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Deutsche Anleihen steigen - Entspannung in Südeuropa

Wirtschaft 15.06.2022 09:30
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen sind am Mittwoch im frühen Handel im Kurs gestiegen. Deutlich stärkere Gewinne verzeichneten dabei südeuropäische Staatstitel, nachdem bekannt wurde, dass sich der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittwoch zu einer Sondersitzung treffen will. Die Sitzung soll um 11 Uhr beginnen.

Der für den deutschen Markt richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future stieg zuletzt um 0,65 Prozent auf 143,51 Punkte. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten mit 1,71 Prozent und damit in der Nähe ihres am Vortag markierten achtjährigen Höchststands.

Staatsanleihen aus Italien, Spanien, Portugal und Griechenland legten im Kurs noch deutlicher zu. Im Gegenzug fielen die Renditen und die Zinsaufschläge gegenüber Bundeswertpapieren deutlich zurück. In Italien sank die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen um 0,3 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent. Am Vortag war sie mit 4,1 Prozent auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2013 gestiegen.

Laut einem EZB-Sprecher sollen in der Sondersitzung die aktuellen Marktbedingungen besprochen werden. In den vergangenen Tagen waren die Zinsen an den Kapitalmärkten stark gestiegen, während sich die Aktienmarktstimmung deutlich verschlechterte. Analysten nannten als Hauptgrund die straffere Geldpolitik der US-Notenbank Fed, aber auch die Aussicht auf Zinserhöhungen der EZB. Die EZB will im Juli erstmals seit elf Jahren ihre Leitzinsen anheben, um gegen die hohe Inflation vorzugehen.

Der Mittwoch steht im Zeichen der US-Geldpolitik. Am Abend gibt die Federal Reserve neue Entscheidungen bekannt. Die Währungshüter dürften ihren Kampf gegen die hohe Inflation fortsetzen, möglicherweise sogar intensivieren. Analysten rechnen mehrheitlich mit einer deutlichen Zinsanhebung um 0,5 Prozentpunkte. An den Finanzmärkten wird sogar auf einen noch größeren Schritt um 0,75 Punkte gesetzt. Aktuell liegt der Leitzins nach zwei Anhebungen im laufenden Jahr um insgesamt 0,75 Punkte bei 0,75 bis 1,0 Prozent.

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