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Kaffeepreis: Geht die Mega-Rallye weiter?

Von Investing.com (Barani Krishnan/Investing.com)Rohstoffe30.12.2021 06:25
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Kaffeepreis: Geht die Mega-Rallye weiter?
Von Investing.com (Barani Krishnan/Investing.com)   |  30.12.2021 06:25
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Dass Arabica-Kaffee im Börsenjahr 2021 der größte Gewinner unter den wichtigsten Agrarrohstoffen ist, steht außer Frage. Ob sich dieser Erfolg auch im neuen Jahr fortschreiben lässt, muss sich aber erst noch zeigen.

Im Moment deuten die fundamentalen Rahmenbedingungen der Bohne darauf hin, dass der Rallye wenig im Wege steht, auch wenn die technische Ausgangslage auf eine leichte abwärts gerichtete Korrektur hindeutet.

Kaffeepreis (Monthly)
Kaffeepreis (Monthly)

Alle Charts mit freundlicher Genehmigung von skcharting.com

Gegen Ende des Jahres pendelt der Arabica-Kontrakt zur März-Lieferung an der ICE über der Marke von 2,25 US-Dollar pro Pfund, etwa 10 % unter dem 10-Jahres-Hoch von über 2,50 US-Dollar, das am 6. Dezember erreicht wurde. Auf Jahressicht steht für Arabica ein Plus von mehr als 75 % zu Buche.

Robusta, die zweitbeliebteste Kaffeesorte der Welt, die hauptsächlich in Vietnam angebaut wird, notiert ebenfalls unter den Anfang des Monats erreichten Zehnjahreshochs, kommt aber im Jahresverlauf immer noch auf ein stolzes Plus von 71 %.

Kaffee verbuchte in diesem Jahr durchweg die größten Zuwächse unter den wichtigsten Anbauprodukten wie Mais (+25 %), Zucker (+23 %), Weizen (+22 %), Orangensaft (+13 %), Sojabohnen (+4 %) und Kakao (-5 %).

Warum der Kaffeepreis weiter steigen könnte

Die Mega-Rallye beim Kaffee ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen, nicht zuletzt auf das Angebot.

Laut einer Analyse der Rabobank, die Fortune ins Feld führt, ist der gesamte Kaffeemarkt in diesem Jahr von einem Überschuss zu einem Defizit von 5,2 Millionen Säcken übergegangen. Weitere Faktoren sind den Analysten nach Engpässe bei der Verschiffung und ein Mangel an Containern. Da die Käufer nicht mit Sicherheit wissen konnten, wann und wie der Kaffee transportiert werden würde, haben sie wahrscheinlich zu viel gekauft und damit eine Spirale von Panikkäufen ausgelöst.

Wörtlich schrieben die Analysten:

"Während die Produktion von der Corona-Pandemie relativ unbeeinflusst blieb und die Unsicherheit über das potenzielle Nachfragewachstum im Jahr 2021 anhält, glauben wir, dass sich der Absatz von grünem Kaffee besser entwickelt hat als erwartet, unter anderem auch deshalb, weil der Kaffee direkt vom Mangel an verfügbaren Containern im Jahr 2021 betroffen war, was wiederum die Unternehmen zu Großeinkäufen motivierte, um Produktion und Absatz zu sichern."

Die Rabobank prophezeite, dass die "Panikkäufe" nach Weihnachten aufhören würden, aber der Unsicherheitsfaktor sei vor allem das Wetter im größten Erzeugerland der Arabica-Bohne, Brasilien. Brasilien wurde in der vergangenen Saison sowohl von Trockenheit als auch von Frost heimgesucht.

Anfang des Monats erklärte Ole Hansen, Leiter der Rohstoffstrategie bei der Saxo Bank, gegenüber CNBC, dass sich in den letzten 12 Monaten "ein perfekter Sturm von Ereignissen zusammenbraute, der unserer geliebten Bohne Auftrieb gab. Die Frage, die sich für die künftige Preisentwicklung stellt, ist, wie nachhaltig diese Entwicklungen sein werden", so Hansen.

"Ich denke, wir müssen uns auf das konzentrieren, was sich in diesem Jahr in Brasilien abgespielt hat, wo wir einen massiven Temperaturabfall hatten, gefolgt von einer kurzen, aber heftigen Frostperiode, die einige Anbaugebiete schwer getroffen hat, und wir hatten eine Dürreperiode - das hat die Ernte 2022 in einen etwas heiklen Zustand versetzt."

Hansen fügte hinzu, dass diese ungünstigen Witterungsbedingungen die Ernteerträge in diesem Jahr, 2022 und möglicherweise sogar 2023 beeinträchtigen würden. "Im Jahr 2011, als Brasilien ebenfalls Schockwellen durch den Kaffeemarkt sandte, stieg der Kaffeepreis auf etwa 3 Dollar pro Pfund", sagte er.

"Solche Zahlen veranlassen den Markt zu Spekulationen darüber, ob wir diese Niveaus wieder erreichen können, und ich glaube, dass mit Blick auf Brasilien und wenn die Prognosen in den kommenden Monaten weiterhin eine Verlangsamung oder Verringerung der Produktion bestätigen, das Risiko, dass unser Heißgetränk teurer wird, sehr real ist."

"Alles in allem haben wir es mit einem Markt zu tun, der zum ersten Mal seit Jahren wieder eine gewisse Anspannung aufweist."

Maximillian Copestake, Executive Director of European Coffee Sales bei Marex, sagte in einem separaten Interview mit CNBC, dass Kaffee in einem "riesigen Preisrennen steckt, das in erster Linie aufgrund von Verwerfungen im Frachtverkehr entsteht".

"In den letzten fünf bis acht Jahren konzentrierte sich das Angebot auf ein oder zwei große Kaffeeanbaugebiete, darunter Brasilien und Vietnam", so Copestake weiter.

Er fügte hinzu:

"Wenn es in einem oder beiden dieser Länder zu Schäden kommt, was bei uns der Fall war, spielt der Markt plötzlich verrückt und versucht, andere Länder zur Kaffeeproduktion zu bewegen. Das ist das zugrunde liegende Prinzip, und als Sahnehäubchen kamen dann noch die Störungen im Frachtverkehr hinzu. Die ohnehin schon angespannte Lage, die sich in einer möglichen Preisrallye zu einem späteren Zeitpunkt der Ernte hätte auswirken sollen, wurde durch die Transportstörungen, die wir gesehen haben, noch verschärft."

Copestake wies auch darauf hin, dass es etwa zwei Jahre dauert, bis die Kaffeeproduktion auf eine Preisveränderung reagiert. "Ich glaube nicht, dass wir schon über den Berg sind", sagte er.

"Aber wenn der Preis in die Höhe schnellt, wird jeder Sack Kaffee, der sich in den Lagern der Bauern befindet, auf den Markt gebracht, um ihn zu verkaufen, denn die Preise sind hervorragend. Es gibt also einen Anreiz, mehr anzubauen, aber auch, die Bestände im Ursprungsland zu reduzieren und diese Bestände an den Bestimmungsort zu bringen. Meiner Meinung nach ist das gerade im Gange".

Er rechnet damit, dass die Preise auch in Zukunft hoch oder zumindest volatil bleiben werden.

Kaffeepreis: Was sagt die Charttechnik?
Kaffeepreis (weekly)
Kaffeepreis (weekly)

Sunil Kumar Dixit, technischer Chefstratege bei skcharting.com, meint, dass Arabica seit den ersten Gewinnmitnahmen am 10-Jahres-Hoch über 2,52 US-Dollar nun in einer Spanne von 2,35 bis 2,23 US-Dollar mit einer leicht bärischen Tendenz notiert.

Vor dem Start in den Januar 2022 bewegt sich der bärisch ausgerichtete Stochastik-Indikator auf dem Wochenchart mit Werten zwischen 28 und 48 deutlich unter dem Relative Strength Index von 64. Dies lässt nicht auf eine sofortige Wiederaufnahme der Rallye schließen, die den Preis zuvor auf den Höchststand von 2,52 US-Dollar gebracht hat, ohne dass wir zuvor eine Korrektur zu sehen bekommen, so Dixit.

"Übergeordnet kann Arabica bei einem Ausbruch über 2,35 US-Dollar seinen Aufwärtstrend wieder aufnehmen und den Bereich von 2,50 Dollar erneut testen", sagte er. "Ein Überwinden von 2,52 US-Dollar ist auch erforderlich, um in die nächste Zielzone von 2,64 - 2,90 US-Dollar im Zeitraum Januar bis März 2022 vorzudringen."

"Aber eine Schwäche unter 2,23 US-Dollar kann die Korrektur von Arabica bis in den Bereich von 2,15 bis 1,90 US-Dollar ausweiten. Auch das sollte bedacht werden."

Disclaimer: Barani Krishnan verwendet eine Reihe von Ansichten abgesehen von seiner eigenen, um Vielfalt in seine Analyse jedes Marktes zu bringen. Aus Neutralitätsgründen präsentiert er manchmal konträre Ansichten und Marktvariablen. Er hält keine Position in den Rohstoffen und Wertpapieren, über die er schreibt.

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Kommentare (2)
steve spring
steve spring 04.01.2022 1:04
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Also ich habe mir vorgenommen, etwas weniger Kaffee zu trinken, somit sollte der Preis wieder leicht zurück kommen
Herbert Türk
Herbert Türk 30.12.2021 14:21
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Nächstes Jahr werde ich auf Grund der Vola und interessanten Markt-Phase einsteigen. Sehr guter Artikel. Dankeschön
 
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