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Sentiment für Basismetalle verschlechtert sich – Normalisierung bei Terminpreiskurven

Von Miningscout (Nils Glasmachers)Rohstoffe07.07.2022 08:25
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Sentiment für Basismetalle verschlechtert sich – Normalisierung bei Terminpreiskurven
Von Miningscout (Nils Glasmachers)   |  07.07.2022 08:25
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Auf dem Markt für Basismetalle baut sich ein bearishes Sentiment auf. Makroökonomische Unsicherheiten und anstehende Saisonalitäten sind die Hauptursachen dafür.

Wie der Branchendienst Fastmarkets bereits Ende Juni berichtete, ist die Stimmung an den Märkten für Basismetalle in Europa zunehmend schlecht. Neben der üblichen saisonalen Abschwächung im Sommer sind dabei vor allem zunehmende Unsicherheiten über den weiteren Konjunkturverlauf maßgeblich.

Fast Markets berichtet von deutlichen Rückgängen bei den sogenannten Kassaprämien für Aluminium, Zink und Zinn. Dies sind die Prämien, die für kurzfristig verfügbare Metalle im Vergleich zu längerfristig verfügbaren Waren gezahlt werden.

Terminpreiskurven flachen ab

Tatsächlich zeigt ein aktueller Blick auf viele Terminpreiskurven an der London Metal Exchange (LME), dass sich die Backwardation Situation verändert hat bzw. nicht mehr existiert. So werden für den Aluminium Cash Kontrakt mit kurzfristiger Verfügbarkeit aktuell 2.431 USD gezahlt. Für die weiter in der Zukunft liegenden Fälligkeiten liegen die Preise höher –  also eine gewöhnliche Contango Situation.

Die Preiskurve bei Kupfer indes verläuft nahezu vollständig flach. Für den Cash Kontrakt werden derzeit 8036 USD gezahlt, für den Dreimonatskontrakt 8044 USD und für den Dezember 2023 Kontrakt 8040 USD.

Anders verhält es sich noch bei Zink. Hier ist die Terminpreiskurve laut LME Daten weiterhin fallend. Für den Cash Kontrakt werden 3.170 USD gezahlt, für den in drei Monaten fälligen Kontrakt lediglich 3.108 USD. Für den Dezember 2023 Kontrakt beträgt der Preis 2.883 USD.

Auch bei Zinn ist die Preiskurve noch leicht fallend. Der Cashkontrakt notiert an der LME bei 27.091 USD, der Kontrakt mit Fälligkeit in drei Monaten bei 26.705 USD.

Die Terminpreiskurve bei Nickel  indes steigt wieder – im kurzfristigen Bereich kaum sichtbar, mittel und langfristig jedoch deutlich. Für den Cash Kontrakt werden an der LME 22.675 USD gezahlt. Der Dezember 2023 Kontrakt notiert bei 23.030 USD.

Logistikprobleme und Konjunktur bereiten Sorgen

Ein Problem für die Märkte sind logistische Probleme. Diese belasten die Nachfrage. Fast Markets berichtete bereits im Juni, dass die Auftragsbücher der Rohstoffpreise eigentlich gut gefüllt seien, es jedoch aufgrund von Verzögerungen in den Lieferketten nicht zu Bestellungen komme. Die Unternehmen schöben die Käufe lieber auf und sähen den Markt generell ab dem Spätsommer entspannter.

Auch konjunkturelle Sorgen wachsen. Am Dienstag – der in der laufenden Woche in den USA den Wochenauftakt markierte – war dies besonders deutlich. Die Preise für WTI Öl (-10,2 %) und Brent Öl (-9,8 %) gaben deutlich nach. Sogar Erdgas (zumindest am Standort Henry Hub) gab um mehr als 5 % nach. Auch Gold (-2,2 %), Silber (-3,8 %), Aluminium (-3,9 %), Zinn (-1,8 %), Zink (-2,8 %), Kupfer (-4,5 %) und Platin (-2,2 %) verbilligten sich deutlich. Lediglich Nickel und Palladium konnten unter den Rohstoffen leicht zulegen.

Der Grund dafür sind die Sorgen vor einem konjunkturellen Einbruch. Gründe dafür gibt es genug: Steigende Zinsen, die anhaltenden Problem auf dem chinesischen Immobilienmarkt, ein drohende Gasknappheit in Europa – Ökonomen halten eine weltweite Rezession nicht für ausgeschlossen.

Industriemetalle: Charts verheißen nichts Gutes

Ein Blick auf die Charts verschiedener Industriemetalle verheißt nichts Gutes. Kupfer hat kürzlich eine seit Ende 2020 bestehende Handelsspanne nach unten verlassen. Der Zinnpreis testete jüngst eine Unterstützung von Ende 2020 – zunächst ohne diese zu durchbrechen.

Der Preis für Zink hat den seit Ende 2019 bestehenden, langfristigen Aufwärtstrend nach unten verlassen. Auch der Aluminiumpreis hat seinen Aufwärtstrend längst gebrochen – und befindet sich nun auf dem Niveau einer wichtigen Unterstützungsmarke.

Die sinkenden Rohstoffpreise werden in Europa allerdings nur zum Teil bei Unternehmen und Verbrauchern ankommen. Der Grund: Der Euro verliert am Devisenmarkt zusehends an Wert. Am Dienstag testete die Gemeinschaftswährung die Marke von 1,02 USD. Rohstoffe werden am Weltmarkt in US-Dollar gehandelt und durch eine Abwertung des Euro somit teurer.

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