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Kann die Fed die Inflation besiegen?

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Kann die Fed die Inflation besiegen?
Von Elena Christodoulou   |  28.04.2021 10:40
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Das vielleicht größte Fragezeichen hinter dem gesamtwirtschaftlichen Bild und dem Makroausblick ist das der Inflation. Dies ist der Hauptzweifel, den wir bezüglich des aktuellen Tempos der Fed-Politik und ihrer Bereitschaft, das zu durchschauen, was sie als vorübergehenden Preisanstieg ansieht, haben könnten. In den nächsten Monaten werden wir viel mehr Klarheit darüber bekommen, wie stark der Inflationsimpuls ist, wie lange er wahrscheinlich anhalten wird und was dies für die Entwicklung der Inflationserwartungen, der Treasury-Renditen und der Fed-Politik bedeuten wird. Die Fed sagt, dass sie dies durchschauen wird - die Frage ist wirklich, ob dies der richtige Weg ist.

Abgesehen von der Preisinflation bei den Vermögenswerten, die wir seit Jahren gesehen haben - selbst bei dem relativ engen Inflationsmaßstab, den die Zentralbanken verwenden - scheint die Art von Preisdruck, die wir sehen, ziemlich beispiellos zu sein. Ich denke, dass Powell, Lagarde und Co. in den nächsten Monaten einige heftige Inflationsdrucke zu spüren bekommen werden.

Rohstoffe: Mais, Weizen und Sojabohnen notieren in der Nähe von Acht-Jahres-Hochs, während Kaffee und Zucker ebenfalls stark gestiegen sind. Es sieht so aus, als gäbe es einen perfekten Sturm von Preisdruck in Form von wetterbedingten Angebotseinschränkungen und einer steigenden Nachfrage.  Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Das schlechte Wetter im oberen Mittleren Westen hat Mais in Mitleidenschaft gezogen, während die Trockenheit in den Dakotas auch Weizen und Sojabohnen beeinträchtigen könnte. Die Ernten in Südamerika fallen in diesem Jahr bekanntlich geringer aus, und die Nachfrage in China und anderen asiatischen Ländern erreicht ihren Höhepunkt.  Die Holzpreise erlebten eine gut dokumentierte Rallye aufgrund eines Baubooms nach der Pandemie. Kupfer befindet sich aufgrund einer Mischung aus steigender Nachfrage und Lieferproblemen in Chile auf einem 10-Jahres-Hoch, während Palladium einen Rekordstand erreicht hat. Massive Infrastrukturausgaben sind ein Faktor, ebenso wie eine deutliche Erholung der Nachfrage und Angebotseinschränkungen.  

Der PMI für das verarbeitende Gewerbe in den USA meldete den stärksten Anstieg der Inputkosten seit Juli 2008, der auf schwerwiegende Engpässe bei den Zulieferern und deutlich gestiegene Transportkosten zurückzuführen ist. Der Anstieg war der zweitschnellste seit Beginn der Aufzeichnungen, da die Unternehmen weiterhin die Kosten teilweise an die Kunden weitergeben. Wichtig ist, dass die Kunden damit umgehen können - das Verbrauchervertrauen ist hoch, die Konjunkturschecks haben die Kassen gefüllt und die Menschen sind bereit, Geld auszugeben.  

In Großbritannien stellte IHS Markit fest, dass die rapide Kosteninflation in der gesamten britischen Privatwirtschaft anhielt, angeführt von höheren Kraftstoffrechnungen, Mitarbeiterlöhnen, Rohstoffpreisen und Frachtzuschlägen. "Eine Kombination aus höheren Betriebskosten und stärkerer Kundennachfrage bedeutete, dass die durchschnittlich berechneten Preise weiterhin mit einer der schnellsten Raten der letzten dreieinhalb Jahre stiegen", heißt es in dem zusammengesetzten PMI-Bericht.

In Europa stiegen die durchschnittlichen Inputpreise für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor mit der stärksten Rate seit zehn Jahren. Die höheren Kosten werden in der Regel an die Kunden weitergegeben. "Die durchschnittlichen Preise für Waren und Dienstleistungen stiegen mit der höchsten Rate seit Januar 2018, angetrieben durch einen Rekordanstieg bei den Warenpreisen ... Die Preise für Dienstleistungen stiegen im Vergleich dazu nur bescheiden, zeigten aber den größten Anstieg seit Beginn der Pandemie", so der Bericht.

Unterdessen weisen die Unternehmen auf die Kosteninflation hin. In Gewinnmitteilungen wurde auf die höheren Rohstoff- und Transportkosten hingewiesen, die sie an die Verbraucher weitergeben werden. Die Kommentare der Führungskräfte deuten darauf hin, dass ihre Ansichten nicht ganz mit der Ansicht der Fed über einen vorübergehenden Inflationsimpuls übereinstimmen.  Es sieht so aus, als würde die Fed zu lange zu akkommodierend sein. Letztendlich wird sie die Zinsen sehr schnell anheben müssen - wenn sie will, dass der Zyklus lang ist, wird sie am Ende des Zyklus schnell handeln müssen.


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Kommentare (1)
Der den Trend sucht
derdenTrendsucht 11.05.2021 15:02
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Der Beitrag stellt die aktuelle Lage sehr gut dar. Der Preisanstieg schlägt sich in den Rohstoff und  Energiepreisen letztendlich auch in den Endprodukten nieder. In den Indikatoren sit dies momentan noch nicht ersichtlich, die FED will vermutlich beruhigen um die tatsächliche Lage nicht explodieren zu lassen. Früher oder später bleibt keine andere Möglichkeit als Zinsanhebungen. So stellt sich mir die aktuelle Lage dar.
 
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