Die beste KI-Aktie im März (+46% in 3 Wochen)
Sollten sich die globalen Märkte auf dem aktuellen Niveau bis Silvester behaupten, dürfte diese breit angelegte Rallye zweifellos in die Geschichtsbücher eingehen. Die entscheidende Frage lautet nun, ob die auf einem idealen Marktumfeld basierenden Kurse auch im 4. Quartal Bestand haben werden.
Die Stimmung der Anleger spricht derzeit klar für ein „Ja“. Ein Blick auf verschiedene ETFs zeigt: Alle großen Anlageklassen liegen seit Jahresbeginn im Plus. Angeführt wird die Entwicklung von Aktien aus Industrieländern außerhalb der USA (VEA), die bis zum Handelsschluss am Freitag (5. September) um nahezu 25 % gestiegen sind.

Die Bullen bleiben für den kurzfristigen Ausblick optimistisch – nicht zuletzt, weil sie erwarten, dass die US-Notenbank auf ihrer Sitzung in der kommenden Woche mit Zinssenkungen beginnt. Eine Lockerung der Geldpolitik gilt weithin als zusätzlicher Impulsgeber für die Märkte.
Eine Analyse von Bloomberg Intelligence untermauert diese Einschätzung: Historisch gesehen haben Zinssenkungen der Fed im September – sofern die Wirtschaft nicht in einer Rezession steckte – regelmäßig Aufschwünge des S&P 500 ausgelöst.

Die US-Wirtschaft befindet sich derzeit nicht in einer Rezession, sodass die erwarteten Zinssenkungen im September zunächst ermutigend wirken. Das GDPNow-Modell der Atlanta Fed prognostiziert für das 3. Quartal ein kräftiges Wachstum des BIP von 3,0 %. Auch der wöchentliche Wirtschaftsindex der Dallas Fed vom 30. August sieht keine akute Gefahr einer schrumpfenden Wirtschaft.
Allerdings haben die schwachen Arbeitsmarktdaten für August am Freitag die Rezessionssorgen neu entfacht. Das Vertrauen in die wirtschaftliche Stärke ist daher nicht ungetrübt. Verstärkt wird die Unsicherheit durch eine Abwärtskorrektur: Für Juni wurde nun ein leichter Rückgang der Beschäftigung ausgewiesen – der erste monatliche Jobverlust seit Beginn der Pandemie im Jahr 2020.
„Der Arbeitsmarkt stagniert zunehmend“, sagte Diane Swonk von KPMG. „Es ist nie ein gutes Zeichen, wenn die Beschäftigung ins Minus rutscht. Und das waren die ersten roten Zahlen seit Dezember 2020, auf dem Höhepunkt der Delta-Welle [des Coronavirus], als die Wirtschaft beinahe in eine Double-Dip-Rezession abglitt.“

Einige Stimmen behaupten bereits, die USA befänden sich in einer Rezession. Diese Einschätzung wirkt jedoch verfrüht, wie die aktuelle Analyse des US Business Cycle Risk Report – einer Schwesterpublikation von CapitalSpectator.com – zeigt. Gleichzeitig deuten neue Prognosen darauf hin, dass die konjunkturelle Belebung im Sommer ihren Höhepunkt erreicht haben könnte. Darauf weisen die jüngsten Vorausberechnungen des Economic Trend Index (ETI) und des Economic Momentum Index (EMI) bis Oktober hin.
Beide Indikatoren liegen zwar weiterhin über den Schwellenwerten, die eine Rezession signalisieren würden (50 % für den ETI und 0 % für den EMI). Doch zeigen beide erneut eine Abschwächung – was darauf hindeutet, dass das Wachstum nachlassen dürfte.
Wie stark sich diese Verlangsamung ausprägt, bleibt allerdings offen.

Die Märkte selbst zeigen sich bislang kaum beunruhigt. Die Unsicherheit ist dennoch real – und angesichts der Zölle alles andere als gering. Das überrascht nicht, doch zwei zentrale Fragen bleiben: Werden die Zölle das Wachstum bremsen und/oder die Inflation anheizen?
Eine eindeutige Antwort darauf ist derzeit schwer möglich – es sei denn, man verlässt sich auf Mr. Market.
