Eilmeldung
0
Werbefreie Version. Jetzt upgraden für ein Surferlebnis auf Investing.com ganz ohne Werbung. Sparen Sie bis zu 40%. Weitere Details

Trotz EZB-Optimismus: EUR/USD gibt Gewinne wieder ab - warum?

Von Kathy LienForex10.09.2020 22:24
de.investing.com/analysis/trotz-ezboptimismus-eurusd-gibt-gewinne-wieder-ab--warum-200442797
Trotz EZB-Optimismus: EUR/USD gibt Gewinne wieder ab - warum?
Von Kathy Lien   |  10.09.2020 22:24
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Artikel wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
 

Der EUR/USD kletterte infolge der geldpolitischen Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB) über die Marke von 1,19 Dollar. Die EZB war weniger dovish als erwartet, aber die europäische Einheitswährung konnte ihre Gewinne nicht halten, als die Risiken rund um Brexit zunahmen und die US-amerikanischen Aktien eine Trendumkehr hinnehmen mussten. EZB-Chefin Lagarde war weitaus gelassener als von den Anlegern befürchtet. Sie wolle auf den Anstieg des Euros nicht überreagieren, so der Tenor während ihrer Pressekonferenz in Frankfurt. Sie räumte ein, dass über den Euro diskutiert wurde, aber die EZB zielt nicht auf den Wechselkurs ab und man beobachtet stattdessen lediglich seine Auswirkungen auf die Inflation. 

Die Zentralbank erhöhte auch ihre BIP-Prognosen für 2020, 2021 und 2022 und korrigierte ihre Inflationsprognose für 2021 nach oben. Nach den schwachen Verbraucherpreisen per August befürchteten die Anleger, dass die EZB ihre Inflationsprognosen senken würde, aber diese Hochstufungen spiegeln ihr Vertrauen in die Wirtschaft wider. Laut Lagarde deuten die Daten sogar auf einen kräftigen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität mit Blick auf das verarbeitende Gewerbe und eine deutliche Belebung der Inlandsnachfrage hin. Sie räumte ein, dass nach wie vor Ungewissheit bestehe und reichlich Konjunkturimpulse erforderlich seien, aber das wichtigste Takeaway der EZB war, dass sie sich weit weniger Sorgen über die Wirtschaftsaussichten macht, als die Euro-Händler erwartet hatten. Man kann zwar argumentieren, dass die Trendumkehr des Euro die Skepsis des Marktes widerspiegelt, doch sie hat möglicherweise mehr mit der hohen Risikoaversion und der Sorge um einen harten Brexit in Europa zu tun. Vor diesem Hintergrund erwarten wir, dass der Euro das Pfund outperformt, sich gegenüber dem japanischen Yen abschwächt und gegenüber dem US-Dollar zunächst seitwärts tendiert.

Im Gegensatz zum Euro, der am Ende des Tages immer noch gegenüber dem Dollar an Wert gewann, geriet das Pfund Sterling stark unter Abgabedruck. In den letzten 7 Handelstagen fiel der GBP/USD um fast 600 Punkte, während der EUR/GBP um mehr als 300 Punkte anzog. Es sieht mehr und mehr danach aus, dass Premierminister Boris Johnson auf einen harten Brexit drängt. Die Regierung weigert sich, ihren Gesetzentwurf für den Binnenmarkt fallen zu lassen, was nach Ansicht der Europäischen Union gegen ihre Vereinbarung verstößt. Sie hat Johnson bis Ende des Monats Zeit gegeben, den Gesetzentwurf zu ändern. Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, warnte davor, dass die USA ein Handelsabkommen zwischen den USA und Großbritannien nicht unterstützen würden, wenn Großbritannien gegen die EU-Austrittsvereinbarung verstößt. Die Lage gerät zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt außer Kontrolle, da die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter zunimmt und die Wirtschaft Schwierigkeiten hat, sich zu erholen. Angesichts des Brexit-Dramas dürften die am Freitag anstehenden Konjunkturdaten aus Großbritannien - Industrieproduktion und Handelsbilanz - wohl kaum einen Einfluss auf das Pfund Sterling haben, das sich wahrscheinlich weiter südwärts orientieren wird.

Unterdessen entwickelte sich der US-Dollar trotz stärker als erwartet gestiegener Erzeugerpreise und einer unveränderten Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützungen (unter 900.000) gemischt. Zum japanischen Yen und zum australischen Dollar blieb er konstant, verlor gegenüber dem Euro und dem Schweizer Franken an Wert und gewann im Verhältnis zum Pfund Sterling, dem neuseeländischen und dem kanadischen Dollar an Stärke. Die Kommentare von Vertretern der Bank of Canada hatten keinen nachhaltigen Einfluss auf den Loonie. Angesichts der neuen Inflationsstrategie der Fed fragten sich viele Händler, ob die BoC ebenfalls Anpassungen vornehmen würde. Zentralbankgouverneur Macklem hat dazu nicht viel Licht ins Dunkel gebracht, aber er meinte, dass ihr Programm zur quantitativen Lockerung darauf abziele, ihr Inflationsmandat zu erfüllen.  Die neuseeländischen PMI-Zahlen aus dem verarbeitenden Gewerbe stehen heute Abend noch auf dem Wirtschaftskalender.

Trotz EZB-Optimismus: EUR/USD gibt Gewinne wieder ab - warum?
 

Verwandte Beiträge

Mike Seidl
Erholungsversuch des AUDUSD plus   Von Mike Seidl - 07.12.2021

Von der Stärke des Aussiedollars im vergangenen Handelsjahr ist nicht mehr viel übrig. Stattdessen haben die Bären wieder das Ruder übernommen und einen handfesten Abwärtstrend...

Karsten Kagels
EUR/USD: Der SMA20 drück nach unten Von Karsten Kagels - 07.12.2021

Kurze Standortbestimmung - Analyse beim Kurs des EUR/USD von 1,1279: Analyse bei 1,1279. Ausgehend von einem lokalen Hoch zu Beginn des Jahres hat sich eine Korrektur bis unter...

Marios Krausse
Erholungsrally nach dem Abverkauf? Von Marios Krausse - 29.11.2021

Willkommen zu einer neuen Handelswoche. Die Nachfrage am Markt nach riskanteren Anlagen erlitt einen Einbruch infolge des neuen Anstiegs der Covid-19-Fälle und der Unsicherheit...

Trotz EZB-Optimismus: EUR/USD gibt Gewinne wieder ab - warum?

Kommentieren

Richtlinien zur Kommentarfunktion

Wir möchten Sie gerne dazu anregen, Kommentare zu schreiben, um sich mit anderen Nutzern auszutauschen. Teilen Sie Ihre Gedanken mit und/oder stellen Sie anderen Nutzern und den Kolumnisten Fragen. Um jedoch das Niveau zu erhalten, welches wir wertschätzen und erwarten, beachten Sie bitte die folgenden Kriterien:

  • Bereichern Sie die Unterhaltung
  • Bleiben Sie beim Thema. Veröffentlichen Sie nur Texte, die zu den genannten Inhalten passen. 
  • Respektieren Sie einander. Auch negative Meinungen und Kritik kann positiv und diplomatisch ausgedrückt werden. 
  • Benutzen Sie die anerkannten Ausdrucks- und Rechtschreibregeln. 
  • Beachten Sie: Spam, Werbenachrichten und Links werden gelöscht. 
  • Vermeiden Sie Profanität, Beleidigungen und persönliche Angriffe auf Kolumnisten oder andere Nutzer. 
  • Bitte kommentieren Sie nur auf Deutsch.

Diejenigen, die die oben genannten Regeln missachten, werden von der Webseite entfernt und können sich in der Zukunft je nach Ermessen von Investing.com nicht mehr anmelden.

Was denken Sie?
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
Posten auf
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Danke für Ihren Kommentar. Bitte beachten Sie, dass alle Kommentare erst nach vorheriger Überprüfung durch unsere Moderatoren veröffentlicht werden und deshalb nicht sofort auf unserer Webseite erscheinen können.
Kommentare (1)
Maxis Babywelt
Maxis Babywelt 10.09.2020 23:53
Gespeichert. Lesezeichen ansehen.
Dieser Kommentar wurde bereits unter Lesezeichen gespeichert
cooler Beitrag Kathy
 
Sind Sie sicher, dass Sie diesen Chart löschen möchten?
 
Senden
 
Angehängten Chart durch einen neuen Chart ersetzen?
1000
Sie sind gegenwärtig aufgrund von negativen Nutzerbeurteilungen von der Abgabe von Kommentaren ausgeschlossen. Ihr Status wird von unseren Moderatoren überprüft.
Warten Sie bitte eine Minute bis zur erneuten Abgabe Ihres Kommentars.
Chart zum Kommentar hinzufügen
Sperre bestätigen

Sind Sie sicher, dass Sie %USER_NAME% sperren möchten?

Dadurch werden Sie und %USER_NAME% nicht mehr in der Lage sein, Beiträge des jeweils anderen auf Investing.com zu sehen.

%USER_NAME% wurde erfolgreich zu Ihrer Sperrliste hinzugefügt.

Da Sie diese Person entsperrt haben, müssen Sie 48 Stunden warten, bevor Sie sie wieder sperren können.

Diesen Kommentar melden

Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Kommentar

Kommentar markiert

Vielen Dank!

Ihre Meldung wurde zur Überprüfung an unsere Moderatoren geschickt
Haftungsausschluss: Fusion Media would like to remind you that the data contained in this website is not necessarily real-time nor accurate. All CFDs (stocks, indexes, futures) and Forex prices are not provided by exchanges but rather by market makers, and so prices may not be accurate and may differ from the actual market price, meaning prices are indicative and not appropriate for trading purposes. Therefore Fusion Media doesn`t bear any responsibility for any trading losses you might incur as a result of using this data.

Fusion Media or anyone involved with Fusion Media will not accept any liability for loss or damage as a result of reliance on the information including data, quotes, charts and buy/sell signals contained within this website. Please be fully informed regarding the risks and costs associated with trading the financial markets, it is one of the riskiest investment forms possible.
Mit Google registrieren
oder
Registrierung