Es fällt schwer, mich heute zu entscheiden, worüber ich berichten soll. Angesichts der extremen Kursturbulenzen auf sämtlichen Märkten – Aktien, Devisen, Rohstoffe, Anleihen – gibt es über sehr vieles etwas Wichtiges zu sagen. Aber über alles zu berichten, würde den Rahmen sprengen.
Crash!
Fakt ist: Die Aktienmärkte befinden sich nun in einem Crash. Die Kursentwicklungen sind außer Kontrolle und damit gänzlich unkalkulierbar. Bereits vorgestern hatten die neuen Zölle von US-Präsident Donald Trump weltweit einen Ausverkauf ausgelöst. Die 3 wichtigsten Aktienindizes der USA verzeichneten dabei ihre größten Tagesverluste seit dem Beginn der Corona-Pandemie:
Der Dow Jones verlor fast 4 %. Beim S&P 500 waren es beinahe 5 % und beim Nasdaq 100 sogar 5,4 %. Der Nasdaq Composite kam sogar auf fast 6 % (siehe Charts unten). Einen derartigen prozentualen Rückgang hatte die Nasdaq zuletzt im März 2020 erlitten. Beim Dow Jones und S&P muss man in den Juni desselben Jahres zurückschauen.
Die Unternehmen des S&P 500 verloren damit insgesamt 2,4 Billionen Dollar an Börsenwert. Damit erlitten sie ebenfalls den größten Tagesverlust seit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie und dem darauffolgenden Einbruch der globalen Märkte vom 16. März 2020.
China kündigt Vergeltungszölle an
Gestern setzte sich die Talfahrt fort. Dabei beschleunigte sich die Abwärtsbewegung gestern noch einmal, als China Gegenmaßnahmen zu den neuen US-Zöllen verkündete. Auf alle US-Waren soll ab dem 10. April ebenfalls ein Importzoll von 34 % erhoben werden. Das ist genau die gleiche Höhe wie Trumps „reziproker“ Zoll auf chinesische Importe.
Nach Kurserholungen am Ende womöglich nicht so schlimm wie vorgestern
Der Dow Jones hat bis zum Tagestief dieses Mal sogar mehr als 4 % verloren.
Beim S&P 500 sind es mehr als 5 %.
Und der Nasdaq 100 kommt auf 5,43 %.
Nur der Nasdaq Composite kam mit - 5,81 % etwas weniger stark unter die Räder als vorgestern.
Dennoch gerieten der S&P 500 und der Nasdaq Composite damit nun schon unter die Korrekturtiefs vom August 2024 und somit auf das tiefste Niveau seit Mai 2024. Wahnsinn!
Aber immerhin sind aktuell Kurserholungen zu sehen, so dass am Ende des Tages die Kursverluste womöglich kleiner ausfallen als vorgestern.
Auf extreme Übertreibungen folgen scharfe Gegenbewegungen
Kommen wir damit noch kurz zum DAX, der seit dem Tageshoch von Mittwoch um mehr als 9 % eingebrochen ist.
Er ist damit natürlich klar auf neue Korrekturtiefs gefallen. Weitere Kursentwicklung: ungewiss! Mit Blick auf den folgenden langfristigen Chart des DAX lässt sich aber sagen, dass das Ausmaß der aktuellen „Korrektur“ eigentlich noch relativ harmlos ist.
Ich weiß gar nicht, wie oft ich darauf hingewiesen habe, dass sich die Aktienmärkte in eine extreme Übertreibung hineinmanövriert haben („Magnificent 7“- bzw. KI-Blase). Und bei derart starken Übertreibungen ist es eben sehr häufig so, dass die anschließende Gegenbewegung ebenfalls sehr dynamisch ausfällt. Auch darauf habe ich mehrfach hingewiesen, vor allem bei den börsentäglichen Chartanalysen des „Target-Trend-Spezial“. Offenbar brauchte es wieder einmal lediglich einen Stein, der die (bereinigende) Lawine ins Rollen bringt. Dass diese nun crashartig verläuft, führt womöglich schon in die nächste Übertreibung.
Ich wünsche Ihnen jedenfalls weiterhin viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus