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Was passiert, wenn die Inflation steigt, die Anleger aber trotzdem die Sicherheit von US-Staatsanleihen suchen? Die Realrenditen fallen auf Rekordtiefs.
Die Realrendite errechnet sich aus dem nominalen Kapitalmarktzins abzüglich der Inflation. Für die amerikanische 10-Jahresanleihe fiel sie am Montag um fast 6 Basispunkte auf etwa minus 1,27%. Dies bedeutet, dass die Anleger mit einer weiterhin relativ hohen Inflation rechnen, sich aber Sorgen um die Wachstumsaussichten machen.
Die Delta-Variante des Coronavirus führt zu einem Wiederaufleben der Infektionszahlen, welche die Impfstoffe anscheinend nicht stoppen können, obwohl sie deren Symptome mildern. Infektionen, Sorgen über Infektionen und eine Wiedereinsetzung der Beschränkungen können alles dämpfen, was wie eine robuste Erholung aussah.
Kalifornien führt die Maskenpflicht in Innenräumen wieder ein, Frankreich verabschiedete Gesetze, die einen "Gesundheitspass" zur Zertifizierung von Impfungen oder einen negativen Test für Restaurants oder Reisen vorschreiben, und die USA beschlossen, die Einreisebeschränkungen für Ausländer aufrechtzuerhalten.
Der Streit im Kongress über ein parteiübergreifendes Infrastrukturgesetz ging am Montag weiter, als die Aussichten auf einen Kompromiss angesichts mehrerer ungelöster Probleme nachließen. Senatsunterhändler beider Parteien hatten gehofft, am Montag eine Einigung erzielen zu können, um diese Woche mit der Debatte über das Gesetz zu beginnen. Ein Scheitern des Gesetzesentwurfs oder auch nur eine Verzögerung würden die Hoffnungen auf weitere Staatsausgaben und auf fiskalische Anreize generell ankratzen.
Ausländische Käufe drückten die nominalen Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen im Handel am Montagmorgen auf fast 1,22% herunter, bevor sich die Rendite später in der Sitzung auf das Niveau vom Freitag von etwa 1,29% erholte.
Asiatische Investoren kauften massiv US-Staatsschulden, nachdem es an den Aktienmärkten Chinas und im Rest der Region zu einem gewaltigen Ausverkauf gekommen war. Eine angespannte Konfrontation während eines Treffens zwischen US-amerikanischen und chinesischen Beamten in der Nähe von Peking verstärkte ihr Unbehagen.
Die 10-jährige US-Breakeven-Rate, die aus der Differenz zwischen Nominalrenditen und inflationsgeschützten Renditen berechnet wird und damit die durchschnittlichen Inflationserwartungen der Investoren für die kommenden 10 Jahre widerspiegelt, kletterte auf 2,36%.
Anlagestrategen sagen, dass die fallenden Realrenditen auf mittelfristig höhere Inflationserwartungen hindeuten, welche die Federal Reserve im Rahmen ihrer neuen Politik tolerieren wird.
Der Einbruch der Realrenditen bedeutet auch, dass die Fed bei der Festlegung ihres Zeitplans für die Drosselung der geldpolitischen Anreize, wie z.B. der Anleihekäufe, weniger Druck verspürt, weshalb Wirtschaftsexperten ihre Prognosen für eine frühere Zinserhöhung kassiert haben.
Die Rendite der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe fiel auf fast minus 0,45%, nachdem der Ifo-Geschäftsklimaindex im Juli unerwartet auf 100,8 gesunken war, von revidierten 101,7 im Juni, während Analysten einen Anstieg auf 102,1 erwartet hatten. Die Rendite der deutschen Benchmarkanleihe erholte sich später im Handel auf minus 0,415%.
Analysten zufolge reagieren die Anleger möglicherweise über, aber die Renditen dürften niedrig bleiben, da die Anleihekurse so lange nach oben getrieben werden, bis sich die Datenlage zur Pandemie verbessert.
Die Anleihekäufe der Zentralbanken treiben die Preise ebenfalls in die Höhe, während die Emissionsaktivitäten im Sommer nachlassen.
Die Bemühungen der europäischen Regierungen, Hedgefonds dazu zu bringen, ihre Staatsanleiheorders nicht mehr aufzublähen, um eine höhere Allokation zu erhalten, schienen Früchte zu tragen. Die fingierten Orders erschwerten es den staatlichen Anleiheagenturen in Frankreich, Spanien und Italien, Neuemissionen richtig zu bewerten. Das Ordervolumen ist bei den jüngsten Angeboten deutlich zurückgegangen, sagten Anleihemanager gegenüber Reuters.
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