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Was die höheren Ölpreise für den Energiemarkt bedeuten

Von Investing.com (Ellen R. Wald, Ph.D.)Rohstoffe14.03.2019 10:04
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Was die höheren Ölpreise für den Energiemarkt bedeuten
Von Investing.com (Ellen R. Wald, Ph.D.)   |  14.03.2019 10:04
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Als die internationale Politik und Transportdesaster sich auf die Öl- und Treibstoffmärkte niederschlagen, scheinen einige Chefs von Ölunternehmen eher mit dem Klimawandel und dem Umweltschutz beschäftigt zu sein. Für Öl- und Aktienhändler sind die neuen Unternehmensstrategien ein Thema, das sie im Auge behalten sollten.

1. Ölmajors uneins über Strategie

Die Ölmajors verfolgen verschiedene Ansätze, um die Investoren bei Laune zu halten. Niedrige Ölpreise haben in den vergangenen Jahren ein Loch in ihre Gewinnmargen gerissen, während einige Ölmajors wie BP (NYSE:BP), Equinor (NYSE:EQNR) und Royal Dutch Shell (NYSE:RDSa) glauben, sie haben das Vertrauen der Investoren verloren, weil sie nicht adäquat den Klimawandel angegangen sind. BP und Equinor glauben, dass ein Dialog mit potentiellen Investoren zum Klimawandel und dem Beitrag von Öl zur globalen Erwärmung ihr Image verbessern wird. Es ist allerdings fraglich, ob das Verfolgen einer Strategie, bei der ständig die moralische Grundlage der gesamten fossilen Brennstoffindustrie in Frage gestellt wird, sich positive auf das Investorenvertrauen und die Aktienkurse auswirken wird.

Royal Dutch Shell erfindet sich im wesentlichen als Energiekonzern neu, statt als Ölgesellschaft. Es versucht, bis Anfang der 2030er das “größte Stromunternehmen der Welt” zu werden. Shell hat viele seiner Ölförderanlagen verkauft und hat dafür erneuerbare Energiegeschäfte erworben. In der Tat ist Shell ein Bieter für Lizenzen zur Errichtung von Windfarmen in der Nordsee. Die Margen für Elektrizitätsanbieter sind typischerweise viel geringer als für Ölunternehmen, so dass es keineswegs sicher ist, ob Shell als Stromkonzern in der Lage sein wird, die 8-12% an Rendite zu erwirtschaften, die es anstrebt.

Andere Ölmajors wie Hess (NYSE:HES), Chevron (NYSE:CVX) und Exxon Mobil (NYSE:XOM) konzentrieren sich stärker auf traditionelle Aspekte des Geschäfts. Hess-CEO John Hess sprach jüngst davon, Ölförderanlagen mit hohen Kosten verkaufen zu wollen. Chevron und Exxon bauen beide ihre Ölförderung im Permischen Becken aus, wo sie guten Zugang zu Pipelines und Transportsystemen haben.

2. Ölproduktion und Sanktionen

Die Ölpreise stiegen gestern, nachdem Berichte hereingekommen waren, dass das Produktionswachstum im Permischen Becken für Dezember, Januar und Februar überschätzt worden war.

Oil 300 Minute Chart
Oil 300 Minute Chart

Die Ölproduktion wächst in den USA immer noch, aber nicht mit dem Tempo, dass die EIA vorhergesehen hatte. Die Benzinpreise steigen in den USA ebenfalls, als einige Regionen Preiserhöhungen von bis zu 34 Cent die Gallone zu verkraften haben. Stromausfälle in Venezuela verhindern, dass Öl auf Schiffe zum Export verladen werden kann, was die Preise ebenfalls steigen lässt. Hinzu kommt, dass Saudi-Arabien im April, wie auch im März weniger als 10 Mio Fass am Tag (barrels per day, bpd) produzieren will, was eine weitere frohe Botschaft für Ölbullen ist.

Das macht die Politik des US-Außenministeriums zu den Ausnahmegenehmigungen von den Ölsanktionen gegen den Iran (Significant Reduction Exemptions, SREs) im 2. Halbjahr sogar noch kritischer für den Markt. Diese werden von den USA benutzt, um einigen Ländern den Import bestimmter Mengen Öl aus dem Iran während der Laufzeit der Sanktionen zu ermöglichen. US-Außenminister Pompeo wiederholte erst kürzlich, dass die USA darauf aus sind, die Ölexporte des Irans auf null zu drücken. Er gab aber keinen Zeitplan, wann es soweit sein soll. Andere Vertreter des Außenministeriums betonten, dass die EIA-Vorhersagen zeigen, dass der Ölmarkt auch in 2019 mit rund 400.000 bpd überversorgt bleiben wird. Sie glauben, dass ein gut versorgter Markt kritisch für die Vereinigten Staaten ist, um ihre Sanktionen gegen die venezolanische Ölindustrie zur gleichen Zeit wie die Sanktionen gegen den Iran aufrechterhalten zu können.

Der Iran exportiert zur Zeit im Durchschnitt 1,4 Mio bpd an Öl, sodass es nicht danach aussieht, als werden die USA dieses Öl ab Mai komplett vom Markt zu beseitigen. Brian Hook, der Sonderbeauftragte im Außenministerium für den Iran, wollte keine spezifischen Ausnahmen kommentieren, sagte aber vor kurzem, es sei dem Präsidenten sehr wichtig, dass der Ölmarkt “gut versorgt und stabil” ist. Das US-Außenministerium wird wahrscheinlich den Ölmarkt bis Ende April weiter genau beobachten, aber es sieht zusehends danach aus, als blieben die SREs für Irans größte Ölabnehmer China und Indien auch für den Rest des Jahres 2019 erhalten.

3. Flugbenzin

Die Nachfrage nach Flugbenzin in den USA blieb im Februar hoch, berichtete das American Petroleum Institute. Das ist generell ein guter Indikator für das Wirtschaftswachstum in den USA. Allerdings veranlasste der jüngste Absturz einer Boeing (NYSE:BA) 737 Max 8 in Äthiopien Länder in aller Welt, diese Flugzeuge am Boden zu lassen. Das wir zu Verspätungen und Streichungen von Flügen in aller Welt führen. Jetzt, da die Vereinigten Staaten ebenfalls den Betrieb dieser Flugzeuge gestoppt haben, sollten wir im März mit einem Rückgang des Verbrauchs an Flugbenzin in den USA rechnen.

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