S&P Global sieht M&A Aktivität 2025 etwas stärker

Veröffentlicht am 03.04.2025, 10:21

Die M&A Aktivität im Bergbau war 2024 insgesamt schwach, weil sich außerhalb des Gold- und Kupfersegments wenig tat. Für 2025 könnte aufgrund geopolitischer Unsicherheiten etwas Schwung in den Markt kommen.

S&P Global Commodity Insights hat in der vergangenen Woche einen umfangreichen Bericht zur M&A Aktivität im Bergbausektor vorgelegt.  Mit einem Gesamtwert von 26,54 Mrd. USD bei 62 berücksichtigten Transaktionen waren 2024 ca. 192,5 Mio. Unzen Gold und insgesamt 29,8 Mio. Tonnen Kupfer, Nickel und Zink in Reserven und Ressourcen Gegenstand von Deals.

Gesamtwert der Deals steigt um 1 %

Mit 26,54 Mrd. USD lag der Gesamtwert der Transaktionen im Jahr 2024 um 1 % über dem Wert von 2023, der durch den Verkauf von Newcrest Mining an Newmont (ISIN: US6516391066, WKN: 853823) für 16,49 Mrd. USD stark verzerrt worden war. Der durchschnittliche Transaktionspreis für 2024 lag bei 428,1 Mio. USD, 24 % weniger als 2023 und der niedrigste seit 2020 ohne Megafusionen. 

Die drei größten Deals nach Transaktionswert waren Unternehmenstransaktionen mit einem geteilten Fokus auf Gold und Kupfer. Die Übernahme von De Grey Mining (ISIN: AU000000DEG6, WKN: 633879) durch Northern Star Resources (ISIN: AU000000NST8, WKN: A0BLDY) im Dezember 2024 für 3,26 Mrd. USD, gefolgt von der Übernahme von Filo Corp. durch Lundin Mining (ISIN: CA5503721063, WKN: A0B7XJ) und BHP (ASX:BHP) (ISIN: AU000000BHP4, WKN: 850524) für 3,03 Mrd. USD. Es folgte der Deal zwischen AngloGold Ashanti (NYSE:AU) (ISIN: GB00BRXH2664, WKN: A3EQAK) und Centamin (LON:CEY) im Wert von 2,48 Mrd. USD.

Goldpreis treibt Deal-Aktivität

Der Schwerpunkt lag wie bereits im Vorjahr auf dem Goldsektor. 43 Deals mit einem Gesamtwert von 19,31 Mrd. USD machen sowohl gemessen an der Zahl der Transaktionen als auch am Wert den Löwenanteil aus. Die Deals betrafen überwiegend Assets in Australien und Kanada.

Für Australien ergab sich dabei auch durch mehr Investitionen in Junior Explorer ein durchschnittlicher Preis von 122 USD pro Feinunze bei 46 Mio. Feinunzen Volumen in Ressourcen und Reserven. Dies lag leicht über dem Gesamtdurchschnitt von 100 USD pro Feinunze.

Kupfer legte hinsichtlich der Anzahl der Geschäfte leicht zu, machte aber nur 26 % der angekündigten 62 Transaktionen aus. Die erworbenen Kupfermengen (in Ressourcen und Reserven) sanken im Jahresvergleich um 52 % auf 21 Mio. Tonnen bei einem Durchschnittspreis von 3,92 USD/Pfund. Der Wert der Kupfertransaktionen für 2024 belief sich auf insgesamt 5,7 Mrd. USD. Mehr als zwei Drittel der 16 angekündigten Kupfertransaktionen waren Unternehmensübernahmen, der geographische Schwerpunkt lag auf Kanada und Chile.

Vor allem in Kanada könnte die M&A Aktivität unter politischen Vorgaben leiden. Nachdem Innovationsminister François-Philippe Champagne im Juli 2024 strengere Fusions- und Übernahmevorschriften für Kanada erlassen hatte, müssen ausländische Investitionen in kritische Mineralien nun einer Nettonutzenprüfung standhalten.

Mehr Kupfer-Deals in Vorproduktionsphase

Eine bemerkenswerte Entwicklung im Kupfersektor: Anders als noch im Vorjahr floss der Großteil der Mittel in Anlagen in der Vorproduktionsphase. 2023 standen noch produzierende Minen ganz oben auf der Einkaufsliste. Die Explorationsbudgets im Kupfersektor stiegen zwar an, eine klare Trendwende bleibt aber weiterhin aus.

Zwei Deals bezogen sich auf Zink: Hier stand die Übernahme der Kupfer-Zink-Mine Neves-Corvo in Portugal und der Zink-Primärmine Zinkgruvan in Schweden durch Boliden (ISIN: SE0020050417, WKN: A3D69V) für 1,52 Mrd. USD im Mittelpunkt des Geschehens. Die beiden Minen beherbergen mehr als 7,8 Mio. Tonnen Zink.

Es gab lediglich einen Nickel-Deal, zwei weniger als im Vorjahr. Das Transaktionsvolumen sank um 97 %. Die weitgehende Austrocknung des Marktes dürfte auf den Preisverfall zurückzuführen sein.

Für 2025 rechnet S&P Global mit einer Zunahme der M&A Aktivität im Bergbau. "Da die geopolitischen Turbulenzen die Märkte weiterhin beeinflussen, prognostizieren wir einen Anstieg etwas opportunistischerer Akquisitionen und Bemühungen zur Konsolidierung der Lieferketten von großen und kleinen Akteuren", heißt es in dem Bericht.

Es gilt zu berücksichtigen, dass in den S&P Global Bericht ausschließlich Deals mit einem Mindesttransaktionswert von 10 Mio. USD und 1 Million Unzen Gold oder 100.000 Tonnen Nichtedelmetallen in erworbenen Reserven und Ressourcen einfließen. Beendete, nicht auf Beteiligungskapital basierende Transaktionen – wie Royalty- und Streaming-Transaktionen – sowie "Earn-in"-Transaktionen werden dagegen nicht berücksichtigt. 

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