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Der ungebremste Renditeanstieg in den USA lastete gestern schwer auf den Märkten. Die zehnjährigen US-Staatsanleihen kletterten im Hoch bis auf 4,49%, damit um beachtliche 15 Basispunkte. Aktuell verharren sie auf diesem Niveau, entsprechen abwartend-ruhig tendieren die US-Futures. Da heute Nachmittag ein Ultimatum der Autogewerkschaft UAW ausläuft, kann es danach aber wieder unruhiger an den Börsen werden, weil eine deutliche Ausweitung der Streiks zu befürchten ist. Sollte die Rendite der 10y Treasury über 4,50% klettern, werden wir erneut Kleinigkeiten zukaufen. Den Sprung der US-Volatilität im Einklang mit den stark gefallenen Kursen haben wir heute früh genutzt, um für unseren Multi-Asset Fonds die nächste Tranche eines Nasdaq-Discountzertifikates zu kaufen. Der apano Global Systematik hat noch einen Aktien-Nettoinvestitionsgrad von 65%. Aktuell werden erneut Stopp Loss-Limite touchiert, so dass ein weiterer Abbau von bis zu 10%-Punkten denkbar ist.
Dass Japans Notenbank ihre ultralockere Geldpolitik beibehalten hat, ist per se eine gute Nachricht, weil dadurch von dieser Seite die globale Liquidität weiter hoch gehalten wird. Notenbankpräsident Ueda sieht das Risko einer zu frühen Straffung der Geldpolitik als zu hoch an. Im internationalen Vergleich ist Japans Inflation moderat. Die Rendite für 10y Staatsanleihen liegt bei 0,74%, die zugelassene Obergrenze bei 1%. Gegenüber den offshore-Preisen von gestern Nachmittag legen Japans Börsen deshalb heute deutlich zu, was sich in steigenden ETF-Kursen widerspiegelt. Chinas Akten erleben heute früh ein beachtliches Comeback, der MSCI China steigt um 2,5%.
Der STXE 600 liegt zur Stunde leicht im negativen Terrain. Gestern war relativ hilfreich, dass sowohl die Schweiz als auch England die Leitzinsen unangetastet beließen. Heute früh fällt große Unentschlossenheit auf, was an den widersprüchlichen Signalen aus den USA und Fernost liegt. Mit dem DAX ist nun ein wichtiger Regionalmarkt unter die 200-Tagelinie gefallen. Diese wurde im November 2022 überwunden, unmittelbar danach setzte eine 500-Punkte Rallye ein. Charttechniker befürchten nun exakt das Gegenteil. Von der Konjunkturseite kommen heute früh enttäuschende Werte aus Frankreich, die September Einkaufsmanagerindizes verfehlten die Erwartungen und rutschten mit 43,6 (verarbeitendes Gewerbe) bzw. 43,9 (Service) noch tiefer in den kontraktiven Bereich. In Deutschland hingegen wurde eine Aufhellung registriert. Der Service-Bereich verfehlte mit 49,8 nur knapp die Wachstumsschwelle, das verarbeitende Gewerbe verbesserte sich auf 39,8 nach 39,1. Natürlich aber ist dieser Wert immer noch katastrophal schlecht. Für die Eurozone beträgt der Wert 43,4, schwächer als prognostiziert. Service hingegen lag mit 48,4 über den Erwartungen. Deshalb verbesserte sich der Eurozone Composite Index auf 47,1 (Prognose: 46,5) nach 46,7 im August. Relevant nachher wird, wenn die diesbezüglichen Daten aus den USA gemeldet werden.
Wie stark sich die steigenden Renditen auf Wachstumswerte auswirken, zeigt ein aktueller Bloomberg-Chart. So hat sich seit Beginn des 3. Quartals der Nasdaq 100 knapp behauptet. Ein Goldman Sachs- Korb aus „nicht-profitablen“ Techtiteln hingegen hat seitdem 12% an Wert verloren. Zwei große Renditesprünge in 2022 (im Juni bis auf 3,38%, im Oktober auf 4,25%) hatten scharfe Kursrückgänge an den Börsen ausgelöst, die aber dann jeweils äußerst schnell wieder aufgeholt wurden, weil die Renditen danach wieder rasch zurück kamen. Darauf hoffen aktuell die Optimisten erneut. Die Pessimisten glauben nicht daran, allein schon deshalb, weil der Notenbank induzierte Level der US-Kurzläufer bei über 5% liegt.
APX: US-Staatsanleihen -2. Kupfer -4. US-Vola -1. Nikkei -2. Shanghai Composite +2. DAX -4. Der apano Börsen-Stimmungsindex fällt damit auf den Stand vom März (US-Regionalbankenkrise) zurück. Der Punktestand empfiehlt uns eine Aktien Soll-Allokation von 40%.
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