Die US-Aktienindizes schlugen am Donnerstag unterschiedliche Wege ein, die Nicht-Technologietitel ignorierten die Meldungen zu Anreizen, das die Anzahl der an einem Tag bestätigten COVID-19-Fälle mit über 60.000 am Mittwoch einen neuen Höchstwert erreichte. Die Zahl der Todesfälle pro Tag in Texas und Florida erreichte neue Rekordwerte. Somit weitet sich die Korrektur aus, nachdem die Aktienrallye am letzten Montag eine Pause eingelegt hatte. Daneben steht die Berichtssaison für das 2. Quartal an und die Anleger wissen, dass sie nichts Gutes mit sich bringen wird. Man geht davon aus, dass die meisten Aktien für ihre Einnahmen im Jahresvergleich zweistellige Verluste verbuchen werden.
Dennoch könnten die Anleger verlässliche Zuflucht in den Technologie-Giganten finden, da Apple (NASDAQ:AAPL), Amazon (NASDAQ:AMZN), Alphabet (NASDAQ:GOOGL) und Microsoft (NASDAQ:MSFT) den NASDAQ am Donnerstag wie am Mittwoch auf neue Rekordwerte gebracht haben. Der Gesundheitssektor konnte sich ebenfalls gute Gewinne sichern.
Im ersten Teil der Handelssitzung wurden die Aktien durch positive Arbeitsmarktdaten unterstützt. Das US-Arbeitsministerium sagte, dass die Anträge auf Arbeitslosenunterstützung in der zum 4. Juli endenden Woche auf ein Viermonatstief gefallen sind. Das war für die Märkte eine Überraschung, auch wenn einige Ökonome davor warnen, nicht in diese Falle zu tappen, vor allem wenn der Bericht den Independence Day enthält. In der Regel schwanken die Anträge auf Arbeitslosenunterstützung um wichtige Feiertage.
In Asien waren die Aktien am Freitag weitgehend gedrückt, da die Anleger sich Sorgen um erneute Lockdowns machen, da die USA einen neuen Rekord bei der täglichen Zahl neuer Coronavirusfälle verbucht haben. Eine Rückkehr zu strengen Massnahmen der sozialen Distanzierung würde der trostlosen Erholung schaden, die an einem Faden hängt und nur von der Hoffnung auf Anreize gehalten wird. Die Coronavirus-Ängste nehmen zu, da viele Städte, u. a. Peking und Melbourne, vor kurzem einen neuen Lockdown verkündet haben. Auch Hongkong führte am Donnerstag erneut strenge Vorschriften zur sozialen Distanzierung ein, da die Stadt neue Fälle zu verzeichnen hatte.
Chinas fast drei Wochen anhaltende Rallye ist nun zum Halt gekommen, da der Shanghai Composite um 0,84% gefallen ist. Der Hongkonger Hang Seng ist um 1,01% gefallen. Der japanische Nikkei 225 fiel um 0,36%, der südkoreanische KOSPI gab 0,66% ab. Der Bürgermeister von Seoul, Woo Soon Park, wurde tot aufgefunden, nachdem ihn seine Tochter am Donnerstag als vermisst gemeldet hatte. Die Polizei untersucht den Fall als Selbstmord, auch wenn bisher keine offizielle Todesursache bestätigt wurde.
Der australische ASX 200 fiel um 0,44%, während der MSCI Index für Aktien aus dem Asien-Pazifik-Raum ausserhalb Japans um 0,76% zurückging.
Was die Nachrichten zu den Einzelunternehmen angeht, so fielen die Boeing-Aktien um 3,3%, da die Federal Aviation Administration (FAA) eine Untersuchung einleitete, nachdem sich die Mitarbeiter über Nötigung beschwert haben, die ihre Unabhängigkeit bei der Prüfung der Jet-Designs auf Anfrage der Regierung bedroht.
Die Aktien des COVID-Impfstoff-Herstellers Moderna machten nach der Ankündigung, dass für das Produkt bis Ende Juli klinische Versuche der Phase 3 stattfinden sollen, erste Verluste wieder gut.
Am Devisenmarkt zeigte sich der US-Dollar in den letzten 24 Stunden bullisch, da die Anleger sich aufgrund des Rekordanstiegs der Coronavirusfälle in den USA risikoscheu zeigten. Auch andere sichere Häfen profitierten von der Situation. Der USD Index liegt um 5:30 UTC 0,20% höher. Der Greenback reagierte auch auf die Nachrichten, dass der US-amerikanische Oberste Gerichtshof den Strafverfolgungsbehörden grünes Licht gegeben hat, die Finanzbücher von Donald Trump einzusehen, was für seine mögliche Wiederwahl nicht Gutes verheisst.
Zuletzt fällt der Euro gegenüber dem US-Dollar, sieht aber gegenüber dem Sterling zuversichtlich aus. Der EURUSD liegt zum Verfassungszeitpunkt dieses Newsletters 0,10% im Minus. Reuters meldete gestern, dass die europäischen Finanzminister unterstützen, dass Bulgarien und Kroatien sich dem sogenannten ERM-2-Mechanismus anschliessen, was bedeuten würde, dass die Länder ihre nationalen Währungen in den nächsten drei Jahren gegen den Euro austauschen.