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Relativ schwache Wirtschaft, relativ schwacher DAX

Veröffentlicht am 08.11.2023, 09:18

Nach den starken Kursgewinnen der Vorwoche haben sich die Aktienmärkte zu Beginn der neuen Woche lediglich in engen Bahnen seitwärts bewegt. Das kann man positiv und negativ werten. Bullen können argumentieren, dass sich die Kurse auf den erreichten Niveaus halten und sie somit Stärke zeigen. Die Konsolidierungen dienen dazu, neue Kraft für den weitergehenden Aufschwung zu sammeln. Bären können hingegen argumentieren, dass die Aktienkurse vor allem aufgrund eines Short-Squeeze gestiegen sind. Und nachdem sich die Short-Trader eingedeckt haben, fehlt es nun an Optimisten, die für einen weitergehenden und somit nachhaltigen Kursanstieg nötig wären.

Auf einen schlechten August folgte ein schlechter September

Dabei erhalten die Bären von den jüngsten Konjunkturdaten weitere Argumente für ihre Sichtweise. Denn das Statistische Bundesamt teilte gestern mit, dass die deutschen Unternehmen den 4. Monat in Folge weniger produziert haben. Industrie, Bau und Energieversorger stellten im September zusammen -1,4 % weniger her als im Vormonat. Das ist zugleich der größte Rückgang seit März. Ökonomen hatten nur mit einem erneuten Mini-Minus von -0,1 % gerechnet, das es auch schon im August gegeben hatte (siehe dazu auch: „Woher sollen in einem solchen Umfeld steigende Aktienkurse kommen?“). Im gesamten 3. Quartal 2023 lag die Produktion damit um -2,1 % unter dem Niveau vom Frühjahr.

Vor diesem Hintergrund muss man sich schon fragen, wie das Statistische Bundesamt zu einem BIP-Rückgang von nur -0,1 % im vergangenen Quartal (gegenüber dem Vorquartal) gekommen ist, den die Behörde am Montag vergangener Woche verkündete.

Zumal seitdem auch gemeldet wurde, dass die Einzelhandelsunternehmen in Deutschland im September real (preisbereinigt) -0,8 % und nominal -0,7 % weniger umgesetzt als im Vormonat. Passend dazu räumte das Statistische Bundesamt zu den BIP-Daten immerhin ein, dass besonders die privaten Konsumausgaben abnahmen.

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Hinzu kommt, dass der reale Umsatz im verarbeitenden Gewerbe im gleichen Zeitraum um -1,6 % zum Vormonat gesunken ist (-2,3 % zum Vorjahr).

Und bei den deutschen Exporten lag das Minus im September bei -2,4 % (Erwartung: -1,1 %), während die Importe um -1,7 % geringer ausfielen als im Vormonat (Erwartung: +0,5 %).

Positive Impulse seien im 3. Quartal von den Ausrüstungsinvestitionen gekommen, hieß es vom Statistische Bundesamt. Aber haben diese quasi im Alleingang den Karren aus dem Dreck gezogen? Zur Erinnerung: S&P Global hatte aufgrund seiner Einkaufsmanagerdaten mit einem BIP-Rückgang um -0,8 % gerechnet. Man darf daher auf Revisionen der offiziellen BIP-Berechnungen gespannt sein. Mich würde nicht wundern, wenn die Zahlen noch nach unten revidiert werden.

Erneuter Anstieg der Auftragseingänge

Immerhin: Vorgestern wurde gemeldet, dass vom verarbeitenden Gewerbe erneut mehr Aufträge an Land gezogen werden konnten. Im September lag das Plus bei +0,2 % (preisbereinigt), während Ökonomen im Durchschnitt mit einem Rückgang von -1,0 % gerechnet hatten.

Allerdings: Der Anstieg im September ist vor allem einigen wenigen Großaufträge zu verdanken. Ohne diese fiel der Auftragseingang um -2,2 %. Und das Wachstum vom August wurde nachträglich deutlich nach unten korrigiert – von +3,9 % auf nur noch +1,9 %. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang von Juli bis September dadurch um -3,9 % niedriger als im vorangegangenen Quartal.

Relativ schwache Wirtschaft, relativ schwacher DAX

Man kann also darüber streiten, ob sich die Zukunftsperspektiven nun aufgehellt haben oder die Aussichten immer noch trübe sind. Der DAX hat sich jedenfalls zusammen mit den Aktienmärkten in den USA von seinen jüngsten Kursverlusten erholt – allerdings deutlich schwächer als seine US-Pendants. Denn während diese binnen weniger Tage schon weit mehr als 50 % ihrer gesamten Korrektur der vergangenen Monate aufgeholt haben (siehe auch „Die Aktienmärkte in den USA übertreiben schon wieder“), sind es beim DAX noch deutlich weniger als 38,20 %.

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Begründen kann man dies mit dem unterschiedlichen Wachstumstempo der jeweiligen Volkswirtschaften. Die relative Schwäche des DAX liegt also an der schwächeren Entwicklung unserer heimischen Wirtschaft gegenüber den USA.

Immerhin konnte der DAX aber ein neues Korrekturtief vermeiden, welches aus Sicht der Elliott-Wellen im Rahmen einer Welle 5 noch möglich war (siehe folgender Chart). Stattdessen hat er den Abwärtstrendkanal (rot) auch bei einem erneuten Anlauf verteidigt und anschließend die Mittellinie bei 15.075 Punkten zurückerobert. Bei einem Rücksetzer wurde diese Chartmarke von oben getestet und als Unterstützung genutzt (siehe grüner Pfeil).

Aus Sicht der Elliott-Wellen-Theorie kann man den zweiten Angriff auf den Abwärtstrendkanal, bei dem kein neues Korrekturtief gebildet wurde, als sogenannte Versager-Welle betrachten, womit der 5-gliedrige Abwärtsimpuls beendet wurde. Uns so kann nun zumindest eine 3-gliedrige ABC-Korrektur folgen.

Wobei die Korrektur eigentlich innerhalb des Abwärtstrendkanals nach unten stattgefunden hat. Denn aus Sicht der Elliott-Wellen handelte es sich dabei nicht um einen Abwärtsimpuls, sondern aufgrund der Überschneidungen im Kursverlauf um eine korrektive Bewegung. Und daher könnte sich dieser nun auch ein neuer Aufwärtstrend anschließen, der mit der aktuellen Erholung erst begonnen hat.

Auf diese Chartmarken kommt es nun an

Dazu müsste der DAX allerdings weiter Stärke zeigen. Ein Rutsch auf rund 14.800 Punkte wäre das Gegenteil davon. Denn damit wäre ein Großteil der Kurserholung abgegeben und der DAX unter die Tageskerze gefallen, mit der sich der deutsche Leitindex aus der Bodenbildung im Bereich der Rechteckgrenze bei 14.720 Punkten herauskatapultieren konnte. Legen die Kurse aber nach dem aktuellen Rücksetzer wieder zu und überwinden sie das jüngste Hoch, ist gemäß der vorangegangenen DAX-Analyse vom 25. Oktober die Rechteckgrenze bei 15.430 Punkten das nächste Kursziel (siehe „Wen verwundert die aktuelle Schwäche des DAX?“). Wird diese erreicht, ist damit auch die obere Linie des Abwärtstrendkanals gebrochen.

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Und dann bestätigt sich dessen Charakter als trendbestätigende Konsolidierung, die im übergeordneten Kontext bullish zu werten ist.

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus

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