmen, obwohl es kaum US-Konjunkturdaten geben wird. Die Händler sollten die US-Renditen und die Schlagzeilen, die dem Kurs eine neue Richtung geben könnten.

BRITISCHES PFUND

Datenlage

Handelsbilanz -14,030 Mrd GBP ggb. Prognose von -11,400 Mrd GBP

Handelsbilanz außerhalb der EU -5,370 Mrd ggb. Prognose von -3,2 Mrd

Handelsbilanz -5,280 Mrd. GBP ggb. Prognose von -2,5 Mrd GBP

Industrieproduktion -0,8% ggb. Prognose von +0,1%

Produktion in verarbeitender Industrie -1,4% ggb. Prognose von +0,3%

NIESR BIP-Schätzung 0,2% ggb. Prognose von 0,3%

Änderung der Arbeitslosenzahl -7,7 Tsd. ggb. Prognose von 11,3 Tsd.

Durchschnittlicher Wochenlohn 2,5% ggb. Prognose von 2,6%

Wochenlohn ohne Boni 2,8% ggb. Prognose von 2,9%

Arbeitslosenquote 4,2% ggb. Prognose von 4,2%

Veränderung der Beschäftigtenzahl 146 Tsd. ggb. Prognose von 110 Tsd.

Verbraucherpreisinflation 0,4% ggb. Prognose von 0,4%

Kerninflation der Verbraucherpreise (Jahresvergleich) 2,1% ggb. Prognose von 2,1%

Index der Einzelhandelspreise 0,4% ggb. Prognose von 0,4%

Erzeugerpreisinflation Kosten 2,8% ggb. Prognose von 2,0%

Erzeugerpreisinflation Erlöse 0,4% ggb. Prognose von 0,3%

Kerninflation der Erzeugerpreise Erlöse 0,2% ggb. Prognose von 0,2%

Einzelhandelsumsätze ohne Autotreibstoffe 1,3% ggb. Prognose von 0,3%

Einzelhandelsumsätze mit Autotreibstoffen 1,3% ggb. Prognose von 0,5%

Datenausblick

BoE Zinsentscheidung - Britische Notenbanker könnten eine Zinserhöhung vor Jahresende in Erwägung ziehen

Wichtige Niveaus

Unterstützung 1,3200

Widerstand 1,3500

Das Pfund rückte während der FOMC und EZB Sitzungen in den Hintergrund, wird aber in dieser Woche wieder von Interesse sein, da die Bank von England (BoE) ihre geldpolitische Entscheidung bekanntgeben wird. Im Gegensatz zur Fed und der EZB werden keine großen Änderungen erwartet und Bankgouverneur Carney wird keine Pressekonferenz geben. Das bedeutet, dass die Reaktion des Pfundes moderat ausfallen dürfte verglichen mit wilden Kurskapriolen, die der Dollar und der Euro letzte Woche hingelegt hatte. Das Protokoll der BoE wird zusammen mit dem geldpolitischen Statement herausgegeben und die Investoren werden sich sehr dafür interessieren, ob es Änderungen im Abstimmungsverhalten gegeben hat. Als er zum letzten Mal im Mai zusammenkam, stimmte der geldpolitische Ausschuss mit 7 zu 2 Stimmen dafür, die Zinssätze unverändert stehenzulassen. Die Zentralbank hat ihre Sorgen geäußert, dass die Inflation sich wieder abkühlt, aber Bankchef Carney sagte auch, dass eine Zinserhöhung “bis Ende des Jahres” wahrscheinlich kommen wird. Die Investoren preisen eine 65 prozentige Chance auf eine Zinserhöhung um ein Viertelprozent im November oder Dezember ein. Die folgenden Tabelle zeigt die Änderungen der britischen Konjunktur seit Mai und es gibt eine Menge Gründe für die Notenbanker zuversichtlicher zu sein. Die Einzelhandelsumsätze sind im Mai stark zurückgekommen, die Inflation ist im Steigen begriffen und die Einkaufsmanagerindizes zeigen, dass die Wirtschaft schneller wächst. Das einzige Problem ist das Lohnwachstum, aber dessen Verlangsamung dürfte allein nicht bedeutsam genug sein, um den Ausblick der Bank zu ändern. Daher, sollten das geldpolitische Statement und das Protokoll mit einem Hauch von Optimismus daherkommen, könnte sich das Pfund gegenüber dem Dollar wieder erholen und seine Gewinne gegenüber dem Euro ausbauen.

UK Economy - Changes Since Last BoE Meeting
UK Economy - Changes Since Last BoE Meeting

EURO

Datenlage (Euroraum)

EZB lässt die Zinssätze unverändert, kündigt Auslaufen der Wertpapierkäufe aber keine Zinserhöhung bis Mitte 2019 an

deutsche ZEW Umfrage zur aktuellen Lage 80,6 ggb. Prognose von 85,0

deutsche ZEW Umfrage zu den Konjunkturerwartungen -16,1 ggb. Prognose von -14,0

ZEW Umfrage zum Geschäftsklima in der Eurozone -12,6 ggb. Prognose von 2,4

EZ Industrieproduktion -0,9% ggb. Prognose von -0,7%

EZ Beschäftigung (gegenüber Vorquartal) 0,4% ggb. 0,3% im Vorquartal

GE Verbraucherpreisinflation 0,5% ggb. Prognose von 0,5%

EZ Handelsbilanz 18,1 Mrd Euro ggb. Prognose von 20,0 Mrd Euro

GE Verbraucherpreisinflation 0,5% ggb. Prognose von 0,5%

EZ Kerninflation der Verbraucherpreise (Jahresvergleich) 1,1% ggb. Prognose von 1,1%

Datenausblick

Deutschland Erzeugerpreisinflation - Potential für eine Überraschung nach oben angesichts des stärkeren Anstiegs der Verbraucherpreise in Deutschland

Zinsentscheidung der Schweizer Notenbank - Keine Änderungen erwartet

Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und der Eurozone - Potential für eine negative Überraschung angesichts der schwachen Daten vom ZEW, den Auftragseingängen in Fabriken und der Industrieproduktion

Wichtige Niveaus

Unterstützung 1,1500

Widerstand 1,1800

Einen Rückschlag gab es in der vergangenen Woche auch beim EUR/USD Kurs, als die Gemeinschaftswährung nach Veröffentlichung des geldpolitischen Statements einbrach. Wie die amerikanische Währung stieg auch der Euro vor der Sitzung der Europäischen Zentralbank an und erreichte unmittelbar nach Herausgabe des Statement ein Fünfwochenhoch. Aber dann kam die Kehrtwende, die die Gewinne von Wochen auslöschte. Die wichtige Nachricht war, dass die EZB ihre Wertpapierkäufe bis Jahresende auslaufen lassen wird, nachdem über Monate hinweg darauf spekuliert worden war. Sie sagte aber auch, dass sie die Zinssätze bis mindestens den Sommer 2019 unverändert lassen wird. Die EZB war sehr klar in ihrem Ausblick, was zum Rückgang des Euros beigetragen haben könnte. Auch wenn ihre Maßnahmen unzweifelhaft eine Straffung der Geldpolitik darstellen, ließ sie die Märkte zugleich wissen, dass sie keine wesentlichen Veränderungen der Geldpolitik in den nächsten 12 Monaten vorhat. Mario Draghi denkt, dass die Inflation steigen wird, aber die Bank senkte ihre BIP-Prognose für 2018 ab und brachte ihre Sorgen über globale Risiken (Handel) zum Ausdruck. Auch sagte sie, dass die Konjunkturdelle in einigen Ländern länger anhalten könnte, als das aus ihren Vorhersagen hervorgeht. Während wir glauben, dass das Wachstum in der Eurozone in den kommenden Monaten besser laufen wird, werden die Zinsen in den USA den Erwartungen nach nicht vor Mitte nächsten Jahres einen Gipfel erreichen, ein Zeitraum, in dem die Geldpolitik der EZB unverändert bleiben wird. Die Importzölle der EU bedeuten auch, dass die Eurozone sich nun in einem offenen Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten befindet—eine Entwicklung, die man in den kommenden Monaten im Auge behalten sollte. Die Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone, die in dieser Woche erscheinen werden, könnten einen erheblichen Einfluss darauf haben, wie der EUR/USD Kurs bei Ende des Monats stehen wird. Sollte es im produzierenden Gewerbe und bei den Dienstleistungen schlechter laufen, dann könnte sich der Ausverkauf verschärfen. Sollte allerdings endlich eine Wende zum Besseren einsetzen, dann könnte dies ausreichen, um einen kurzfristigen Boden für den Euro zu bilden.

AUD, NZD, CAD

Datenlage (Vereinigte Staaten)

Australien

NAB Geschäftsumfeld 15 vs. 21 zuvor

Wohnungshypotheken -1,4% vs. -1,8% erwartet

Westpac Verbrauchervertrauen 0,35 vs. -0,6% zuvor

Verbraucherpreisinflationserwartungen 4,2% vs. 3,7% zuvor

Beschäftigungsveränderung 12,0 Tsd. vs. 19,0 Tsd. erwartet

Arbeitslosenquote 5,4% vs. 5,5% erwartet

Veränderung der Vollzeitbeschäftigung -20,6 Tsd. vs. 28,0 Tsd. zuvor

Veränderung der Teilzeitbeschäftigung 32,6 Tsd. vs. -9,7 Tsd. zuvor

Schweizer Einzelhandelsumsätze 8,5% vs. 9,6% erwartet

Schweizer Industrieproduktion 6,8% vs. 7,0% erwartet

Schweizer Wohnungspreise 0,80% vs. 0,57% zuvor

Neuseeland

REINZ Hausverkäufe (Jahresvergleich) 1,3% vs. 6,6% im Vorjahr

Einkaufsmanagerindex für das produzierende Gewerbe 54,5 vs. 59,1 erwartet

Kanada

Preise neugebauter Häuser 0,0% vs. 0,0% erwartet

Verkäufe von Fabrikgütern -1,3% vs. 0,6% erwartet

Verkäufe von bestehenden Häusern -0,1% vs. -1,4% erwartet

Datenausblick

Australien

Protokoll der Notenbanksitzung vom Juni - Das Protokoll wird vermutlich die neutrale Geldpolitik der Notenbank widerspiegeln

Neuseeland

Leistungsbilanz - Möglichkeit einer positiven Überraschung, da der Außenhandel sich belebt hat

BIP - Die Lage im Außenhandel wurde besser, aber die Einzelhandelsumsätze waren sehr schwach

Kanada

Einzelhandelsumsätze und Verbraucherpreisinflation - Werden nach den Großhandelsumsätzen aktualisiert, aber schwächere Arbeitsmarktdaten deuten schwächere Ausgaben an. Erzeugerpreise im produzierenden Gewerbe fielen ebenfalls, was sich negativ in den Verbraucherpreisen niederschlägt

Wichtige Niveaus

Unterstützung AUD 0,7400 NZD 0,6900 CAD 1,3000

Widerstände AUD 0,7600 NZD 0,7100 CAD 1,3300

Die Rohstoffwährungen fielen letzte Woche ebenfalls stark, mit dem australischen Dollar an der Spitze. Auch wenn das Konsumklima besser geworden ist, verschlechterte sich die Zuversicht bei den Unternehmen im Monat Mai, die Wohnungshypotheken fallen weiter und am wichtigsten das Jobwachstum war im Mai geringer als erwartet, als mehr als 20 Tsd. Vollzeitstellen im letzten Monat verlorengingen. Die Arbeitslosenquote sank, aber nur weil die Beschäftigungsquote zurückging. Das Jobwachstum für April wurde ebenfalls nach unten korrigiert. Nicht alle Nachrichten waren allerdings schlecht, als die Verbraucherpreisinflationserwartungen auf ihr stärkstes Niveau in 10 Monaten stiegen. Sollten die Preise weiter zunehmen, dann könnte die Notenbank ihnen die Zügel anlegen. Das Protokoll der geldpolitischen Sitzung wird in dieser Woche erscheinen und wird den Erwartungen nach dem australischen Dollar keine Hilfe sein, da als die Zentralbank das letzte Mal zur Geldpolitik tagte, sie die Währung nach unten schickte, indem sie ihre Sorgen darüber ausdrückte, dass die Inflation noch eine Weile niedrig bleiben werde. In dieser Woche sagte Notenbankgouverneur Lowe, es werde noch einige Zeit dauern, bevor die Zinsen steigen werden. Dieser neutrale Ausblick hat und könnte weiterhin den Druck auf der Landeswährung aufrechterhalten. Das diesjährige Tief von 0,7412 des AUD/USD Kurses könnte fallen, da es eine Bewegung über 0,7750 braucht, um den Abwärtstrend abzuschütteln.

Der neuseeländische Dollar wurde gegenüber seinem amerikanischen Kollegen ebenfalls tiefer gehandelt, aber die Verluste waren nicht so stark wie beim australischen. Aus diesem Grund brach der AUD/NZD Kurs nach unten aus und wurde auf seinem niedrigsten Stand seit dem 9. Mai gehandelt. Die Daten für Mai waren alle schwächer, mit dem Wachstum der Kreditkartenausgaben schwächer und einer langsameren Konjunktur im produzierenden Gewerbe. Die Daten für das Q1 BIP und die Leistungsbilanz werden in dieser Woche herauskommen und werden den Erwartungen nach ein verlangsamtes Wachstum in Neuseeland zeigen, was auf Linie des vorsichtigen Ausblicks der Reserve Bank liegen würde. Als ein Ergebnis ist der NZD/USD anfällig für weitere Verluste unter 69 US-Cent.

Der kanadische Dollar auf der anderen Seite fiel auf sein schwächstes Niveau in einem Jahr, als die Handelsspannungen zwischen Kanada und den USA sich aufheizen. Als kein gewichtiger Konjunkturbericht aus Kanada hereinkam, um die Stimmung zu heben, ignorierten die Investoren den Anstieg der Ölpreise und erlaubten dem US-Dollar im USD/CAD Kurs den Wechselkurs nach oben zu schieben. Ende der Woche wird es die kanadischen Einzelhandelsumsätze und die Verbraucherpreise geben und während die Zentralbank des Landes weniger dem lockeren Geld zugeneigt ist, könnten schwache Arbeitsmarktdaten und niedrigere Fabrikpreise eine mögliche konjunkturelle Schwäche andeuten, die den USD/CAD auf neue Höhen schicken könnte. Der einzige Weg für den kanadischen Dollar seinen derzeitigen Trend umzukehren, wäre eine plötzliche Änderung von Trumps Haltung zu Kanada, was durchaus passieren könnte, angesichts dessen, wie häufig der US-Präsident seine Ansichten ändert.

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