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Ölpreis: Venezuela-Sanktionen in Kraft, und jetzt?

Von Investing.com (Ellen R. Wald, Ph.D.)Rohstoffe07.02.2019 10:30
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Ölpreis: Venezuela-Sanktionen in Kraft, und jetzt?
Von Investing.com (Ellen R. Wald, Ph.D.)   |  07.02.2019 10:30
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Die Märkte könnten die Folgen der US-Sanktionen gegen Venezuelas Ölindustrie unterschätzen. Auch wenn der Ölpreis am Mittwochmorgen fiel, war dies als Reaktion auf den wöchentlichen Report vom API, der eine Zunahme der US-Rohöl- und Benzinvorräte gezeigt hatte.

Oil weekly, 1 year
Oil weekly, 1 year

Die Sanktionen sind seit mittlerweile einer Woche in Kraft und doch haben die Ölpreise bislang nicht spürbar reagiert. Und auch wenn ohnehin erwartet wurde, dass Venezuelas Ölförderung in 2019 weiter fallen werde, ist kein fast Totalausfall der Lieferungen in die USA vorgesehen.

Während die Sanktionen US-Kunden nicht daran hindern, venezolanisches Öl zu kaufen, verbieten sie es Käufern, Zahlungen an die von Maduro kontrollierte Regierung zu leisten. Als Reaktion verbot Maduro der nationalen Ölgesellschaft des Landes PDVSA, Schiffe mit Zielhafen in den USA zu beladen, es sei denn sie wird im Voraus bezahlt.

Lesen Sie auch: OPEC will festen Pakt mit Russland: Erfolg ist eher unwahrscheinlich

US-Raffinerien könnten ab Mitte Februar in die Zwickmühle geraten

Die ersten Folgen beginnen jetzt auf die Industrie durchzuschlagen. Daten von Reuters zeigen, dass die Tanker sich im Golf von Mexiko anzusammeln beginnen, da die Kunden von Venezuelas Öl entweder nicht in der Lage oder nicht willens sind, Maduros Regime das Rohöl mit Vorkasse zu bezahlen.

Als Ergebnis, könnten Störungen durch die Sanktionen schon bald in der amerikanischen Öl- und Benzinindustrie an die Oberfläche treten. Während die von den Sanktionen betroffenen US-Raffinerien schweres Öl aus Kanada oder dem Nahen Osten beziehen können, um den Mangel auszugleichen, wird das mehr kosten und länger brauchen, bis es am Ziel ankommt.

Zum jetzigen Zeitpunkt federt GasBuddy zufolge, ein Benzinüberschuss das Angebot in den USA ab. Das dürfte aber nicht über Mitte Februar weitergehen, sodass die US-Verbraucher von da an mit steigenden Preisen rechnen müssen.

Mangel an Geld aus den USA schlägt auf venezolanische Produktion durch

Einige glauben, dass Venezuela in der Lage sein wird, Öl nach China umzuleiten, das es zuvor an Kunden in den USA verkauft aht. Aber ohne das Geld aus den USA oder den Erträgen von PDVSAs US-Raffinerie Citgo, wird die venezolanische Ölindustrie es schwer haben, die notwendigen Gelder aufzutreiben, um auch nur die 1,11 Mio Fass am Tag zu fördern, die sie im Januar produziert hatte.

Berichten zufolge, ist PDVSA nicht in der Lage Öl durch seine Pipelines an die Exportterminals zu pumpen, wegen eines Mangels an Produkten, die notwendig sind, um Venezuelas schweres Öl zu verdünnen. Auch fehlen viele Arbeiter, da diese gegen die Nichtauszahlung ihre Löhne demonstrieren.

Die globale Energieberatung WoodMackenzie schätzt, dass Venezuelas Ölproduktion in Kürze unter 900.000 Fass am Tag fallen wird. Die Energiemarktanalysten von Genscape glauben, dass Venezuelas Förderung schon jetzt um 60.000 Fass am Tag gefallen ist. Selbst wenn China und Indien bereit sind, Venezuelas Öl zu kaufen, könnte die gesamte Industrie in nur wenigen Wochen zum Stillstand kommen.

Revolutionen sind schwer vorauszusagen

Die einzige andere Erklärung für den Mangel an Bewegung in den Ölmärkten als Reaktion auf Venezuela könnte sein, dass die Händler glauben, das Ende für Maduros Regime stehe an der Wand und er entweder abtreten oder aus dem Amt gezwungen wird. Allerdings hat es sich in der Vergangenheit immer als äußerst schwierig erwiesen, Revolutionen korrekt vorauszusagen.

In einigen Fällen könnte es so aussehen, als seien alle Voraussetzungen für eine Änderung der Regierung oder einen Staatsstreich gegeben und dann passiert doch nicht und die Regierung klammert sich an die Macht. Auf der anderen Seite gibt es manchmal auch plötzlich Revolutionen ohne viele Warnsignale im Voraus. Das war im Iran in 1979 der Fall.

Es wäre ein Fehler, sollten die Händler annehmen, dass Maduros Regime nur noch Tage oder Wochen hat.

Venezuelas Produktionsrückgang erhöht den der OPEC

Die fallende Förderung in Venezuela ist nur ein Aspekt eines viel höheren Rückgangs der Ölproduktion in den OPEC-Ländern in 2019.

Daten von S&P Global Platts zeigten, dass die OPEC im Januar ihre Produktionssenkungen zu rund 76% eingehalten hat. Die Förderung fiel gegenüber Dezember um 970.000 Fass am Tag. 25% dieser Rückgänge waren unfreiwillig und kamen durch den Iran, Venezuela und Libyen zustande.

Nur Saudi-Arabien senkte freiwillig in erheblichem Umfang seine Förderung. Trotz dieses starken Rückgangs der Produktion liegt die Aufmerksamkeit des Marktes auf Russland, das sich zu einer Beschränkung seiner Produktion im Einklang mit der OPEC verpflichtet hat, aber bislang noch nichts in diese Richtung getan hat.

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Kommentare
Benjamin Bünder
Benjamin Bünder 11.02.2019 19:59
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Die USA ist doch nur an Venezuelas Ölförderung interessiert.....daher der ganze Rummel.....genau wie bei den Griechen und ihren grossen Vorkommen in ihren Gewässern.......die wurden in die Pleite getrieben, mit der Hoffnung, dass sie ihre Vorkommen verkaufen.....
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CHRISTIAN SP
CHRISTIAN SP 08.02.2019 15:11
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hat mir gefallen Danke
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