Deutschland ist stark von rekordverdächtigen Inflationsraten und einer Explosion der Lebenshaltungskosten betroffen, was durch Russlands Energiesanktionen gegen Europa weiter verschärft wird. Vor diesem Hintergrund betrachten wir einige der alternativen Anlagestrategien, um das Privatvermögen gegen einen schwächelnden Euro zu schützen: Exchange Traded Funds (ETFs), vielversprechende IPOs, Aktien und alternative Anlageformen.
(Abbildung: Statista)
Darum müssen Sie ihr Vermögen vor der Inflation schützen
Die Inflation erreicht neue Höhen. Laut Statistischem Bundesamt erreicht die derzeitige Inflation einen vorläufigen Wert von 7,9 %. Dies ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn wichtige Bereiche schießen in ungeahnte Höhen und bedrohen die Industrie und den Mittelstand.
Die Verbraucherpreise im Bereich Energie sind bereits heute auf über 35,7 % gestiegen, während die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel ebenfalls um 14,8 % gestiegen sind. Geringverdiener haben hierdurch nur noch begrenzte Möglichkeiten, den Alltag zu bestreiten. Aber auch der Mittelstand muss sich immer weiter einschränken.
(Abbildung: Statistisches Bundesamt)
Die Krise hat womöglich noch nicht einmal ihren Höhepunkt erreicht. Sollte sich die Energieversorgung im Winter verschlechtern, könnte dies zu einem weiteren Preisanstieg führen.
Privatanleger sollten daher ihr Geld anlegen, um das angesparte Vermögen vor einem weiteren Wertverfall zu schützen und gleichzeitig lukrative Renditen zu erzielen. Im folgenden Abschnitt werden daher 4 Strategien vorgestellt, die Ihren Wohlstand sichern können.
4 Strategien, die Ihr Vermögen schützen
Wenn es um sichere Anlagestrategien geht, sollten Sie niemals alles auf eine Karte setzen. Um Ihr Portfolio ausreichend zu diversifizieren, stellen wir vier unterschiedliche Anlagemöglichkeiten vor, die Teil Ihres Handelsportfolios werden sollten.
Exchange Traded Funds (ETFs)
Bei Exchange Traded Funds (ETFs) handelt es sich um börsengehandelte Fonds. Typischerweise bilden ETFs einen bestimmten Index, Sektor, Rohstoff oder andere Vermögenswerte ab und können an einer Börse genauso gekauft oder verkauft werden wie eine normale Aktie.
Für ein ausgewogenes und gleichzeitig profitorientiertes Portfolio lohnt es sich, in populäre ETFs zu investieren, wie beispielsweise die S&P 500, neue Technologien oder auch den DAX. Zur derzeitigen Situation empfiehlt es sich ebenfalls, in Energie-ETFs zu investieren.
Aktien
Einzelaktien gelten als besonders risikobehaftet, da Investoren anstelle eines ETF-Bündels hier nur in einzelne Unternehmen investieren. Zum jetzigen Zeitpunkt sollten Aktien eher begrenzt in das Handelsportfolio aufgenommen werden.
Shanna Strauss-Frank, stellvertretende Vertriebsleiterin bei Freedom Finance Deutschland, sagt hierzu Folgendes: „Die Aktienmärkte befinden sich nach wie vor in einer heiklen Position. Die Gründe hierzu finden sich im Risiko einer Rezession, wenn auch auf kurze Sicht unwahrscheinlich, in Inflationsindikatoren und Maßnahmen der globalen Zentralbanken. Einen Teil dieser Risiken spiegeln die Aktienmärkte bereits wider. Wenn wir uns der zweiten Jahreshälfte nähern, werden wir wahrscheinlich ein Tauziehen zwischen den Bewertungen und dem Nachrichtenfluss erleben – sei es auf Unternehmens- oder auf Makroebene. Und die weitere Dynamik in den Indizes wird von der Entwicklung der Inflation und den Maßnahmen der Zentralbank abhängen.“
Vielversprechende IPOs
Während IPOs ähnlich risikobehaftet wie Aktien sind, gibt es hierbei eine ganze Reihe attraktiver Börsengänge für das Jahr 2022, die sich Anleger in jedem Fall anschauen sollten. Allen voran ist hierbei der kommende Porsche (F:P911_p) IPO, der bereits Ende September oder Anfang Oktober geplant ist. Der Wert des Autoherstellers wird auf rund 85 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die neue Strategie des Konzerns basiert auf Nachhaltigkeit und Innovation im Segment der Elektroautos, in welchem Porsche und VW (ETR:VOWG) planen, in den kommenden Jahren zum weltweiten Marktführer aufzusteigen.
Alternative Anlageformen
Neben ETFs und vielversprechenden IPOs können Anleger auch vermehrt in alternative Anlageformen investieren, um ihr Geld vor dem Wertverfall zu schützen. Hier können sich Anleger zwischen folgenden Optionen entscheiden:
- Kryptowährungen: Kryptowährungen erfreuen sich weltweit einer immer größerer Beliebtheit. Während der Bitcoin weiterhin das Flaggschiff der digitalen Währungen darstellt, gibt es inzwischen mehr als 17.000 Kryptowährungen, von denen Experten bei einigen eine Preisexplosion prognostizieren.
- Fremdwährungen: In der Krise schwächelt der Euro nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch vielen anderen Währungen. US-Dollar, Schweizer Franken und das britische Pfund sind die beliebtesten Fremdwährungen in Deutschland. Anleger können einfach ein Fremdwährungskonto bei der Hausbank einrichten, um in unterschiedliche Währungen zu investieren.
- Immobilien: Immobilien gelten seit langem als lukrative Wertanlage. Laut einer Studie kostete im Jahr 2021 ein Quadratmeter Wohnfläche im Mittel 3.958 Euro, was 78 % mehr als 2012 beträgt. Nachteilig lässt sich festhalten, dass es sich hierbei um große Investitionen handelt, die sich viele in der jetzigen Situation nicht leisten können.
Die richtige Mischung für ein diversifiziertes Portfolio
Neuanleger müssen beachten, dass die oben genannten Strategien nicht einzeln, sondern in Kombination verwendet werden sollten. Diversifizierung bedeutet, das Risiko bestmöglich einzuschränken und gleichzeitig größtmögliche Renditen zu erzielen.
Diversifizierung stellt sicher, dass ein Anlagenbündel das Ausfallrisiko von einzelnen Investitionen verringert. Je nach eigener Risikobereitschaft kann das Handelsportfolio unterschiedlich strukturiert werden.
(Abbildung: IG)
Eine konservative Strategie verringert das Risiko größtmöglich, wobei auch die Profitabilität eingeschränkt wird. Eine aggressive Anlagestrategie erhöht dagegen die Profitchancen, gleichzeitig aber auch das Verlustrisiko. Mit diesen Strategien ist es möglich, nicht nur das Vermögen vor der Inflation zu schützen, sondern gleichzeitig gewinnbringend zu vermehren.