The Trade Desk - Warum Cathie Wood gerade jetzt auf diese angeschlagene Aktie setzt

Veröffentlicht am 16.08.2025, 14:29

Nach den Q2-Ergebnissen am Donnerstag letzter Woche brach The Trade Desk (NASDAQ:TTD) um 38,5 % ein – eine Bewegung, die an den schwachen Februar erinnert. Die ARK-ETFs von Cathie Wood nutzten den Kurseinbruch jedoch als Kaufchance und sicherten sich insgesamt mehr als 738.000 Aktien des Werbeunternehmens.

Konkret kaufte der ARK Innovation (NYSE:ARKK) ETF 535.292 Aktien, der ARK Next Generation Internet ETF weitere 203.075. Für TTD ist es damit bereits der siebte Kauf in Folge seit Anfang November 2024 (für ARKK der sechste), womit die Gesamtbeteiligung beider Fonds nun bei 113,54 Mio. USD liegt.

Tesla (NASDAQ:TSLA) bleibt mit einem Portfoliogewicht von 10,56 % bei ARKK und 7,94 % bei ARKW die größte Position. Seit seiner Auflegung erzielte ARKW eine Rendite von 807,40 %, ARKK liegt bei 286,53 %. Doch angesichts eines Kursrückgangs der TTD-Aktie von fast 43 % innerhalb eines Jahres und zwei enttäuschender Quartalsergebnisse in Folge stellt sich die Frage: Sollten Anleger den Schritten dieser aktiv gemanagten ETFs tatsächlich folgen?

Das Geschäftsmodell von The Trade Desk

The Trade Desk betreibt eine Echtzeit-Gebotsplattform für digitale Werbeschaltungen. Über Omnichannel – also Display-, Mobile-, Video-, Audio- und Digital-Out-of-Home-Medien (DOOH) – können Kunden Kampagnen starten, ausrichten und optimieren. Dafür berechnet Trade Desk eine prozentuale Gebühr auf die jeweiligen Werbeausgaben.

Im Fachjargon nennt man das eine Demand-Side-Plattform (DSP): Sie bündelt die Preise für Werbeschaltungen aus verschiedenen Netzwerken in einer einzigen Benutzeroberfläche. Zusätzlich setzt das Unternehmen maschinelles Lernen ein, um demografische Daten, Interessen und Verhalten zu analysieren und so den Einsatz des Anzeigeninventars seiner Kunden zu optimieren.

Auf den ersten Blick klingt das Konzept sehr überzeugend. Das Problem: Sowohl Amazon (NASDAQ:AMZN) Ads als auch Google (NASDAQ:GOOGL) Marketing Platform bieten innerhalb ihrer eigenen, riesigen Ökosysteme einfach zugängliche Alternativen. Außerdem gibt es noch die Adobe (NASDAQ:ADBE) Advertising Cloud, die im Abonnement mit einer breiten Palette an Content-Editing-Tools gebündelt ist.

Und obwohl der Amazon Ad Server (nach der Übernahme von Sizmek umbenannt) Ende 2024 eingestellt wurde, baut Amazon das Werbegeschäft rund um Amazon Prime weiter aus – unter anderem durch die exklusive Partnerschaft mit Roku (NASDAQ:ROKU) im Connected-TV-Bereich (CTV), die Mitte Juni geschlossen wurde. In der jüngsten Telefonkonferenz erwähnte Trade-Desk-CEO Jeff Green Amazon gleich zweimal, insbesondere in Bezug auf dessen geschlossenes System und die problematische Messung der eigenen Performance.

„Wir glauben, dass es im besten Interesse jedes Retailunternehmens (einschließlich Amazon) ist, dass die Messung des offenen Internets auf etwas basiert, das überprüfbarer, unabhängiger und transparenter ist als das, was wir heute sehen.“ – Jeff Green, CEO von The Trade Desk

Aus Greens Sicht ist Amazon daher eher ein langfristiger Partner als ein direkter Konkurrent. Trotzdem stufte das Investmenthaus Jefferies die TTD-Aktie von „Buy“ auf „Hold“ herab und senkte das Kursziel von 100 auf 50 USD je Aktie.

Hauptgrund für die Herabstufung: die Umsatzprognose von Trade Desk für Q3 liegt nur bei +14 %. Zum Vergleich: Amazons Werbeeinnahmen stiegen im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 22 % auf 15,69 Mrd. USD.

The Trade Desk ist weiterhin profitabel

The Trade Desk ist seit 2013 profitabel und überschritt 2021 erstmals die Umsatzmarke von 1 Mrd. USD. Im Jahr 2024 erzielte das Unternehmen 2,4 Mrd. USD. Für das 2. Quartal 2025, das im Juni endete, meldete Trade Desk einen Umsatz von 694 Mio. USD – ein Plus von 19 % gegenüber dem Vorjahresquartal.

Damit lag das Ergebnis über der FactSet-Schätzung von 685 Mio. USD. Die Prognose für den Gewinn pro Aktie (EPS) blieb mit 41 Cents unverändert. Interessant ist, dass sich das Unternehmen in seiner Quartalspräsentation selbst als „befähigend, nicht disruptiv“ bezeichnet – ein Ansatz, der nicht ganz zur disruptiven Anlagethese von Cathie Wood passt.

Dieser Standpunkt hängt stark mit der Beziehung zu Amazon zusammen. Trotz der CTV-Partnerschaft zwischen Amazon und Roku sieht Trade Desk diesen Bereich als den am schnellsten wachsenden Kanal mit erheblichem internationalem Potenzial – vor dem Hintergrund eines erwarteten, insgesamt adressierbaren Werbemarktes von 1 Bio. USD.

Neben Jefferies hat auch Bank of America Securities die TTD-Aktie herabgestuft – von „Buy“ auf „Underperform“ – und das Kursziel von 130 USD auf 55 USD gesenkt. Wie schon erwähnt, sind die Prognosen für das 3. Quartal der Hauptgrund, auch wenn die Schätzungen bei mindestens 717 Mio. USD lagen.

Kurz gesagt: Die steigende Rentabilität von Trade Desk wird zwar weiterhin erwartet, aber einige Analysten sehen das Unternehmen nicht mehr als führenden Disruptor.

Kursziele für TTD

Seit Jahresbeginn hat die TTD-Aktie 54,7 % an Wert verloren und seit dem Allzeithoch von 139,52 USD Ende 2024 deutlich an Attraktivität eingebüßt. Mit einem aktuellen Kurs von 53,22 USD liegt sie fast 50 % unter dem 52-Wochen-Durchschnitt von 93,18 USD pro Aktie.

Trotzdem sehen die Prognosedaten des WSJ das durchschnittliche Kursziel für TTD bei 79,97 USD – also über dem aktuellen Niveau. Die niedrigste Schätzung liegt bei 45 USD, die höchste bei 135 USD.

Geht man nach dem erneuten Einstieg von Cathie Wood, könnte dieses Kursniveau genau der richtige Zeitpunkt sein, um ins DSP-Geschäftsmodell einzusteigen.

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