Die Aktienmärkte haben zu Monatsbeginn ein Feuerwerk abgebrannt und so konnte der Dow Jones Industrial Average seine gesamten Kursverluste vom Freitag wettmachen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen setzte ihren Anstieg fort und der US-Dollar kletterte gegenüber dem japanischen Yen (USD/JPY) auf den höchsten Stand seit sechs Monaten. Allerdings präsentierte sich der Dollar nicht uneingeschränkt stark, denn die höhere Risikobereitschaft ließ den australischen, neuseeländischen und kanadischen Dollar gegenüber dem Greenback aufwerten.
Es gibt viele Gründe für Investoren, diesen Monat zuversichtlich zu sein. Der Frühling steht vor der Tür und das wärmere Wetter lässt die Gastronomie aus dem Winterschlaf erwachen und bietet ein förderliches Umfeld für Restaurants und Cafés. Darüber hinaus besteht die Hoffnung, dass der Kongress das neue 1,9 Billionen Dollar schwere Hilfspaket noch in diesem Monat billigt. Der Gesetzentwurf wurde vom Repräsentantenhaus angenommen und an den Senat weitergeleitet. Zwar dürften die Demokraten ihren Vorschlag für einen Mindestlohn in Höhe von 15 Dollar fallen lassen, aber das macht den Weg frei für eine Einigung. Schließlich tickt die Uhr und Millionen von Amerikanern werden am 14. März ihr zusätzliches Arbeitslosengeld verlieren, so dass der Kongress schnell eine Einigung finden muss.
Aktuelle Konjunkturberichte aus aller Welt verdeutlichen zudem, dass die Länder die zweite Viruswelle besser überstanden haben als die erste. Trotz strikter Lockdowns wurden die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe in der Eurozone und in Großbritannien per Berichtsmonat Februar nach oben korrigiert. Beide Indizes liegen jetzt deutlich über der Schwelle von 50 Punkten. Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA erreichte im vergangenen Monat dank eines Anstiegs der Auftragseingänge ebenfalls ein 3-Jahres-Hoch. Besonders kräftig war die Nachfrage nach elektronischen Geräten und Möbeln. Jeden Tag lassen sich mehr Menschen gegen COVID-19 impfen, und mit dem sich bessernden Wetter sollten auch die Reisetätigkeit und die Ausgaben zunehmen.
Der australische Dollar war die am besten performende Währung des Tages und diese Stärke stellt ein Problem für die Reserve Bank dar. Gestern Abend überraschte die RBA den Markt, als sie weitere Anleihekäufe im Wert von 4 Mrd. AUD ankündigte. Dies folgt auf einen außerplanmäßigen Kauf von kurzlaufenden Anleihen in Höhe von 3 Mrd. AUD am Freitag. Die Zentralbank ergreift aggressive Maßnahmen, um den Anstieg der Anleiherenditen zu stoppen. Während sich alle auf den Anstieg der US-Treasury-Zinsen und der deutschen Bundesanleihen konzentrieren, erlebten die australischen Renditen einen ähnlichen Anstieg. Anfang Februar lag die Rendite 10-jähriger australischer Staatsanleihen bei 1,12% und am vergangenen Freitag erreichte sie einen Höchststand von 1,91%. Es steht außer Frage, dass die RBA bei ihrer Sitzung heute Abend ihre Besorgnis über steigende Zinsen zum Ausdruck bringen wird. Für einen dauerhaften Aufschwung müssen die Zinsen niedrig bleiben, und um dieses Ziel zu erreichen, muss die RBA entsprechend dovish klingen. Genauso wie steigende Renditen die Erholung bedrohen, tut dies auch eine starke Währung. Der AUD/USD erreichte letzte Woche ein 3-Jahres-Hoch und eine verbale Intervention wäre ein leichtes Mittel, die Rallye zu stoppen.
Obwohl die Einkaufsmanagerindizes der Eurozone und Großbritanniens im Februar nach oben korrigiert wurden, konnten weder der Euro noch das Pfund Sterling von der Risk-On-Rallye profitieren. Renditen sind immer noch der primäre Treiber für Währungen und da deutsche Anleiherenditen den zweiten Tag in Folge fallen, während die US-Renditen steigen, ist es keine Überraschung, dass der EUR/USD sich schwächer entwickelt. Die deutschen Arbeitsmarktzahlen werden morgen zusammen mit dem Verbraucherpreisindex der Eurozone veröffentlicht. Rundum werden Verbesserungen erwartet.
Das Gleiche kann man von den anstehenden BIP-Berichten aus Kanada nicht sagen. Die vierteljährlichen und monatlichen BIP-Zahlen stehen morgen auf der Agenda. Das dritte Quartal war in allen Ländern stark, während das vierte Quartal mehr ein Kampf war. Insbesondere die Verbrauchernachfrage brach ein und die Einzelhandelsumsätze fielen gegen Ende des Jahres erheblich. Der kanadische Dollar befindet sich in einem unermüdlichen Aufwärtstrend, aber schwache BIP-Zahlen könnten die Rallye stoppen und den Weg für eine Erholungsrallye beim USD/CAD ebnen.