Investing.com - Der US-Dollar ist am Freitag gegenüber dem Euro abgerutscht, nachdem sich gezeigt hatte, dass die US-Wirtschaft im ersten Quartal geschrumpft ist. Die jüngsten Anzeichen einer Erholung haben jedoch die Erwartungen auf steigende Zinsen gestützt.
Das amerikanische Handelsministerium meldete, dass das US-Bruttoinlandsprodukt in den ersten drei Monaten des Jahres mit einer Jahresrate von 0,7% geschrumpft ist, anstelle der ersten Schätzung entsprechend um 0,2% zu wachsen. Damit hielt sich die Wirtschaft aber immer noch besser als von den Wirtschaftsforschern erwartet, die einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1% vorhergesagt hatten.
Der EUR/USD Kurs lag im späten Handel um 0,37% im Plus auf 1,0988. Die Gemeinschaftswährung hat den Monat jedoch mit einem Verlust von 1,89% gegenüber dem allgemein stärkeren Dollar beendet.
Die Gemeinschaftswährung steht weiterhin unter Druck, da Athen seine langwierigen Verhandlungen über Reformen gegen Geldzahlungen mit seinen Gläubigern fortgesetzt hat, bevor am 5. Juni eine 305 Millionen Euro umfassende Rückzahlung an den IWF ansteht.
Der Dollar hat den Mai gestärkt hinter sich gelassen, da gute Konjunkturdaten aus den USA die Investoren veranlasst haben, ihre Erwartungen für den Zeitpunkt einer ersten Zinserhöhung durch die Federal Reserve nach vorn zu verlegen.
Gute Konjunkturberichte zur Inflation, den Umsätzen mit Neuimmobilien, den Geschäftsinvestitionen und dem Konsumklima im laufenden Monat lassen allesamt vermuten, dass die Wirtschaft nach einem schwachen ersten Quartal an Fahrt gewonnen hat.
Der Dollar hat die Woche auf einem 12-Wochenhoch gegenüber dem Yen beendet, mit dem USD/JPY Kurs auf 124,15. Der Kurs beendete die Woche mit einem Zuwachs von 2,13% und verzeichnete einen Monatsgewinn von 3,32%.
Der US-Dollarindex, welcher den Kurs des Dollars gegenüber einem gewichteten Korb aus sechs anderen Leitwährungen verfolgt, hat zu Handelsschluss 96,94 nachgegeben und sich damit von seinem Fünfwochenhoch vom Mittwoch von 97,88 weiter entfernt. Der Index hat die Woche mit einem Zugewinn von 0,92% beendet und damit seinen Zuwachs im Monat auf 2,35% erhöht.
Ansonsten hat der neuseeländische Dollar am Freitag schwere Verluste erlitten, mit dem NZD/USD Kurs um 0,99% im Minus auf 0,7104, seinem niedrigsten Stand seit August 2010.
Der Absturz der neuseeländischen Währung setzte ein, nachdem schwächer als erwartet ausgefallene Zahlen zum Geschäftsklima am Markt Erwartungen geweckt haben, dass die Zentralbank des Landes die Zinsen senken könnte.
In der kommenden Woche werden die Anleger den US-Beschäftigungsbericht vom Freitag genau unter die Lupe nehmen, um etwaige Anzeichen auf eine Verbesserung des Arbeitsmarktes entdecken zu können. Die Zentralbanksitzungen in der Eurozone, Großbritannien und Australien werden ebenfalls im Mittelpunkt stehen.
Vor Beginn der kommenden Woche hat Investing.com eine Liste dieser und anderer Ereignisse zusammengestellt, die die Märkte beeinflussen könnten.
Montag, den 1. Juni
China veröffentlicht amtliche Zahlen zum Wachstum im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor, sowie den endgültigen Wert des HSBC Index zum produzierenden Gewerbe.
Australien legt Zahlen zu Baugenehmigungen vor.
Deutschland veröffentlicht vorläufige Daten zur Entwicklung in der erzeugenden Industrie. In der Euro-Zone werden endgültige Daten zum Wachstum im produzierenden Gewerbe veröffentlicht.
Großbritannien legt Zahlen zur Lage im produzierenden Gewerbe vor.
Später wird das Institute of Supply Management Zahlen zur Industrieproduktion herausgeben.
Dienstag, den 2. Juni
Die australische Notenbank gibt den Leitzins bekannt und publiziert ihren Bericht zur Geldpolitik, welcher das konjunkturelle Umfeld und weitere Faktoren, die die Entscheidung der Bank beeinflussten, erläutert.
Australien veröffentlicht seine Zahlungsbilanz.
Japan legt einen Bericht zu den verfügbaren Durchschnittseinkommen vor.
In der Eurozone werden vorläufige Zahlen zur Verbraucherpreisinflation erscheinen, während Spanien und Deutschland ihre neuesten Beschäftigungsberichte herausgeben werden.
Großbritannien publiziert Daten zur Lage auf dem Bau und zur Nettokreditvergabe.
In den USA werden Zahlen zu den Auftragseingängen für Fabrikgüter erscheinen.
Mittwoch, den 3. Juni
Japan veröffentlicht vorläufige Zahlen zum Wirtschaftswachstum im ersten Quartal.
China veröffentlicht den endgültigen Wert des HSBC Index zum Dienstleistungssektor.
In der Eurozone werden korrigierte Zahlen zur Wirtschaftsleistung des Dienstleistungssektors, als auch Daten zu den Einzelhandelsumsätzen und der Arbeitslosenquote veröffentlicht.
Die Europäische Zentralbank gibt ebenfalls ihre Entscheidungen zur Geldpolitik bekannt. Anschließend gibt es eine Pressekonferenz mit EZB-Präsident Mario Draghi.
Großbritannien legt Zahlen zur Entwicklung im Dienstleistungssektor vor.
In den USA wird der ADP Bericht zum Stellenwachstum im Privatsektor herausgegeben.
Sowohl die USA als auch Kanada veröffentlichen ihre Handelsbilanz, während das Institute of Supply Management einen Report zur Lage im amerikanischen Dienstleistungssektor veröffentlicht.
Donnerstag, den 4. Juni
Australien gibt Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen und zur Handelsbilanz heraus.
Die Bank of England verkündet den offiziellen Leitzins.
Die USA publizieren ihren wöchentlichen Bericht zu den Erstanträgen auf Arbeitslosengeld.
Kanada publiziert außerdem den Ivey-Einkaufsmanagerindex.
Freitag, den 5. Juni
Im Euroraum veröffentlicht Deutschland Zahlen zu den Auftragseingängen in der erzeugenden Industrie.
Die Schweizer Nationalbank publiziert Zahlen zu ihren Währungsreserven. Diese sind wichtig, um eine Vorstellung von der Größe der Eingriffe der Bank am Devisenmarkt zu bekommen.
Kanada gibt seinen monatlichen Arbeitsmarktbericht heraus.
Die USA runden die Woche mit den genau beachteten Zahlen den Lohnempfängern außerhalb der Landwirtschaft, der Arbeitslosenquote und dem Durchschnittseinkommen an.