Zu Wochenbeginn war beim Rohöl der US-Sorte WTI bereits ein saftiger Kursaufschlag von über 3,8 Prozent zu verzeichnen gewesen, zeitgleich konnte der Rohöl-Future eine wichtige Barriere verlaufend um 70,45 US-Dollar geradezu pulverisieren und im Dienstagshandel sogar auf 72,00 US-Dollar weiter zulegen. Geschürt wurde der Preisaufschlag durch mögliche Sekundärsanktionen gegen den russischen Ölsektor sowie einen militärischen Angriff auf den Iran, sollte dieser die Entwicklung von Atomwaffen nicht unterbinden. Dies könnte im weiteren Verlauf zu einer Verknappung des weltweiten Ölangebots führen und dadurch die Preise weiter steigen lassen. An dem markanten Widerstand, bestehend aus dem 200-Tage-Durchschnitt bei 72,90 US-Dollar kam der Energieträger bislang allerdings nicht vorbei. Genau diese Hürde gilt es aber für ein mittelfristiges Kaufsignal unbedingt zu knacken.
Long-Chance:
Wie die Aktienmärkte seit geraumer Zeit mausert sich auch der Energiesektor zum Spielball politischer Entscheidungsträger. Aus technischer Sicht kann ein Folgekaufsignal für den WTI-Future erst über dem Niveau von 73,15 US-Dollar abgeleitet werden, sodass im Anschluss ein Kursziel bei 75,17 US-Dollar für ein Fass Rohöl ausgerufen werden kann. Um einen Anstieg an rund 80,00 US-Dollar zu vollziehen, muss erst die zuletzt genannte Hürde unbedingt überwunden werden. Aus dem Kursgeplänkel seit Anfang Februar könnte mit etwas Fantasie sogar eine inverse SKS-Formation entspringen und im mittelfristigen Verlauf auch zur Oberseite aufgelöst werden. Kommt es dagegen zu einem unerwarteten Kurssturz unter 68,85 US-Dollar, müsste noch einmal der Unterstützungsbereich aus Mitte März um 67,65 US-Dollar als Support einspringen.
Tageschart:
WTI Öl-Future; Täglich Örtliche Zeit (GMT+1); Kurs des Rohstoffs zum Zeitpunkt der Erstellung der Analyse 71,09 US-Dollar; Handelsplatz: Markets; 20:50 Uhr