PDAC-Teilnehmer sehen in ETFs Ursache für mangelnde Exploration

Veröffentlicht am 07.03.2025, 08:41

Der starke Fokus vieler Anleger auf passive Rohstoffinvestments schmälert die Finanzierungsbasis von Bergbau- und Explorationsunternehmen. Diese könnten deshalb deutlich unterbewertet sein. Sprott jedenfalls hat einen neuen Fonds aufgelegt.

Es ist ein Dauerthema der Branche: Obwohl eine deutliche Ausweitung der Explorationsaktivitäten dringend notwendig wäre, erhalten Junior Explorer nur schwer Kapital. Die chronische Unterfinanzierung des Segments entwickelt sich zu einer handfesten Bedrohung der Projektpipeline und könnte schon in wenigen Jahren zu hartnäckigen Angebotslücken bei unverzichtbaren Metallen führen. Die Gretchenfrage lautet: Warum sorgen Preissignale des Markes nicht für ein Umdenken unter Investoren?

"ETFs haben Geld abgesaugt"

Eine Antwort darauf glauben nun Teilnehmer der Prospectors and Developers Association of Canada (PDAC) gefunden zu haben: Börsengehandelte Rohstoffprodukte, in Europa als Exchange Traded Commodities (ETCs) bekannt, in Nordamerika auch als ETF geläufig. "ETFs haben eine Menge Geld aus allen anderen Bereichen des Geschäfts abgesaugt", sagte Mineral Fund-Präsident Christopher Berlet am Dienstag in einer Präsentation auf der PDAC.

Berlet konkretisiert: "Milliarden von Dollar sind auf Kosten von verwalteten Fonds und Explorationsunternehmen in ETFs geflossen. Was bedeutet das? Weniger Exploration, weniger Investitionen in die Aktienmärkte und Unterbewertung von Bergbauaktien."

Mit einem AUM von 296 Milliarden Dollar machen physische Metall-ETFs laut Daten von Mineral Fund Advisory inzwischen etwa 84 Prozent des gesamten ETF-Investmentpools für Bergbau und Metalle aus. Im Vergleich dazu liegen Bergbau-Aktienfonds bei 43 Milliarden Dollar und abgesicherte und gehebelte Metallfonds bei etwa 12,5 Milliarden Dollar.

Gold ETFs sind fünfmal so viel wert wie Newmont

"Bis 2004 war Newmont das Maß aller Dinge", fügt Berlet hinzu und nennt ein plastisches Beispiel für den Bedeutungszuwachs der ETFs und ETCs auf Kosten von Bergbauunternehmen. Gold-ETFs halten zusammen Vermögenswerte von 260 Milliarden Dollar – mehr als das Fünffache der Marktkapitalisierung von 49 Milliarden Dollar des größten Goldminenbetreibers Newmont (ISIN: US6516391066, WKN: 853823).

Besonders gravierend wirkt sich die Abkehr von aktiv verwalteten Investmentfonds auf die Finanzierung von Junior Bergbauunternehmen aus. Diese konnten bei ihrem wichtigsten Finanzierungsinstrument – der Privatplatzierung – früher auf die Teilnahme von Fondsmanagern zählen.

Durch die Verschiebung hin zu ETFs ist der Investorenkreis geschrumpft. "Es ist so einfach, einen ETF zu kaufen", so Berlet. "Es ist viel einfacher, als eine Due-Diligence-Prüfung eines Unternehmens durchzuführen und eine Privatplatzierung vorzunehmen. Dies hatte dramatische Auswirkungen auf den Markt."

Doch die Krise biete auch Chancen für Anleger – in der Exploration. "Die Unterbewertung der Unternehmen gegenüber dem Goldpreis ist heute so dramatisch wie nie zuvor in der Geschichte des ETF-Marktes."

 

Sprott legt aktiv verwalteten ETF auf

Mit dieser Auffassung steht Berlet nicht allein auf weiter Flur. Im vergangenen Monat legte der auf Rohstoffe spezialisierte Vermögensverwalter Sprott den Active Gold & Silver Miners ETF (ISIN: US85208P8656) auf. Der aktiv verwaltete ETF investiert in Aktien von auf Gold und Silber fokussierten Unternehmen, die in der Exploration, Entwicklung und im Bergbau tätig sind.

Sprott argumentiert ebenfalls mit der Unterbewertung des Segments: "Aktien von Gold- und Silberminen korrelieren historisch mit den zugrunde liegenden Edelmetallen, sind jedoch nicht immer synchron. In den letzten Jahren hinkten die Bergbauunternehmen dem Edelmetallpreis hinterher, wodurch ein erhebliches Aufholpotenzial entstand."

"Wir gehen davon aus, dass wir auf lange Sicht eine Rückkehr zum Mittelwert erleben und dass Aktien Gold übertreffen werden", erläuterte Steve Schoffstall, Direktor des ETF-Produktmanagements bei Sprott, kürzlich in einem Interview.

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