Täglicher Kommentar der apano-Fondsberater - 20. August 2025

Veröffentlicht am 20.08.2025, 11:01

Zur Wochenmitte sehen sich Europas Börsen mit schwächeren Vorgaben aus den USA konfrontiert. Heute haben sie aber die Chance, einen Unabhängigkeitstag zu begehen. Sich den USA zu entziehen wird nicht leicht, aber Rückenwind kommt ausgerechnet von weiter steigenden Aktien in China. Gewinnmitnahmen bei US-Technologiewerten belasteten gestern die Stimmung weltweit. Die Erwartung, dass Notenbankchef Powell in seiner Rede in Jackson Hole den Zinssenkungserwartungen einen Dämpfer versetzen könnte, dürfte hierbei eine wichtige Rolle spielen. Powell hat Jackson Hole in der Vergangenheit immer wieder genutzt, um wichtige Anpassungen im Zinspfad deutlich zu kommunizieren. Dagegen stützen Fortschritte im Ukraine-Friedensprozess die Risikobereitschaft. Insbesondere die Aussicht auf ein direktes Treffen zwischen Putin und Selenskyj wird von Anlegern als Signal einer möglichen Entspannung gewertet. Die Hoffnung stirbt zuletzt, wir sehen keinen Grund für überbordenden Optimismus. US-Finanzminister Bessent bezeichnet derweil den Status quo in den Handelsbeziehungen mit China als „gut funktionierend“, was wir als Signal eines vorsichtigeren Kurses interpretieren.

In Ostasien folgten die Märkte den Vorgaben aus den USA. Umschichtungen in defensivere Titel und Gewinnmitnahmen bestimmten das Bild. Der Nikkei-225 in Tokio gab ab, nachdem er am Vortag noch auf einem Rekordniveau geschlossen hatte. Belastend wirkten schwächere Exportzahlen. Auch in Seoul gerieten die Kurse unter Druck. China präsentierte sich dagegen stabil, der Shanghai-Composite präsentierte sich im Hausse-Modus und der Hang-Seng-Index legte zu. Unterstützung kam von der Entscheidung der People’s Bank of China, den Leitzins für Kredite unverändert zu lassen. In Neuseeland senkte die Zentralbank den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,0 Prozent, mit dem klaren Signal, dass zur Stabilisierung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt weitere Schritte folgen dürften. Der NZX-50 gewann daraufhin 0,8 Prozent.

Die Wall Street schloss am Vortag schwächer. Besonders stark litten die großen Technologieunternehmen, die bislang den Aufschwung getragen hatten. Nvidia (NASDAQ:NVDA), AMD (NASDAQ:AMD) und Palantir (NASDAQ:PLTR) gehörten zu den größten Verlierern. Intel (NASDAQ:INTC) stach als Ausnahme heraus, die Aktie legte nach dem Einstieg von Softbank (TYO:9434) um sieben Prozent zu. Auch Home Depot (NYSE:HD) konnte mit einem Umsatzanstieg von 3,1 Prozent überzeugen, wenngleich das Wachstum unter den Erwartungen blieb. Das Jahresziel wurde bestätigt. Der US-Immobilienmarkt lieferte ein gemischtes Bild: während die Baubeginne zulegten, gingen die Genehmigungen zurück. Präsident Trump nahm diese Daten erneut zum Anlass, Zinssenkungen zu fordern.

Am Anleihemarkt verharrten die Renditen zunächst, Anleger warten auf die Veröffentlichung des Protokolls der Fed-Sitzung vom Juli. Wir gehen davon aus, dass die Veröffentlichung weitere Hinweise auf die kontrovers geführten Diskussionen geben dürfte, nachdem zwei Mitglieder gegen den damaligen Zinsentscheid votiert hatten. Eine hawkische Botschaft Powells könnte den Markt erneut durchrütteln, da die zuletzt gesunkenen Kurzfristzinsen ein Stück weit auf zu optimistische Erwartungen an schnelle Senkungen hinweisen. Am Devisenmarkt setzte sich der Dollar im Vorfeld von Jackson Hole durch. Händler reduzierten ihre Positionen, um vor der Rede nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

Am Rohstoffmarkt legte der Ölpreis leicht zu. Wichtiger als der Friedensprozess in der Ukraine sind Signale aus China, da das Land weiter Vorräte aufbaut. Gold konsolidierte. Fortschritte im Friedensprozess mindern den geopolitischen Risikoaufschlag, was das Edelmetall belastet. Eisenerz stand dagegen unter Druck, nachdem chinesische Stahlproduzenten angekündigt hatten, ihre Produktion zu kürzen. Die Reduzierungen fielen zwar weniger gravierend aus als befürchtet, dennoch wirkte die Nachricht belastend.

Der apano APX ermäßigte sich um vier auf unverändert zuversichtliche 25 Punkte. U.a. kostet Kupfer Punkte.

Bereits seit 2012 misst und veröffentlicht das Investment-Team von apano Investments die globale Börsenstimmung. Dieser apano-Börsen-Stimmungsindex APX dient dabei unter anderem als Steuerungsinstrument für den erfolgreichen, ETF-basierten Aktienfonds mit Wertsicherungskonzept „apano Global Systematik“ (WKN: A14UWW).

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