Die beste KI-Aktie im März (+46% in 3 Wochen)
Meine Makromodelle empfehlen für die nähere Zukunft einen zweigleisigen Ansatz für den Markt: Run It Cold Now (Wachstum).
Meine "Run It Cold Now"-Theorie findet zunehmend Bestätigung in den aktuellen Arbeitsmarktdaten. Die Märkte konzentrieren sich dabei typischerweise auf das Hier und Jetzt, anstatt sich bereits auf eine mögliche Wiederbeschleunigung im Jahr 2026 einzustellen.
Daher ist es entscheidend, zu verstehen, in welcher Phase sich der Markt aktuell befindet:
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An welchem frühen oder späten Punkt der "Run It Cold Now"-Phase stehen wir?
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Wie stark ist dieses Szenario bereits eingepreist?
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Lohnt es sich also noch, auf Run It Cold-Trades zu setzen, oder ist es an der Zeit, sich bereits mit Run It Hot Later-Ideen zu beschäftigen?
Zur Erinnerung: Meine Makromodelle gehen davon aus, dass die Zölle bis zum Jahresende als fiskalischer Straffungsmechanismus wirken werden.
Bis Anfang 2026 dürfte sich der fiskalische Impuls des „Big Beautiful Bill“ allmählich ausgleichen, während Trumps neue Initiativen – zusammen mit niedrigeren Fed Funds und einer anziehenden privaten Geldschöpfung – die Voraussetzungen für eine "Run It Hot Later"-Phase schaffen könnten.
Zunächst jedoch einige Hinweise darauf, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften in den USA tatsächlich schwächer wird: Extrapoliert man die Benchmark-Revisionen ab April 2025, zeigt sich, dass die USA seither kontinuierlich Arbeitsplätze abbauen.

Um ein umfassenderes Bild des Arbeitsmarktes zu erhalten, lohnt sich ein Blick auf nicht revidierte Daten, die sowohl die Nachfrage- als auch die Angebotsseite abbilden – darunter etwa die Arbeitslosenquote und ihre wichtigsten Teilkomponenten.
Das nachstehende Schaubild zeigt den Anteil der langzeitarbeitslosen US-Amerikaner (mehr als 27 Wochen ohne Beschäftigung) an der gesamten Erwerbsbevölkerung. Mit 1,14 % liegt dieser Wert bereits auf einem Niveau wie im Jahr 2002 oder im Sommer 2008 – in beiden Fällen befand sich die US-Wirtschaft bereits deutlich in einer Rezessionsphase.

Warum ist die Nachfrage nach Arbeitskräften in den USA derzeit so schwach?
Die Vereinigten Staaten erleben infolge der Zölle eine Abschwächung ihres primären fiskalischen Impulses: Das primäre Haushaltsdefizit für 2025 liegt fast 20 Basispunkte unter dem des Vorjahres und damit deutlich unter dem Tempo von 2023.
Die Zölle wirken dabei faktisch wie eine Steuer auf US-Unternehmen und Verbraucher:

Das scheint auch der „beste Ökonom, den Druckenmiller kennt“ zu bestätigen: die Interna des Aktienmarktes.
Die nachstehende Grafik zeigt (in Weiß) das Verhältnis zwischen einem Index der fünf größten US-amerikanischen Verarbeitungsunternehmen für Gehaltsabrechnungen und dem gleichgewichteten SPX – im Vergleich zu den Renditen zweijähriger Staatsanleihen (in Grün).
Bleibt die Schaffung neuer Arbeitsplätze aus, trifft das insbesondere die großen Anbieter von Gehaltsabrechnungen in den USA – und tatsächlich werden deren Aktien derzeit auffallend schwach gehandelt.
Dieses Beispiel verdeutlicht, wie die internen Marktstrukturen signalisieren, dass der US-Arbeitsmarkt erheblich an Dynamik verloren hat – und dass die Fed möglicherweise bald zu weiteren geldpolitischen Lockerungen gezwungen sein wird.

Die US-Wirtschaft zeigt sich derzeit klar „erkaltet“, während die Aktienmärkte weiterhin stark laufen und die Risikobereitschaft hoch bleibt – warum ist das so?
Die Antwort liegt in der anhaltenden „Gelddruckerei“ des Privatsektors, die sich aktuell in einer Aufwärtsschleife befindet – angetrieben vor allem durch den KI-Boom.
Die nachfolgende Abbildung zeigt die angekündigten Investitionsausgaben der großen Technologieunternehmen als Prozentsatz ihres EBITDAs: Sie liegen im Durchschnitt bereits bei über 65 % und übertreffen damit sogar die Spitzenwerte von AT&T (NYSE:T) im Jahr 1998. Um dieses Tempo im kommenden Jahr aufrechtzuerhalten, dürften die Unternehmen verstärkt auf kreditfinanzierte KI-Investitionen setzen müssen.

Ausgaben im Bereich der künstlichen Intelligenz erhöhen das US-BIP zunächst mechanisch – noch bevor überhaupt über den tatsächlichen Return on Investment gesprochen wird.
Das Kernproblem dieser KI-Investitionen liegt jedoch darin, dass sie kurzfristig kaum neue Arbeitsplätze für den durchschnittlichen Amerikaner schaffen. Dadurch entstehen faktisch zwei Volkswirtschaften: eine „heiße“, technologiegetriebene KI-Ökonomie und ein breiterer Arbeitsmarkt, der weiterhin unter den durch die Zölle ausgelösten fiskalischen Belastungen leidet.
Der Aktienmarkt ist bekanntermaßen nicht die Wirtschaft. Die massiven Investitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz – kombiniert mit umfangreichen globalen Konjunkturprogrammen – stützen derzeit die Risikostimmung und halten die Märkte auf hohem Niveau.
Unser globaler realwirtschaftlicher Geldschöpfungsindex bleibt ausgesprochen stark.
Wir verfolgen die inflationsbereinigte Geldschöpfung weltweit im Jahresvergleich und haben in diesem Jahr einen bemerkenswerten Anstieg der realwirtschaftlichen Geldschöpfung um 5,77 % festgestellt.
Diese Entwicklung folgt auf drei schwache Jahre, die vor allem durch den massiven Abbau des chinesischen Wohnimmobilienbestands geprägt waren. Das aktuelle Jahrestempo 2025 entspricht nun wieder dem Niveau des „konzertierten globalen Wachstums“ von 2017.

Das globale Wachstumstempo und die zugrunde liegende Beschleunigung bleiben ausgesprochen robust – angetrieben vor allem von China, wo nach zwei bis drei Jahren konsequenten Schuldenabbaus im Immobiliensektor die Kreditmotoren wieder angelaufen sind.
Trotz der Belastung durch Zölle, die faktisch wie hohe Steuern wirken, zieht die Geldschöpfung auch in den USA wieder an – getragen von den KI-bezogenen, schuldenfinanzierten Investitionsausgaben für Rechenzentren.
Und diese Dynamik dürfte sich künftig noch weiter verstärken.
Aus finanzpolitischer Sicht lässt sich mit hoher Sicherheit sagen, dass wir ab Anfang 2026 folgende Entwicklungen beobachten werden:
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Deutschland wird die Geldschöpfung durch einen deutlichen Anstieg der Primärausgaben ausweiten.
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In den USA wird das „Big Beautiful Bill“ seine volle fiskalische Stimuluswirkung entfalten und damit die dämpfenden Effekte der Zölle sowie die bisherige Geldvernichtung kompensieren.
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Korea, Schweden und zahlreiche weitere Länder planen Programme zur Ausweitung ihrer Haushaltsdefizite.
Damit könnte sich ein Szenario abzeichnen, in dem die Fed die Zinsen senkt, während die globale Liquidität weiter zunimmt.
In meinem TMC Quadrant Asset Allocation Model befinden wir uns derzeit im oberen rechten Quadranten:

Historisch betrachtet besteht die optimale Vermögensallokation in einem solchen Umfeld darin, IOUs und Papierwerte zu veräußern und reale Risikoanlagen zu kaufen.
Anders ausgedrückt:
- SELL: USD und Anleihen
- BUY: Aktien und Vermögenswerte, die eng mit dem nominalen Wachstum verknüpft sind
Das Szenario, das institutionellen Anlegern wohl am meisten Schmerzen bereiten würde, wäre eine Aktienrotation zugunsten von Entwicklungsländern und Value-Titeln, begleitet von einer Rohstoffrallye.
Genau diese Anlageklassen sind derzeit stark untergewichtet – und könnten dann anziehen, wenn traditionelle Portfolioabsicherungen wie USD und Anleihen keine Schutzwirkung mehr entfalten.
Und wie so oft genießen es die Marktgötter, uns genau in solchen Momenten mit einem echten „Pain Trade“ zu überraschen...
