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Technischer Jahresausblick 2022: DAX, Dow Jones und Gold

Von Christoph GeyerMarktüberblick07.12.2021 07:57
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Technischer Jahresausblick 2022: DAX, Dow Jones und Gold
Von Christoph Geyer   |  07.12.2021 07:57
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DAX – Im vergangenen Jahr ein verblüffender Gleichlauf 

Auf den ersten Blick mag man meinen, dass die Statistik im abgelaufenen Jahr völlig versagt hätte. Tatsächlich sind die Bewegungen nahezu exakt so verlaufen (bis auf den Jahresschluss), wie es die Statistik ermöglichte. Dabei ist wieder, wie immer, zu betonen, dass es nicht um Punktprognosen sondern um die Tendenz im Jahresverlauf geht. So war der Jahresauftakt von einer volatilen Seitwärtsphase geprägt. Anschließend hat sich der DAX so verhalten, wie es in vielen der vergangenen Jahre auch gewesen ist. Er konnte zulegen. Die Korrekturbewegung seit September passte dann ebenso ins statistische Bild wie die Anstiegsbewegung seit Anfang Oktober. Auch wenn das Jahr noch nicht beendet ist, zeigt die Statistik weiter nach oben.

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Was ist Zyklik? 

Zum besseren Verständnis der Zyklus-Analyse stelle ich hier zunächst eine kurze Erklärung der Zyklik zur Verfügung.

Bei der zyklischen Betrachtung nutzt man den Effekt, dass sich Märkte in typischen Trends bewegen. Bei Agrar-Rohstoffen kennt man diese Zyklen durch die Erntezeiten, die entscheidenden Einfluss auf die Preisgestaltung im Jahresverlauf haben. Bei Finanzprodukten gibt es ebenfalls typische Muster, die im Jahresverlauf auftreten. So wird z.B. danach unterschieden, ob im aktuellen Jahr in den USA Präsidentschaftswahlen sind, oder diese im vergangenen Jahr stattgefunden haben. Für den DAX habe ich zusätzlich die Bundestagswahlen ausgewertet. Außerdem finden sich typische Muster u.a. im Dekaden-Verlauf. Die Ursachen solcher Zyklen sind bei Agrar-Rohstoffen leichter zu erklären als bei Finanzprodukten. Hier können z.B. Wahlversprechen eine Rolle spielen. Insgesamt betrachtet, handelt es sich aber um eine statistische Größe, die ich mir bei der Beurteilung zu Nutze machen.

Dow Jones

Das vor uns liegende Jahr endet auf eine „2“ und ist im Dekadenzyklus das letzte schwächere Jahr. So beginnt das Jahr statistisch betrachtet zunächst leicht positiv, hat dann aber zur Jahresmitte oft mit starken Rückgängen aufgewartet. Anschließend konnten aber häufig die Verluste schnell wieder aufgeholt werden. Im Schnitt schließt ein solches Jahr in etwas auf dem Niveau des Jahresstarts. 

Dow Jones Dekadenzyklus seit 1897

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Dow Jones in Jahren die auf eine „2“ enden

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US-Zwischenwahljahre

Betrachtet man nur die Zwischenwahljahre des Dow Jones stellt sich ein etwas anderes Bild als bei den 2er-Jahren dar. Die Aussage, dass das Jahr nahezu auf dem Jahreseröffnungsniveau schließt, bleibt erhalten. Dazwischen ist mit dem Top im April und dem Tief Ende September allerdings eine nicht unerhebliche Schwankung zu sehen. Das Tief zur Jahresmitte und die anschließende Erholung fallen also weniger ausgeprägt aus und das September-Tief ist deutlich kräftiger als beim o.g. Zyklus. Insgesamt dürfte dies aber keinen wesentlichen Einfluss auf die Erwartung eines volatilen Seitwärtsjahres haben.  

Dow Jones nur Zwischenwahljahre seit 1933

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Es ist eine bewusst wiederholte Betonung an dieser Stelle, dass die Zyklik nur eine statistische Größe darstellt, nach der keine Ein- oder Ausstiegsentscheidungen getroffen werden dürfen. Vielmehr muss die aktuelle Marktlage zum jeweiligen Zeitpunkt beurteilt werden. Die saisonalen Gegebenheiten dienen lediglich als Ergänzung zur klassischen Technischen Analyse. Dies gilt auch für das anstehende Jahr.

Ausblick für den DAX im Jahr 2022

Zunächst sollen an dieser Stelle einige Grafiken gezeigt werden, auf denen meine Annahme für das kommende Jahr beruhen. Als erstes betrachten wir uns die Nachwahljahre in denen zuvor eine Bundestagswahl stattgefunden hatte. In diesen Jahren ging es zunächst verhalten los und die Notierungen waren von Gewinnmitnahmen geprägt. Ab Ende März konnte sich aber eine solide Aufwärtsbewegung etablieren. Diese wurde nur von einer Seitwärtsbewegung im Oktober unterbrochen. Würde man nur diese Statistik zu Rate ziehen, wäre die Entscheidungsfindung einfach. 

DAX nur Bundestagsnachwahljahre seit 1988 

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Es muss aber auch ein Blick auf die USA geworfen werden, da die US-Märkte einen gewissen Einfluss auf den deutschen Markt haben. So sehen Sie hier die typisch statistische Bewegung des DAX in US-Präsidentschaftszwischenwahljahre. Diese haben ein ganz anderes Aussehen, als es der Dow Jones über die Jahre generiert hat. Es fällt auf, dass der DAX in solchen Jahren von April bis Oktober eine deutlich sichtbare Schwäche aufgewiesen hat. Dies war in sieben der letzten acht US-Zwischenwahljahren der Fall. Ebenso zur statistischen Wahrheit gehört aber auch, dass die Bewegungen in den letzten vier dieser Jahre im genannten Zeitraum kaum größere Bewegungen stattgefunden haben. Daher sollte diese Grafik nicht überbewertet werden.  

DAX nur US-Präsidentschaftszwischenwahljahre seit 1988

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Auch der Blick auf den Verlauf eines DAX-Jahres ohne Einschränkung durch Wahlzyklen sei an dieser Stelle erlaubt. Hier ist eine deutliche Ähnlichkeit mit den Bundestagsnachwahljahren im DAX zu beobachten. Der verhaltene Jahresauftakt bis Ende März ist ebenso zu erkennen, wie die deutliche Anstiegsbewegung bis in den Sommer. Anders als in den Bundestagsnachwahljahren endet diese Bewegung bereits im Juli und wird von einer Korrekturbewegung bis Anfang Oktober abgelöst. Dies war im nun ablaufenden Jahr auch so zu beobachten. Die beiden schwächsten Monate des Jahres werden hier mit dem August und September ausgewiesen. Als Randnotiz darf an dieser Stelle erwähnt werden, dass Montags und Dienstags statistisch die bester Performance generiert wird. Dies hat gleichwohl keinen Einfluss auf die Jahresstatistik, sondern soll nur nebenbei erwähnt sein.  

DAX Jahresverlauf seit 1988

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Der Ausblick könnte somit in diesem Jahr auf Basis der genannten Parameter wie unten dargestellt aussehen. Dabei muss immer wieder betont werden, dass es sich hier nicht um eine Jahresendprognose von 17.000 Punkten zum Jahresschluss handelt. Es geht aber darum, dass der DAX gemäß der Statistik auf einem Jahrestop schließen könnte. Diese statistische Beurteilung beruht, wie der Name schon sagt, ausschließlich auf der Statistik. Da in den besagten Jahren der Jahresstart verhalten verlaufen ist, könnte es auch im kommenden Jahr so aussehen. Die Anstiegsbewegung und die anschließende Korrektur stellen ebenso nur Wahrscheinlichkeiten dar, wie die Jahresendrallye, die bereits im Oktober beginnen könnte. 

Es ist darauf zu achten, dass es auch Phasenverschiebungen geben kann. Dies bedeutet, dass ein unerwartet positiver Jahresauftakt die Anstiegsbewegung von April bis Sommer vorwegnehmen kann. Entsprechend könnte dann auch die Korrekturbewegung früher einsetzen. Zunächst ist aber das nachfolgende Bild die Erwartung der Bewegungen für 2022. 

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Der dargestellte Verlauf ist wie immer nicht als Punktvoraussage oder gar Jahresendstandsprognose zu verstehen, sondern soll lediglich die erwartete Tendenz aufzeigen.

Ausblick für Gold 2022

Auf Gold wartet in einem US-Präsidentschaftszwischenwahljahr meist eine erfreuliche Bewegung. Von Januar bis Mai ziehen die Notierungen statistisch betrachtet eher etwas an. Der Korrekturbewegung von Mai bis Juli folgt dann eine kontinuierliche Aufwärtsbewegung bis zum Jahresende. Somit sind die Aussichten für Gold recht positiv, was auch zu einer gestiegenen Inflationserwartung passen würde. 

Gold im US-Zwischenwahljahr seit 1969

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