Eilmeldung
Sichern Sie sich 40% Rabatt 0
🔎 Jetzt alle NVDA ProTips zur Risiko- oder Renditeeinschätzung ansehen 40 % RABATT sichern

Zinserhöhungen: Kommt da noch viel mehr?

Von GoldGeldWeltMarktüberblick08.06.2023 08:20
de.investing.com/analysis/zinserhohungen-kommt-da-noch-viel-mehr-200482967
Zinserhöhungen: Kommt da noch viel mehr?
Von GoldGeldWelt   |  08.06.2023 08:20
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Artikel wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
 

Dieser Artikel erschien zuerst auf GoldGeldWelt

Die Zinsen könnten höher steigen als gedacht und länger hoch bleiben als erwartet. Jüngste Entwicklungen an den Derivate- und Anleihemärkten zeigen, dass sich die Zinserwartungen der Marktteilnehmer gerade verschieben.

An der Wall Street kehrt Ernüchterung ein. Die Rallye der Aktienkurse im Jahr 2023 basierte ganz maßgeblich auf der Annahme, dass die Federal Reserve noch in diesem Jahr eine Umkehr des aktuellen Zinserhöhungszyklus einleiten würde. Doch die robuste Konjunktur und die dadurch anhaltenden Inflationsgefahren machen einen Strich durch diese Rechnung.

Marktteilnehmer sehen US-Leitzins am Jahresende bei 5 %

Laut Wall Street Journal lässt sich aus den Derivatemärkten die Erwartung der Markteilnehmer ableiten, dass der Leitzins in den USA zum Ende des Jahres bei 5 % liegen wird. Letzten Monat war der Markt noch von 4 % ausgegangen.

Auch die Inflationserwartungen der Anleger erweisen sich im Blick in den Rückspiegel als falsch. Vergangenen Sommer hatte der Markt damit gerechnet, dass das Inflationsziel der Notenbank von 2 % Mitte 2023 wieder erreicht werden würde. Zuletzt lag die Inflation in den USA gemessen am Verbraucherpreisindex jedoch bei 4,9 %.

Erst am Freitag hatten überraschend starke Daten vom US-Arbeitsmarkt Zweifel an einer baldigen geldpolitischen Umkehr gesät. Rich Steinberg, Chefmarktstratege bei der Colony Group mutmaßt, dass die Notenbank im Juni zwar auf eine Zinserhöhung verzichten, im Sommer aber einen solchen Schritt umsetzen könnte.

Die Erwartungen im Hinblick auf die Leitzinsentwicklung lassen sich an den Renditen kurzfristiger Anleihen ablesen. Die Rendite einjähriger Staatsanleihen liegt aktuell bei 5,21 %. Für zwei Jahre beträgt die Rendite 4,54 %. Noch Ende April lag dieser Wert bei knapp 4,1 %.

Ein Problem für die US-Notenbank besteht darin, dass viele Markteilnehmer nicht wirklich an eine Rezession glauben – mit deren Eintreten die Chance auf eine deutliche Absenkung der Inflation steigen würde.

Deutlich wird dies an den moderaten Risikoaufschlägen für Anleihen mit geringer Bonität. Diese Anleihen werden von Unternehmen emittiert, die in einer Rezession relativ schnell in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Die niedrigen Risikoprämien belegen, dass Marktteilnehmer eine solche Rezession für unwahrscheinlich halten. In früheren Rezessionen waren Renditeaufschläge von mehr als acht Prozentpunkten im Vergleich zu Staatsanleihen üblich. Aktuell liegen die Zuschläge bei 4-5 %.

EZB will „ausreichend restriktives Niveau sicherstellen“

Auch in der Eurozone ist ein Ende der Zinserhöhungen nicht in Sicht, wenngleich die Inflationsraten zuletzt etwas rückläufig waren. Im Mai lag die Teuerungsrate in der Eurozone bei 6,1 %. In der kommenden Woche steht aller Voraussicht nach eine weitere Zinserhöhung um 25 Basispunkte an.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde äußerte kurz vor der Sitzung, dass „der Preisdruck stark“ bleibe. „Unsere künftigen Entscheidungen werden sicherstellen, dass die Leitzinsen auf ein ausreichend restriktives Niveau gebracht werden“, sagte Lagarde. Bundesbankchef Joachim Nagel sprach sich sogar für mehrere weitere Zinserhöhungen aus.

Mit der nun wahrscheinlichen Zinserhöhung stiege der Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken Geld bei der EZB leihen können, auf 4,0 %. Für Einlagen von Geschäftsbanken bei der EZB würde diese fortan 3,5 % zahlen.

Lagarde will sich nicht auf eine finales Zinsniveau festlegen. Zwar beginne die Wirkung der geldpolitischen Maßnahmen jetzt zu greifen. Es fehle aber noch an klaren Signalen dafür, dass die Kerninflationsrate ihren Höhepunkt überschritten habe. Ähnlich äußerte sich Nagel: „Von stabilen Preisen kann nicht die Rede sein. Die Geldpolitik darf und wird deshalb im Einsatz gegen die Inflation nicht nachlassen. Wir müssen noch hartnäckiger sein als die gegenwärtige Inflation“.

Australien: Notenbank erhöht Leitzins auf 11-Jahres-Hoch – und kündigt noch mehr an

Auch aus Australien kamen am Dienstag Nachrichten, die an einer baldigen geldpolitischen Umkehr zweifeln lassen. Die australische Zentralbank hat den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,1 % und damit den höchsten Wert seit elf Jahren angehoben.

Gleichzeitig warnten die Währungshüter in Down Under, dass weitere geldpolitische Straffungen für die Rückkehr zum Inflationsziel erforderlich sein könnten. Die Märkte reagierten prompt: Der Australische Dollar notierte fester, die Kurse von Anleihen gaben nach.

Prashant Newnaha, Zinsstratege für den asiatisch-pazifischen Raum bei TD Securities, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Notenbank „hinsichtlich der Entwicklung der mittelfristigen Inflationserwartungen nicht mehr so zuversichtlich“ sei wie zuvor und begründete dies mit einem auffälligen Detail: Die Notenbanker hatten eine zuletzt häufiger genutzte Formulierung gestrichen, der zufolge die mittelfristigen Inflationserwartungen weiterhin gut verankert seien.

Zinserhöhungen: Kommt da noch viel mehr?
 

Verwandte Beiträge

Zinserhöhungen: Kommt da noch viel mehr?

Kommentieren

Community-Richtlinien

Wir möchten Sie gerne dazu anregen, Kommentare zu schreiben, um sich mit anderen Nutzern auszutauschen. Teilen Sie Ihre Gedanken mit und/oder stellen Sie anderen Nutzern und den Kolumnisten Fragen. Um jedoch das Niveau zu erhalten, welches wir wertschätzen und erwarten, beachten Sie bitte die folgenden Kriterien:

  • Bereichern Sie die Unterhaltung
  • Bleiben Sie beim Thema. Veröffentlichen Sie nur Texte, die zu den genannten Inhalten passen. 
  • Respektieren Sie einander. Auch negative Meinungen und Kritik kann positiv und diplomatisch ausgedrückt werden. 
  • Benutzen Sie die anerkannten Ausdrucks- und Rechtschreibregeln. 
  • Beachten Sie: Spam, Werbenachrichten und Links werden gelöscht. 
  • Vermeiden Sie Profanität, Beleidigungen und persönliche Angriffe auf Kolumnisten oder andere Nutzer. 
  • Bitte kommentieren Sie nur auf Deutsch.

Diejenigen, die die oben genannten Regeln missachten, werden von der Webseite entfernt und können sich in der Zukunft je nach Ermessen von Investing.com nicht mehr anmelden.

Was denken Sie?
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
Posten auf
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Danke für Ihren Kommentar. Bitte beachten Sie, dass alle Kommentare erst nach vorheriger Überprüfung durch unsere Moderatoren veröffentlicht werden und deshalb nicht sofort auf unserer Webseite erscheinen können.
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Chart zum Kommentar hinzufügen
Sperre bestätigen

Sind Sie sicher, dass Sie %USER_NAME% sperren möchten?

Dadurch werden Sie und %USER_NAME% nicht mehr in der Lage sein, Beiträge des jeweils anderen auf Investing.com zu sehen.

%USER_NAME% wurde erfolgreich zu Ihrer Sperrliste hinzugefügt.

Da Sie diese Person entsperrt haben, müssen Sie 48 Stunden warten, bevor Sie sie wieder sperren können.

Diesen Kommentar melden

Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Kommentar

Kommentar markiert

Vielen Dank!

Ihre Meldung wurde zur Überprüfung an unsere Moderatoren geschickt
Mit Google registrieren
oder
Registrierung