Die USA haben im März mit 228.000 neu geschaffenen Stellen mehr Jobs erzeugt als zunächst erwartet. Klingt erfreulich, doch das aktuelle Wirtschaftsumfeld wirkt deutlich trüber als noch vor einigen Monaten. Sowohl Konsumenten als auch Unternehmen blicken zunehmend besorgt in die Zukunft, was dem Arbeitsmarkt kräftigen Gegenwind bescheren dürfte.
Stärkere Beschäftigung, doch die Stimmung dreht
Eigentlich kamen die neuen Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft (Non-Farm Payrolls) mit 228.000 deutlich über den Konsensprognosen von 140.000 herein. Allerdings erhalten die Daten einen Dämpfer durch Abwärtskorrekturen um insgesamt 48.000 Jobs bei den vorherigen Werten – netto bleiben also 180.000 zusätzliche Stellen übrig. Das mag solide aussehen, aber angesichts steigender Handelsschranken und allgemeiner Verunsicherung fühlt sich dieser Bericht an wie Schnee von gestern.
Die Arbeitslosenquote kletterte leicht auf 4,2 % (vorher 4,1 %), während das Lohnwachstum von 4 % auf 3,8 % nachgab. Wenn man bedenkt, dass steigende Preise durch Zölle in Sicht sind, könnte die Kaufkraft schon im Sommer merklich leiden.
Einmal mehr verzeichneten Freizeit und Gastgewerbe (43.000) sowie private Bildungs- und Gesundheitsdienstleistungen (77.000) die größten Zuwächse, während der Einzelhandel respektable 24.000 Stellen hinzulegte. Beim Bund fielen hingegen 4.000 Jobs weg. Auf mittlere Sicht könnten gerade öffentliche Arbeitsplätze stärker schrumpfen, während Bereiche wie Gastronomie oder Tourismus im Fall sinkender Konsumbereitschaft besonders unter Druck geraten dürften.
Da niemand genau weiß, wo die Konjunkturreise hingeht, erwarten wir in anderen Jobkategorien ebenfalls wenig Aufwärtspotenzial. Vieles deutet auf Vorsicht hin.
Konsum als Schlüsselfaktor
Das Risiko eines Abbaus von Arbeitsplätzen nimmt zu, wenn Haushalte, verunsichert durch neue Zölle, ihren Gürtel enger schnallen. Zudem zeigt die Stimmungslage, dass Beschäftigte sich immer stärker um ihren Arbeitsplatz sorgen. Staatsausgaben werden knapper, Aktienmärkte sind wackelig – kein Wunder, dass das Konsumklima einen Dämpfer bekommen dürfte.
Angesichts dessen, dass der private Verbrauch rund 70 % der US-Wirtschaft ausmacht, kann jede Kaufzurückhaltung unmittelbare Folgen für die Beschäftigung haben. Mit weniger Umsatz zögern Unternehmen bei Neueinstellungen, und im schlimmsten Fall kommt es zu Entlassungen.
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