Eilmeldung
0
Werbefreie Version. Jetzt upgraden für ein Surferlebnis auf Investing.com ganz ohne Werbung. Sparen Sie bis zu 40%. Weitere Details

Niedrigere Zinsen und ein stärkerer Dollar stellen ein Problem für die Reflations-Trades dar

Von Michael KramerMarktüberblick26.07.2021 06:43
de.investing.com/analysis/niedrigere-zinsen-und-ein-starkerer-dollar-stellen-ein-problem-fur-die-reflationstrades-dar-200458860
Niedrigere Zinsen und ein stärkerer Dollar stellen ein Problem für die Reflations-Trades dar
Von Michael Kramer   |  26.07.2021 06:43
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Artikel wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
 

In den USA gehen die Zinsen wieder zurück, und die Anleger rätseln offenbar über den Grund. Um das zu erkennen, muss man nicht lange suchen: schließlich befinden sich die Kapitalmarktzinsen auf der ganzen Welt im Sinkflug. Ob das nun an der Sorge um den Vormarsch der Delta-Variante des Coronavirus liegt oder an der allgemeinen Verlangsamung des Wirtschaftswachstums, sei mal dahingestellt. In ganz Europa sind die Renditen gefallen und die Zinsen für 10-jährige Bundesanleihen liegen jetzt unter minus 40 Basispunkten.

Niedrigere Zinsen rund um den Globus haben die Renditen in den USA auf 1,25% für die 10-jährigen Staatsanleihen gedrückt. Trotz des Rückgangs bleiben die US-Zinsen für Anleger auf der ganzen Welt sehr attraktiv. Das liegt daran, dass der Spread oder die Differenz zwischen einer 10-jährigen US-Anleihe und einer deutschen oder französischen 10-jährigen Anleihe auf einem historisch hohen Niveau liegt. Dies hat dazu geführt, dass ausländische Investoren US-Schulden kaufen und somit zur Aufwertung des US-Dollar beitragen.

Spread für längerfristige US- und deutsche Anleihen
Spread für längerfristige US- und deutsche Anleihen

Es drohen noch tiefere Renditen

Deshalb könnten die US-Renditen in nächster Zeit weiter zurückgehen, insbesondere wenn Zentralbanken wie die EZB oder die BOJ weiterhin eine sehr dovishe Geldpolitik betreiben. Gleichzeitig erwägt die US-Notenbank Fed allmählich den Prozess zur Reduzierung der quantitativen Lockerung. Die Zinsen in den USA werden extrem attraktiv bleiben, was das lange Ende der US-Renditekurve vor einem Anstieg bewahrt und vielleicht sogar nach unten drückt. Aber mit dem drohenden Auslaufen der quantitativen Lockerung durch die Fed könnten die Renditen am kürzeren Ende der Kurve langsam ansteigen, was zu einer Verringerung des Spreads zwischen kurz- und langlaufenden US-Anleihen führen könnte. Das wiederum wäre ein Signal an die Marktteilnehmer, die auf Reflation setzen.

Reflationäre Sektoren könnten Probleme bekommen

XLF Daily
XLF Daily

Der am stärksten gefährdete Aktiensektor wären die Finanzaktien, da sie am empfindlichsten auf Änderungen der Zinssätze und der Zinskurve reagieren. Niedrigere Zinsen am langen Ende und eine flachere Renditekurve würden sich negativ auf diese Branche auswirken und die Kurse noch weiter nach unten schicken. Seit Anfang Juni ist der Financial Select Sector SPDR® Fund (NYSE:XLF) um mehr als 7% gefallen, und das könnte nur der Anfang der Abwärtsbewegung sein, wenn die Renditen weiter nach unten drängen.

Ein stärkerer Dollar

US Dollar Daily
US Dollar Daily

Da außerdem ausländische Investoren US-Schuldtitel kaufen wollen, verkaufen diese Akteure die lokale Währung und kaufen US-Dollar, was den Wert des Dollars aufgrund der wachsenden Nachfrage aufwertet. Ein stärkerer Dollar belastet Sektoren wie Werkstoffe und Energie und bremst gleichzeitig die Inflation, da die Preise für Rohstoffe im Wert fallen. Schließlich führt ein stärkerer Dollar dazu, dass die Umsätze und Gewinne multinationaler Unternehmen unter Druck geraten, da US-Exporte im Ausland weniger wettbewerbsfähig werden.

Ob es nun an der Angst vor einer Verlangsamung des US-amerikanischen und globalen Wachstums liegt, die die Zinsen nach unten schickt, oder an der Angst vor der Delta-Variante, die Renditen fallen und haben wahrscheinlich noch nicht ihren Tiefpunkt erreicht. Die Kräfte, die hier im Spiel sind, wie z.B. die lockere globale Geldpolitik und negative Renditen auf der ganzen Welt, machen die Kapitalmarktzinsen hier in den USA für die Anleger zu attraktiv, um sie sich entgehen zu lassen, und wenn das so weitergeht, dürften die Zinsen im Zuge eines starken Greenbacks nur spärlich steigen. Das wiederum wäre das Todesurteil für die Reflationstrades und alle dazugehörigen Sektoren.

Niedrigere Zinsen und ein stärkerer Dollar stellen ein Problem für die Reflations-Trades dar
 

Verwandte Beiträge

Niedrigere Zinsen und ein stärkerer Dollar stellen ein Problem für die Reflations-Trades dar

Kommentieren

Richtlinien zur Kommentarfunktion

Wir möchten Sie gerne dazu anregen, Kommentare zu schreiben, um sich mit anderen Nutzern auszutauschen. Teilen Sie Ihre Gedanken mit und/oder stellen Sie anderen Nutzern und den Kolumnisten Fragen. Um jedoch das Niveau zu erhalten, welches wir wertschätzen und erwarten, beachten Sie bitte die folgenden Kriterien:

  • Bereichern Sie die Unterhaltung
  • Bleiben Sie beim Thema. Veröffentlichen Sie nur Texte, die zu den genannten Inhalten passen. 
  • Respektieren Sie einander. Auch negative Meinungen und Kritik kann positiv und diplomatisch ausgedrückt werden. 
  • Benutzen Sie die anerkannten Ausdrucks- und Rechtschreibregeln. 
  • Beachten Sie: Spam, Werbenachrichten und Links werden gelöscht. 
  • Vermeiden Sie Profanität, Beleidigungen und persönliche Angriffe auf Kolumnisten oder andere Nutzer. 
  • Bitte kommentieren Sie nur auf Deutsch.

Diejenigen, die die oben genannten Regeln missachten, werden von der Webseite entfernt und können sich in der Zukunft je nach Ermessen von Investing.com nicht mehr anmelden.

Was denken Sie?
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
Posten auf
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Danke für Ihren Kommentar. Bitte beachten Sie, dass alle Kommentare erst nach vorheriger Überprüfung durch unsere Moderatoren veröffentlicht werden und deshalb nicht sofort auf unserer Webseite erscheinen können.
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Chart zum Kommentar hinzufügen
Sperre bestätigen

Sind Sie sicher, dass Sie %USER_NAME% sperren möchten?

Dadurch werden Sie und %USER_NAME% nicht mehr in der Lage sein, Beiträge des jeweils anderen auf Investing.com zu sehen.

%USER_NAME% wurde erfolgreich zu Ihrer Sperrliste hinzugefügt.

Da Sie diese Person entsperrt haben, müssen Sie 48 Stunden warten, bevor Sie sie wieder sperren können.

Diesen Kommentar melden

Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Kommentar

Kommentar markiert

Vielen Dank!

Ihre Meldung wurde zur Überprüfung an unsere Moderatoren geschickt
Haftungsausschluss: Fusion Media would like to remind you that the data contained in this website is not necessarily real-time nor accurate. All CFDs (stocks, indexes, futures) and Forex prices are not provided by exchanges but rather by market makers, and so prices may not be accurate and may differ from the actual market price, meaning prices are indicative and not appropriate for trading purposes. Therefore Fusion Media doesn`t bear any responsibility for any trading losses you might incur as a result of using this data.

Fusion Media or anyone involved with Fusion Media will not accept any liability for loss or damage as a result of reliance on the information including data, quotes, charts and buy/sell signals contained within this website. Please be fully informed regarding the risks and costs associated with trading the financial markets, it is one of the riskiest investment forms possible.
Mit Google registrieren
oder
Registrierung