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Veränderte Ölimporte: Die Abhängigkeit Europas von den USA und Saudi-Arabien nimmt zu

Von Ellen R. Wald, Ph.D.Rohstoffe23.03.2023 16:20
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Veränderte Ölimporte: Die Abhängigkeit Europas von den USA und Saudi-Arabien nimmt zu
Von Ellen R. Wald, Ph.D.   |  23.03.2023 16:20
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  • Europa hat seine Quellen für Rohöl diversifiziert, allerdings zu höheren Kosten
  • Saudi-Arabien und die USA haben als Rohöllieferanten an Bedeutung gewonnen
  • Die Einfuhren von Diesel aus Russland sind ebenfalls erheblich zurückgegangen, die Saudis haben die Lücke gefüllt

Ich habe mich bereits damit befasst, wie die Sanktionen gegen russisches Rohöl und russische Erdölprodukte die Ölmärkte verändern. Meine Analysen konzentrierten sich hauptsächlich auf die neuen Märkte, die Russland für seine Ölexporte geöffnet hat.

In der heutigen Kolumne soll untersucht werden, wie sich die europäischen Ölimporte seit den Sanktionen verändert haben und welche geopolitischen Auswirkungen dies haben könnte. Händler sollten sich darüber im Klaren sein, wie sich die Ströme von Rohöl und Diesel verlagern und wie die Märkte auf diese Veränderungen reagieren.

Im Jahr 2021 stammte ein Viertel der Ölimporte der EU aus Russland. Das betraf sowohl Einfuhren auf dem Seeweg als auch Einfuhren über die Druschba-Pipeline. 10 % kamen aus Norwegen, 9 % aus den Vereinigten Staaten, 8 % aus Kasachstan, 8 % aus Libyen, 7 % aus dem Irak und 5 % aus Saudi-Arabien und dem Vereinigten Königreich. Die verbleibenden 16 % kamen von einer Vielzahl anderer Produzenten, deren Anteile kleiner als 5 % waren.

Seit der Einführung der Sanktionen hat die EU ihre Ölbezugsquellen erheblich diversifiziert. Im 3. Quartal 2022 deckte Russland nur noch 15 % des europäischen Rohölbedarfs. Die Einfuhren aus den USA stiegen auf 12 % und die Einfuhren von saudi-arabischem Öl auf 9 %. Die meisten anderen Importe blieben in etwa gleich, wobei die Kategorie "Sonstige" auf 24 % anschwoll.

Obwohl die Rohölquellen Europas jetzt vielfältiger sind, was der Energiesicherheit zugute kommt, stammen sie aus viel weiter entfernten Ländern. Dadurch wird das Öl für die europäischen Importeure immer teurer.

Die Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien sind zu wichtigeren Akteuren auf dem europäischen Rohölmarkt geworden, was Europa anfälliger für Veränderungen in der US-amerikanischen Bohr- und Energiepolitik und Veränderungen in der OPEC-Politik macht. Das US-Ölangebot dürfte 2023 zurückgehen, unter anderem weil die US-Rohölexporte in den Jahren 2021 und 2022 durch die Freigabe von Rohöl aus der strategischen Erdölreserve (SPR) gestützt wurden.

Weitere Freisetzungen sind zum jetzigen Zeitpunkt unwahrscheinlich. Die einzige Möglichkeit für Europa, seine Importe aus den USA zu erhöhen, besteht darin, dass ein von Senator Marco Rubio eingebrachter Gesetzentwurf zum Verbot von Ölexporten aus den USA nach China angenommen und unterzeichnet wird. Im Moment sieht das nicht danach aus, aber wenn die unfreundlichere Stimmung der USA gegenüber China weiter zunimmt, wächst auch das Potenzial für ein Verbot von Ölexporten nach China.

Da die Ölexporte der USA nach Europa gestiegen sind, sind die Ölausfuhren der USA nach Kanada zurückgegangen. Kanada war seit 2015, als das Ölexportverbot aufgehoben wurde, das wichtigste Zielland für US-Ölexporte. Aktuell ist Kanada auf Platz 4 zurückgefallen.

Das ist nicht unbedingt eine negative Entwicklung, aber geopolitische Beziehungen können sich auch ändern, wenn sich die Handelsbilanzen verschieben. Europa ist nun anfälliger für politische und militärische Bedenken im Nahen Osten und bei Rohöl stärker von den USA abhängig.

Was Diesel betrifft, so sind die europäischen Importe von Diesel aus Russland seit der Einführung der Sanktionen im Jahr 2023 deutlich zurückgegangen. Im Jahr 2021 machte russischer Diesel 27 % der europäischen Dieselimporte aus.

Dieser Anteil ist nun auf 2 % eingebrochen. Die Einfuhren von Diesel aus Saudi-Arabien haben enorm zugenommen, um die Lücke aus Russland zu schließen. Die Einfuhren von saudischem Diesel nach Nordwesteuropa stiegen im Februar 2023 auf 202.000 bpd. Auch die Einfuhren aus China und Südkorea, die zuvor nur wenig Diesel nach Europa geliefert hatten, nahmen zu, ebenso wie die Einfuhren aus Indien.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass das zur Herstellung dieses Diesels verwendete Rohöl aus Russland stammt, da Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, China, Indien, Indonesien und die Türkei allesamt russisches Rohöl importieren und es zu Produkten raffinieren, die sie anschließend an Europa und andere Länder verkaufen, die kein russisches Rohöl mehr kaufen.

Das ist gemäß der Sanktionspolitik akzeptabel, und die Händler können davon ausgehen, dass diese Industrie - die Raffination von russischem Öl für den Verkauf an Europa und die USA - wachsen wird, da es nicht so aussieht, als würden die Sanktionen gegen Russland in naher Zukunft aufgehoben werden.

***

Offenlegung: Die Autorin hält derzeit keine der in diesem Artikel genannten Anlagen.

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Kommentare (2)
Mike Count
Mike Count 25.03.2023 11:12
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das sind Sanktionen? Wie kann man so dumm sein?🙈
Andre Butsch
Andre Butsch 25.03.2023 10:13
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Läuft alles nach Plan. Der Vasall Deutschland muss das Dollarreich am Leben erhalten. Und wenn es ihn sein eigenes kostet.
 
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