Investing.com - Die Ölpreise haben die Sitzung am Freitag auf ihren niedrigsten Niveaus in mehr als einem Jahrzehnt beendet, da anhaltende Sorgen über die wirtschaftlichen Perspektiven Chinas Ansichten neue Glaubwürdigkeit verliehen hat, dass die globale Ölschwemme länger als zunächst erwartet bestehen bleiben könnte.
An der ICE Futures Exchange in London ist Öl der Sorte Brent zur Lieferung im Februar um 20 US-Cent oder 0,59% gefallen und ging zu 33,55 USD das Fass aus dem Handel, nachdem es zuvor mit 32,16 USD am Donnerstag auf seinen niedrigsten Stand seit April 2004 gesunken war..
In dieser Woche sind die Brent-Futures um 4,30 USD oder 10,01% eingebrochen, da die Talfahrt an Chinas Aktienmarkt und die schnelle Abwertung des Yuan den Investoren die Laune verdorben hat.
China ist nach den USA der zweitgrößte Ölverbraucher der Welt und war in der Vergangenheit der Motor der Nachfrage.
Ansonsten hat an der New York Mercantile Exchange der Preis von US-Rohöl zur Lieferung im Februar um 11 US-Cent oder 0,33% nachgegeben und lag zu Handelsschluss am Ende der Woche auf einem Stand von 33,16 USD das Fass. Am Donnerstag war der Preis an der Nymex auf 32,10 USD gefallen, ein Niveau wie er es seit Dezember 2003 nicht mehr erreicht hatte.
Über die Woche sind die Ölfutures in New York um 4,44 USD oder 10,48% eingebrochen. Damit ist der Ölpreis in 11 der letzten 13 Wochen gesunken.
Die Preise haben kaum reagiert auf eine Meldung des Branchenforschungsunternehmen Baker Hughes am Freitagabend, dass die Anzahl der Bohrplattformen in den USA in der letzten Woche um 20 auf 516 gesunken ist. Trotz des Rückgangs ist die Ölförderung in den USA nahe eines Allzeithochs geblieben.
Unterdessen betrug der Aufpreis eines Kontrakts auf Brent gegenüber der Sorte West Texas Intermediate 39 US-Cent, während die Differenz am Donnerstag noch 48 US-Cent betragen hatte.
Die weltweite Ölförderung steigt schneller an als die Nachfrage, im Gefolge des Schieferölbooms in den USA und der Entscheidung der Organisation Erdölexportierender Länder im letzten Jahr die Produktion nicht zu vermindern.
Die meisten Experten rechnen für diese Jahr mit einer noch größeren Überproduktion da die Förderung in Nordamerika, Saudi-Arabien und Russland weiter zunimmt.
Das Problem des Überangebots wird sich noch einmal verschärfen, wenn der Iran im nächsten Jahr auf den globalen Ölmarkt zurückkehrt, sobald die westlichen Sanktionen aufgehoben sind. Analysten sagen, dass Land könnte seine Förderung schnell um 500.000 Fass am Tag erhöhen und damit die Ölflut noch vergrößern, die die Preise in den Keller geschickt hat.
Öl ist am Freitag auch wegen des allgemein stärkeren US-Dollars unter Druck geraten. Die US-Währung verteuerte sich, nachdem das US-Arbeitsministerium berichtet hatte, dass die US-Wirtschaft im letzten Monat 292.000 neue Arbeitsplätze geschaffen und damit die Vorhersagen von 200.000 neuen Stellen bei weitem übertroffen hat.
In Dollar gehandelte Rohstoffe werden für Investoren aus anderen Währungsräumen teurer wenn der Dollar an Wert gewinnt.
In der kommenden Woche werden sich die Investoren weiter auf die Konjunkturberichte aus China konzentrieren, mit den Außenhandelszahlen vom Mittwoch im Mittelpunkt.
Unterdessen werden die USA Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen und den Erzeugerpreisen veröffentlichen, während die Marktteilnehmer nach weiteren Hinweisen über die Stärke der US-Konjunktur und die Pläne für künftige Zinserhöhungen Ausschau halten werden.
Vor Beginn der kommenden Woche hat Investing.com eine Liste dieser und anderer Ereignisse zusammengestellt, die die Märkte beeinflussen könnten. Der Führer überspringt den Montag.
Dienstag, den 12. Januar
Das American Petroleum Institute, ein Industrieverband, veröffentlicht seinen wöchentlichen Report zu den Ölvorräten.
Mittwoch, den 13. Januar
China legt Daten zur Handelsbilanz vor.
Die US-Energieinformationsbehörde veröffentlicht ihren allwöchentlichen Bericht zu den Ölvorräten.
Donnerstag, den 14. Januar
Die Bank of England verkündet ihre Entscheidungen zur Geldpolitik und gibt das Protokoll ihrer geldpolitischen Sitzung heraus.
Die Europäische Zentralbank publiziert ihr Protokoll ihrer Sitzung zur Geldpolitik im Dezember.
Später geben die USA die Erstanträge auf Arbeitslosengeld heraus.
Freitag, den 15. Januar
Die USA beenden die Woche mit Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen, der Industrieproduktion, den Erzeugerpreisen und vorläufigen Daten zum Konsumklima.
Ebenfalls am Freitag gibt Baker Hughes seine wöchentlichen Zahlen zur Anzahl der Bohrplattformen heraus.