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Autoaktien: Besser als gedacht

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Autoaktien: Besser als gedacht
Von Dr. Markus C. Zschaber   |  14.01.2022 10:57
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Der Automobilbranche machten im vergangenen Jahr zahlreiche Entwicklungen schwer zu schaffen. An der Börse machten die Hersteller aber dennoch eine gute Figur. Wie sich die Aktien in diesem Jahr schlagen werden, ist vor allem aufgrund des weiterhin recht unsicheren Umfelds nicht seriös zu prognostizieren. Doch die Chancen, dass der positive Trend anhält, stehen so schlecht nicht.

2021 hatte die PS-Branche mit enormen Herausforderungen zu kämpfen. Nach den Produktionspausen in Folge der Corona-Lockdowns im Jahr 2020, kämpften die Hersteller im Jahr 2021 zusätzlich mit Lieferschwierigkeiten und einem gravierenden Halbleitermangel. Dies schlug sich entsprechend auch in den Zulassungszahlen nieder. In Deutschland sank die Zahl der neu an Kunden ausgelieferten Fahrzeuge im Jahr 2021 auf 2,62 Millionen Autos, zehn Prozent weniger als im bereits schwachen Jahr 2020. In Europa ging die Zahl der Neuzulassungen bis Ende November auf 8,9 Millionen Autos zurück. Die weltweiten Pkw-Neuzulassungen dürften 2021 auch dank der Märkte in China und den USA zwar über dem bereits schwachen ersten Corona-Jahr 2020 gelegen haben, als rund 64 Millionen Fahrzeuge weltweit verkauft wurden, aber immer noch deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau von 2019 liegen, als mehr als 78 Millionen Fahrzeuge weltweit neu auf die Straßen kamen.

Sinkende Neuzulassungen, steigende Kurse

Den Kursen der Hersteller tat dies jedoch keinen Abbruch, im Gegenteil. Die Mobilitätsindustrie legte im vergangenen Jahr eine beeindruckende Rallye hin. Konkret bedeutet dies: In den zurückliegenden zwölf Monaten weist beispielsweise der Kurs der Daimler-Aktie (DE:DAIGn) ein Plus um rund 54 Prozent auf. Die BMW-Aktie (DE:BMWG) verzeichnete in diesem Zeitraum einen Zuwachs um etwa 40 Prozent, Volkswagen (DE:VOWG) stieg um rund 29 Prozent, Stellantis (NYSE:STLA) – der Zusammenschluss von Fiat, Chrysler, Peugeot (PA:PEUP) und Opel (NYSE:GM) – stieg um rund 44 Prozent und die Ford-Aktie (NYSE:F) machte gar über 190 Prozent an Boden gut. Der branchenübergreifende STOXX Europe 600 Automobiles & Parts kommt hingegen auf ein Kursplus von knapp 37 Prozent.

Sinkende Umsätze und steigende Gewinne

Offenkundig kamen die Hersteller mit den Herausforderungen besser zurecht als erwartet. Zum Vorteil gereichten den Autobauern – insbesondere den Oberklasseproduzenten – mehrere Faktoren: Einerseits wurden die noch vorhandenen Mikrochips vornehmlich in teure und margenstarke Modelle eingebaut. Andererseits gab es für die Kunden aufgrund der großen Nachfrage und der geringen Verfügbarkeit kaum noch Rabatte beim Kauf eines Neuwagens. Die Entwicklung spiegelte sich auch in den Ertragszahlen der Hersteller wider. Im dritten Quartal erwirtschafteten die 16 weltweit größten Autokonzerne nach Angaben der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young einen operativen Gewinn von 23,1 Milliarden Euro; dies entspricht einem Plus von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Umsatz der Unternehmen sank dabei allerdings leicht um 1,6 Prozent auf 371 Milliarden Euro. Auch der Absatz gab um circa 16 Prozent nach.

Attraktive Renditechancen – auf kurze und auf lange Sicht

Ob sich der aktuelle Trend bei den Automobilkonzernen in 2022 fortsetzen wird, hängt von mehreren Faktoren ab und ist vor allem in so unsicheren Zeiten wie derzeit schwer zu prognostizieren. Entscheidend dürfte aber vor allem sein, ob die weltweite Impfkampagne wie erhofft verlaufen und das Corona-Virus an Schrecken verlieren wird. Eine erfolgreiche Impfkampagne und die damit einhergehende Kontrolle über das Virus dürften nicht nur zu kräftigen Nachholeffekten bei der Pkw-Nachfrage führen. Auch die Lieferengpässe bei den Zulieferern dürften dann nach und nach in den Griff zu bekommen sein; und auch das geringe Angebot von Halbleitern sollte dann wieder sukzessive hochgefahren werden können.

Mittel- und langfristig könnten gleich mehrere mögliche Treiber dafür sorgen, weshalb es sich lohnen könnten, jetzt einen Blick auf die Automobilbranche zu werfen. Ein Grund: Im Jahr 2009 haben zahlreiche EU-Staaten die sogenannte Abwrackprämie eingeführt – und zwar zum einen, um alte und umweltschädliche Autos von der Straße zu holen und zum anderen, um die damals schwer von der Wirtschaftskrise gebeutelte Automobilbranche zu stützen. Der Plan ging auf, nutzten damals doch viele Millionen EU-Bürger diese Prämie für den Kauf eines Neuwagens. Da diese Autos nun in die Jahre gekommen sind, dürften viele Bürger nun erneut mit dem Gedanken spielen, sich ein neues Auto zuzulegen.

Mut macht zudem, dass sich Elektro-Autos inzwischen zu einer echten Alternative entwickelt haben. Waren in den vergangenen Jahren noch viele Verbraucher unsicher, welche Antriebstechnik sich letztendlich durchsetzen wird, dürfte inzwischen klar sein: Die Zukunft fährt elektrisch – zumindest im Pkw-Segment. Und: Dass die Mittelschicht in den prosperierenden Schwellenstaaten weiterhin wächst und auch die Weltbevölkerung weiter ansteigt, dürfte die Nachfrage nach neuen Fahrzeugen zusätzlich beflügeln.

Autoaktie ist nicht gleich Autoaktie

Die Chancen, dass Anleger sowohl auf kurze als auch auf mittlere und lange Sicht mit Automobil-Aktien eine zufriedenstellende Rendite einfahren können, stehen so schlecht nicht. Doch Vorsicht: Wer nun glaubt, es sei eine gute Idee, sich die erstbeste Autoaktie ins Depot zu legen, denkt zu kurz. Nur wer über ein umfangreiches Branchenwissen verfügt, anhand zahlreicher Parameter die aussichtsreichen Unternehmen identifizieren kann und die Zeit und das Know-how besitzt, um wirtschaftliche Zusammenhänge und Entwicklungen richtig einschätzen zu können, kann sich ein Urteil darüber machen, welche Automobil-Unternehmen einer rosigen Zukunft entgegensteuern und welche Konzerne womöglich von der Spur abkommen. Ob Anleger vor diesem Hintergrund in Einzelwerte investieren möchten oder sich alternativ für einen branchenweiten Fonds oder ETF entscheiden, muss jeder Investor für sich selbst entscheiden.

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