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Aktien New York Schluss: Rekordindizes geraten unter Druck

Veröffentlicht am 08.03.2024, 22:28
Aktualisiert 08.03.2024, 22:30
© Reuters
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NEW YORK (dpa-AFX) - Nach zuletzt zwei Tagen mit teils deutlichen Gewinnen sind die US-Börsen (ETR:SXR4) am Freitag vorerst an ihre Grenzen gestoßen. Die anfangs rekordhohen Indizes S&P 500 und Nasdaq 100 haben im Verlauf Federn gelassen. US-Arbeitsmarktdaten festigten im Gesamtbild zwar zunächst die Markterwartung einer Leitzinssenkung im Juni. In der Folge setzten aber Gewinnmitnahmen ein.

Der Nasdaq 100 schraubte seinen Rekord zunächst auf knapp 18 417 Zähler nach oben, büßte dann aber 1,53 Prozent auf 18 018,45 Punkte ein. Für den marktbreit gefassten S&P 500 ging es nach dem ersten Sprung bis auf 5189 Punkte noch um 0,65 Prozent bergab auf 5123,69 Zähler. Beide Indizes verbuchten damit Wochenverluste: Während sie beim S&P 500 relativ knapp waren, fielen sie beim Nasdaq 100 mit eineinhalb Prozent besonders deutlich aus.

Der Dow Jones Industrial war den Schwankungen am Freitag nur wenig ausgesetzt, bei den dort enthaltenen Standardwerten blieben die Anleger relativ gelassen. An sie gingen Anleger zuletzt aber auch schon verhaltener ran, denn der bisherige Rekord des Kursbarometers ist zwei Wochen alt. Mit 38 722,69 Punkten schloss der Dow moderat mit 0,18 Prozent im Minus. Auch er kam damit auf eine schwache Wochenbilanz.

Bei den Jobdaten gab es zwar einen unerwartet deutlichen Beschäftigungsanstieg, die Experten der ING (AS:INGA) Bank sahen aber auch Anzeichen einer Abkühlung. Sie verwiesen auf Revisionen der Vormonatswerte nach unten, eine schwache Lohnentwicklung und eine steigende Arbeitslosigkeit. "Diese Einflüsse deuten darauf hin, dass die Lage nicht ganz so robust ist, wie die erste Schlagzeile es vermuten lässt", schrieb der ING-Ökonom James Knightley.

Die Gewinnmitnahmen zeigten sich konform zum Nasdaq 100 vor allem im Technologiesektor. Nach zwei Rallytagen sanken die Aktien des Prozessorherstellers Intel (NASDAQ:INTC) am Dow-Ende um 4,7 Prozent. An der Nasdaq erwischte es die Anleger von Marvell Technology (NASDAQ:MRVL) am heftigsten: Weil der Halbleiterkonzern mit seinen Zahlen enttäuschte, sackte der Kurs um mehr als elf Prozent ab.

Die Chipbranchen-Verluste zeigten sich auch bei Broadcom (NASDAQ:AVGO) , obwohl die vorgelegten Zahlen im Großen und Ganzen die zuletzt hoch geschraubten Erwartungen erfüllten - auch an den Boom mit Künstlicher Intelligenz (KI). Nach dem zuletzt erreichten Rekordniveau reichte der Quartalsbericht aber nicht mehr, um die Anleger weiter für die Aktien zu begeistern. Das Minus wurde auf sieben Prozent ausgeweitet.

Die Anteilsscheine des KI-Lieblings Nvidia (NASDAQ:NVDA) kamen denn auch an ihre Grenzen. Knapp unter der 1000-Dollar-Marke drehten sie ab und rutschten mit 5,6 Prozent ins Minus. Sie konnten sich damit auch nicht mehr weiter an den Marktwert von Apple (NASDAQ:AAPL) annähern. Die Titel des iPhone-Herstellers konterten die Marktschwäche mit einer Erholung um ein Prozent. Apple gewann damit in der Rangliste der wertvollsten Konzerne wieder etwas Abstand zu Nvidia.

Unter den Anlegern von Eli Lilly (NYSE:LLY) kam Unsicherheit auf, wie ein Minus von 2,3 Prozent zeigte. Der Arzneimittelhersteller muss womöglich noch länger auf eine Zulassung seines Alzheimer-Mittels mit dem Wirkstoff Donanemab in den USA warten. Die Arzneimittelaufsicht FDA plant zunächst eine Anhörung mit externen Beratern, wobei es vor allem um Fragen rund um die Sicherheit und die Wirksamkeit der Therapie gehen soll.

Die Eli-Lilly-Nachrichten waren zur Freude der Biogen (NASDAQ:BIIB) -Aktionäre, weil der Wettbewerber seit Juli ein Alzheimer-Medikament auf dem Markt hat. Hier zogen die Aktien um 1,8 Prozent an. "Die kommerziellen Aussichten eines wichtigen Konkurrenten könnten beeinträchtigt werden", schrieb Analyst Brian Abrahams von RBC. Er zeigte sich überzeugt davon, dass das Potenzial des Biogen-Medikaments Leqembi von Anlegern noch nicht vollständig geschätzt wird.

Der Euro erreichte zunächst ein Hoch seit Mitte Januar, kam dann aber mit 1,0936 US-Dollar in etwa auf sein Vortagsniveau zurück. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs noch vor den US-Arbeitsmarktdaten auf 1,0932 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9147 Euro.

US-Staatsanleihen bewegten sich leicht im Plus. Der Terminkontrakt für zehnjährige Anleihen stieg zuletzt um 0,13 Prozent auf 111,80 Punkte. Zeitweise war er noch deutlicher zugelegt. Die Rendite der Staatspapiere mit dieser Laufzeit lag zuletzt bei 4,08 Prozent.


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