Angebotsschock in Westafrika treibt Kakao-Futures auf Mehrmonatshoch US-Kakao-Futures legten heute um 5,1 % zu, maßgeblich angetrieben von einem sich verschärfenden Angebotsschock in Westafrika. Anhaltende sintflutartige Regenfälle in der Elfenbeinküste und Ghana überfluten die Zufahrtswege zu den Farmen, behindern die Zwischenernte und wecken ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Qualität und des Volumens der kommenden Haupternte 2026/27. Diese wetterbedingte Angebotsverknappung wurde durch eine Welle technischer Eindeckungen von Leerverkaufspositionen massiv verstärkt, da Fonds mit hohen Netto-Short-Positionen gezwungen waren, diese aufzulösen. Dies beschleunigte die starke Aufwärtsbewegung des Rohstoffs in Richtung von Mehrmonatshochs.
Investing.com -- US-Kakao-Futures stiegen heute auf ein Tageshoch von 5.299 und näherten sich damit dem höchsten Stand seit Jahresbeginn. Sich verschlechternde Ernteaussichten in Westafrika trafen auf aggressive Eindeckungen von Leerverkaufspositionen (Short-Covering) und lösten eine der stärksten eintägigen Rallyes der letzten Monate aus. Sorgen um die bevorstehende Kakaoernte in Westafrika trieben die Preise stark in die Höhe. Heftige Regenfälle in der Elfenbeinküste und Ghana überschwemmten Straßen und schnitten den Bauern den Zugang zu Farmen und Häfen ab, was die globale Versorgung direkt bedroht. Einige Analysten haben ihre Prognosen für die Produktion in der Elfenbeinküste für die neue Saison auf 1,7 bis 1,8 Millionen Tonnen gesenkt – gegenüber rund 2,2 Millionen in der Saison 2025/26 –, nachdem starke Regenfälle Plantagen überflutet und die Ernte sowie den Transport behindert hatten.
Obwohl Niederschläge für das Wachstum der Pflanzen unerlässlich sind, kann übermäßige Feuchtigkeit Pilzkrankheiten und Schädlingsbefall fördern, insbesondere während der kritischen Phase der Kakaoschotenbildung und -reife. Darüber hinaus rückt Kakao durch die Rückkehr von El Niño erneut in den Fokus der Agrarrohstoffe, die am stärksten von Klimaschocks bedroht sind. Prognosen warnen, dass ein sich verstärkender El Niño in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 den Harmattan-Wind intensivieren und die aktuellen feuchten Bedingungen in extremen Trockenstress umkehren könnte. Die bullische Stimmung wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass die von der ICE zertifizierten Lagerbestände in US-Häfen um 3.828 Säcke auf 2.914.908 sanken, was auf eine kurzfristig knappere Versorgungslage hindeutet.
Für einen in US-Dollar notierten Rohstoff wie Kakao senkt ein schwächerer US-Dollar mechanisch die Kosten für internationale Käufer, was die Nachfrage ankurbelt und Futures-Kontrakte für nicht-amerikanische Marktteilnehmer attraktiver macht. Massive Leerverkaufspositionen von Fonds bergen das Risiko, eine Aufwärtskorrektur der Preise zu verstärken. Die jüngsten COT-Daten zeigen, dass Fonds Netto-Short-Positionen halten, die nahe am höchsten Stand seit mehr als drei Jahren liegen – eine gespannte Feder für genau diese Art von Short-Covering-Rallye. Der US Dollar Index stand während der Handelssitzung ebenfalls unter Druck, was dem gesamten Agrarrohstoffsektor ("Softs") zusätzlichen mechanischen Rückenwind verlieh. Der Dow Jones legte im Tagesverlauf um 1,1 % zu, was eine allgemein konstruktive, risikofreudige Stimmung ("Risk-on") widerspiegelt, die die Nachfrage nach Rohstoff-Engagements stützte.
Das Zusammentreffen dieser Faktoren – sich verschlechternde Ernteaussichten, ein technisch überverkaufter Markt mit hohen Leerverkaufspositionen, ein schwächerer Dollar und ein unterstützendes Aktienumfeld – schuf ideale Bedingungen für eine starke Neubewertung. Die Kakaopreise sind in den letzten zwei Wochen stark gestiegen, legten um mehr als 20 % zu und erreichten Mehrmonatshochs, wobei die Sorgen um die bevorstehende Ernte in Westafrika der zentrale Treiber waren. Der heutige Anstieg um 5,1 %, bei dem die Preise im Tagesverlauf 5.299 erreichten, spiegelt einen Markt wider, in dem sich das Narrativ der physischen Angebotsknappheit entscheidend gegenüber den Überschussprognosen durchgesetzt hat, die die Preise zu Beginn des Jahres belastet hatten.