Weihnachtszeit ist Aktienzeit. Obwohl eine US-Rezession für die Wall Street immer noch realistisch ist, deuten Prognosen auf einen Anstieg der Ausgaben um bis zu 14 % in der Weihnachtszeit hin. Dies kann dazu beitragen, größere Gewinne für Aktien zu erzielen, die in den Feiertagsmonaten normalerweise eine bessere Leistung aufweisen. In welche Aktien und ETF investieren, um von der sogenannten Santa Clause Rallye zu profitieren? Diese und weitere Fragen werden im folgenden Beitrag beantwortet.
(Abbildung: Forbes)
Was ist die Santa Clause Rallye?
Die Santa Claus Rallye, auch „Weihnachtsrallye“ genannt, ist ein Börsenphänomen, bei dem es in den letzten Handelstagen des Jahres - typischerweise zwischen Weihnachten und Neujahr - zu einem Anstieg der Aktienkurse kommt. Dieser Anstieg wird mit dem Glauben verbunden, dass die Feiertage und die positive Stimmung zum Jahresende die Anleger dazu bringen, vermehrt Aktien zu kaufen.
Manche Analysten betrachten die Santa Claus Rallye auch als Teil eines allgemeinen saisonalen Musters. Zum Beispiel können saisonale Trends auf jahreszeitliche Schwankungen oder bestimmte Ereignisse wie Feiertage zurückzuführen sein. Ein klassisches Beispiel ist die „Sell in May and go away“-Strategie, die besagt, dass Anleger im Mai ihre Aktien verkaufen und erst im Herbst wieder einsteigen sollten, da die Sommermonate historisch betrachtet schwächere Renditen aufweisen.
Wie verlässlich ist die Santa Clause Rallye?
Anleger sollten sich nicht allein auf die Santa Claus Rallye verlassen, um Anlageentscheidungen zu treffen, da die Märkte unvorhersehbar sind und sich aufgrund verschiedener Faktoren entwickeln können. Es ist wichtig, eine umfassende und fundierte Anlagestrategie zu haben, die nicht nur auf kurzfristigen Trends basiert.
Shanna Strauss-Frank, Network Development Manager bei Freedom Finance Deutschland, sagt hierzu Folgendes: „Im Vorgriff auf die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage, die traditionell sowohl für die Börse als auch für Investoren eine günstige Zeit darstellen, zeichnet sich die erwartete ‚Santa Clause Rallye‘ ab. Dieses Phänomen geht normalerweise mit einem allmählichen Anstieg des Aktienmarktes im Laufe des vierten Quartals einher und erreicht seinen Höhepunkt Ende Dezember, wenn die Aktienkurse ihren Höchststand erreichen. Den Daten zufolge kam es seit 1950 in 79 % der Fälle zu einer Santa Clause Rallye. Anleger warten sehnsüchtig auf diesen Anstieg zum Jahresende, der oft ihre Portfolios stärkt und professionelle Händler berücksichtigen das Phänomen oft bei der Berechnung der Jahresendboni. Angesichts des jüngsten Rückgangs der Aktienkurse im August wird die Rallye besonders begrüßt.
Darüber hinaus tragen Feiertagskäufe zum Jahresende traditionell zum Umsatzwachstum des Einzelhandels und anderer Unternehmen bei und führen dementsprechend auch zu einem Anstieg der Aktienkurse. Erfreulicherweise deutet die Prognose von Deloitte darauf hin, dass die jährlichen Weihnachtsausgaben im Einzelhandel in diesem Jahr zum ersten Mal das Niveau vor der Pandemie übertreffen werden: Der Durchschnittsverbraucher wird voraussichtlich 1.652 US-Dollar für Geschenke ausgeben, was einem Anstieg von 14 % gegenüber 2022 entspricht.“
Welche Branchen profitieren von der Weihnachtsrallye?
Während der Weihnachtsrallye können verschiedene Arten von Unternehmen von erhöhten Umsätzen oder einer stärkeren Aktivität profitieren. Geschäfte, die Geschenke, Dekorationen, Spielzeug und andere Weihnachtsartikel verkaufen, können während der Feiertage von einer gesteigerten Nachfrage profitieren. Bekannte Einzelhändler, sowohl online als auch stationär, erleben oft eine Zunahme ihrer Umsätze.
Mit dem Anstieg des Online-Shoppings während der Feiertage können auch E-Commerce-Plattformen und Online-Marktplätze von der gesteigerten Nachfrage nach Geschenken und anderen Artikeln profitieren. Unternehmen, die sich auf die Lieferung und den Versand von Waren spezialisiert haben, erleben dementsprechend während der Weihnachtszeit ebenfalls eine erhöhte Aktivität, um die gesteigerte Nachfrage nach Paketen und Lieferungen zu bewältigen.
(Abbildung: SeekingAlpha)
Lohnt es sich wirklich, in der Weihnachtszeit zu investieren?
Falls Sie die diesjährige Weihnachtssaison nicht genutzt haben, um in Aktien zu investieren, bietet sich Anfang 2024 ein weiteres, profitables Zeitfenster. Hier kommt der Sell-in-May-Effekt ins Spiel.
Dieser Effekt basiert auf der Beobachtung, dass die Aktienmärkte historisch betrachtet während der Sommermonate tendenziell schwächer sind. Investoren könnten demnach im Mai ihre Aktien verkaufen und erst im Herbst wieder in den Markt einsteigen, um die potenziell niedrigeren Renditen in den Sommermonaten zu umgehen.
Während dieser Zeit des Jahres ändert sich oft das Konsumverhalten der Verbraucher. Unternehmen, die von dieser Veränderung profitieren könnten, umfassen Einzelhändler, die sich auf den Herbst- und Winterbedarf spezialisieren, wie beispielsweise Bekleidungsgeschäfte für Herbst- und Wintermode oder Unternehmen, die Produkte für die bevorstehende Ferienzeit anbieten.
Die folgende Abbildung zeigt den Kursgewinn oder -verlust in allen 12 Monaten auf.
(Abbildung: Capital.com)
Fazit: Die Zeichen stehen gut, im Dezember und im Neujahr zu investieren
Die Statistiken machen deutlich: Es kann überaus profitabel sein, im Dezember und zu Beginn des neuen Jahres zu investieren. Während dieser Zeit könnten saisonale Trends und die traditionelle Neujahrsstimmung den Aktienmarkt beeinflussen, sodass Aktionäre profitieren.
Anleger sollten diese Phase daher nutzen, um von den möglichen positiven Entwicklungen und der historischen Dynamik zum Jahresende bzw. Jahresanfang zu profitieren. Es bleibt jedoch wichtig, dies als Teil einer umfassenden Anlagestrategie zu betrachten und ein breit diversifiziertes Handelsportfolio anzulegen, um mögliche Risiken bestmöglich auszugleichen.