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Gravierende Managementfehler: So wird Aktionärskapital vernichtet

Veröffentlicht am 18.01.2024, 12:47
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In der Börsengeschichte gibt es einige Beispiele von visionären Top-Managern, die durch ihre strategische Brillanz und kluge Führung maßgeblich zum Wachstum und Erfolg ihrer Unternehmen beigetragen haben. Eine Auflistung herausragender Führungskräfte findest Du hier. Doch ebenso gibt es Episoden von Missmanagement, das die Unternehmen in eine lang anhaltende operative Krise stürzte und den Aktienkurs massiv einbrechen ließ. So wie bei diesen fünf Unternehmen:

Nokia (HE:NOKIA) und der verpasste Smartphone-Wendepunkt (späte 2000er Jahre)

Der finnische Telekommunikationskonzern Nokia, einst Marktführer im Mobilfunkmarkt, versäumte den entscheidenden Wendepunkt mit dem Aufkommen der Smartphones. Das beharrliche Festhalten an veralteten Technologien und das Ignorieren der veränderten Kundenpräferenzen führten dazu, dass aufstrebende Wettbewerber wie Apple (NASDAQ:AAPL), Samsung (F:SAMEq) und Co. an Nokia vorbeizogen und es schließlich komplett aus dem Markt verdrängten. Seit 2013 fokussiert sich der einstige Mobilfunk-Pionier nur noch auf sein Telekommunikationsnetz und die Softwaresparte. Der Aktienkurs hat sich seit dem Jahr 2000 gezehntelt.

Deutsche Bank (ETR:DBKGn): Probleme über Probleme (seit 2008)

Die Deutsche Bank, einst ein globaler Finanzriese, hat eine lange Geschichte von Skandalen und Fehlverhalten. Dazu gehören unter anderem die Verwicklung in die Finanzkrise 2008, die Manipulation des Libor-Zinssatzes und die jüngsten Geldwäschevorwürfe. Darüber hinaus kämpft das Unternehmen mit tiefgreifenden strukturellen Problemen wie schwachen Kapitalpositionen, hohen Rechtskosten und mangelnder Effizienz in den Geschäftsprozessen. Das unzureichende Management bei der Bewältigung dieser Herausforderungen hat das Vertrauen der Anleger in die Bank nachhaltig geschädigt, was man an der Entwicklung des Aktienkurses sieht: Das Papier notiert 92 % unter dem Hoch aus dem Jahr 2007.

Volkswagen (ETR:VOWG) und der Abgasskandal (2015)

Volkswagen, einst ein Symbol der deutschen Ingenieurskunst, wurde 2015 von einem Abgasskandal erschüttert. Die Enthüllung illegaler Software zur Manipulation von Abgaswerten führte zu einem beispiellosen Vertrauensverlust. Die daraufhin ausgelösten Strafen, Rückrufe und Rechtsstreitigkeiten zeigten, wie weitreichend die Konsequenzen von Missmanagement sein können. Die Bewältigung des Abgasskandals raubte Ressourcen, die dringend erforderlich waren, um sich auf die notwendigen Transformationsprozesse im Bereich der Elektrifizierung zu fokussieren und sich gegenüber den aufstrebenden Wettbewerbern aus den USA und Asien zu behaupten. Und so notieren die Volkswagen-Aktien bis heute im Bereich ihrer Tiefstände aus dem Jahr 2015.

Bayer und der Monsanto-Albtraum (2018)

Bayer, einst ein Synonym für innovative Pharma- und Chemieprodukte, sah sich im Jahr 2018 in einem Albtraum gefangen, als das Unternehmen das US-Agrarchemieunternehmen Monsanto (NYSE:MON) erwarb. Der Deal, der als strategisch wichtig galt, wurde zum Schleudersitz, als sich rechtliche und öffentliche Kontroversen rund um Monsantos Glyphosat-Produkte entfachten. Die Kombination aus kostspieligen Rechtsstreitigkeiten und einem dramatischen Vertrauensverlust der Anleger ließ den Börsenwert von Bayer um knapp 80 % abstürzen: Das Unternehmen hat für Monsanto knapp 58 Mrd. EUR bezahlt. Mittlerweile ist Bayer selbst nur noch rund 33 Mrd. EUR an der Börse wert.

Boeing (NYSE:BA) und die 737 Max-Krise (2019)

Boeing, ein langjähriger Gigant in der Luftfahrtbranche, ist bereits seit knapp vier Jahren im Dauerkrisenmodus. Zwei tragische Flugzeugabstürze innerhalb kurzer Zeit führten 2019 zu einem weltweiten Grounding der 737 Max-Flotte und intensiven Untersuchungen. Seitdem tauchen regelmäßig Berichte über neue Fertigungsmängel auf. Erst vor wenigen Wochen verhängte die US-Luftfahrtbehörde FAA nach einem Zwischenfall bei der 737 Max 9 (Rumpfteilschaden) ein Startverbot für Maschinen dieses Typs und ordnete Inspektionen an. Diese Krise offenbart schwerwiegende Mängel in der Flugzeugentwicklung und Zertifizierung und zeugt von einer schlechten Qualität des Top-Managements. Kein Wunder, dass die Aktie immer noch 55 % unter ihrem Hoch aus dem Jahr 2019 notiert.

Achte immer auf das Management

Anhand dieser Beispiele siehst du, dass die Managementanalyse zum festen Bestandteil des Aktienresearchs gehören sollte. Ich habe den Prozess der Managementanalyse sehr ausführlich in meinem Buch „Cashflow-Strategie“ beschrieben, das Du hier erwerben kannst. Dort findest Du auch eine Checkliste, die Dir im Rahmen des Researchs schnell weiterhelfen wird.

Einen sehr hohen Wert auf die Qualität des Managements lege ich auch im Rahmen meines Börsenbriefs, das seit Auflegung im September die Benchmark outperformt hat. Im Rahmen der nächsten Ausgabe werde ich unter anderem das Turnaround-Potenzial der Bayer-Aktie (ETR:BAYGN) analysieren. Mehr Informationen zum Börsenbrief findest Du hier.

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