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Wird sich eine Rezession in den USA auf die Performance deutscher Anleger auswirken?

Veröffentlicht am 19.01.2024, 17:11
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Trotz derzeitigem Aufschwung an US-Märkten warnen einige Experten vor einer drohenden Rezession im Jahr 2024. Beispielsweise sagte Warren Buffett während der Jahrestagung von Berkshire Hathaway (NYSE:BRKa), dass die „unglaubliche Wachstumsphase“ der US-Wirtschaft zu Ende ginge und dass die meisten Geschäftsbereiche des Unternehmens in diesem Jahr wahrscheinlich deutlich geringere Gewinne erzielen würden als im Vorjahr.

Investiere in Aktien, ja oder nein? Sollten sich deutsche Anleger anderswo nach nachhaltigen Anlagemöglichkeiten umsehen, da die Aussicht auf eine Rezession in den USA weiterhin eine Bedrohung für die beeindruckende jüngste Performance der Wall Street darstellt?

Visual Capitalist

(Abbildung: Visual Capitalist)

Die jüngste Rallye der US-Aktienmärkte im Überblick

An der Wall Street herrscht Freude, da die US-Notenbank eine bevorstehende Zinswende im kommenden Jahr signalisiert hat. Nicht nur institutionelle Anleger haben in letzter Zeit großes Interesse am US-Aktienmarkt gezeigt, gerade in den letzten Wochen hat es einen starken Anstieg der Käufe bei Privatanlegern gegeben. Somit raste der S&P 500 Ende Dezember in Richtung neuer Höchstwerte und konnte bereits beachtliche 4.754,63 Prozentpunkte erreichen (Stand: 23.12.2023).

Die dynamische Aufwärtsbewegung an den US-Aktienmärkten hat sich nach den Aussagen von Fed-Chef Powell nochmals beschleunigt. Die steigenden Wetten auf Zinsveränderungen haben dazu beigetragen, dass der S&P 500 über sein Juli-Hoch ausgebrochen ist und der Dow Jones ein neues Rekordhoch erreicht hat.

Google Finance

(Abbildung: Google (NASDAQ:GOOGL) Finance)

So wirkt sich der Leitzins auf die Aktienmärkte aus

Die neueste Rallye der US-Aktienmärkte kommt nicht von ungefähr. Der Leitzins der amerikanischen Zentralbank „Federal Reserve“, kurz Fed, spielt eine bedeutende Rolle für die Aktienmärkte. Änderungen des Leitzinses, die von Zentralbanken vorgenommen werden, haben direkte Auswirkungen auf die Aktienmärkte: 

Ein niedriger Leitzins macht es günstiger für Unternehmen, Geld zu leihen. Unternehmen können somit zu niedrigeren Kosten Kapital aufnehmen, um zu expandieren oder zu investieren. Das führt oft zu einem Anstieg der Aktivitäten und Investitionen, was positive Auswirkungen auf die Aktienkurse mit sich bringt. Insgesamt bleibt die Einflussnahme des Leitzinses auf den Aktienmarkt ein zentrales Element, doch sollte man auch die potenzielle Dämpfung durch überhöhte Erwartungen im Auge behalten.

Shanna Strauss-Frank, Network Development Manager bei Freedom Finance Deutschland, sagt hierzu Folgendes: „Jüngste ‚lockere' Äußerungen von Vertretern der Federal Reserve haben die Erwartung einer möglichen Änderung der Geldpolitik geweckt, und Anleger wetten auf eine mögliche Zinssenkung in naher Zukunft. Dieser Optimismus hat zu einer Rally am US-Aktienmarkt geführt, wobei der S&P 500 seit Anfang November um 10 % zulegte. Der Terminmarkt weist auf eine 77-prozentige Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen bis Mai 2024 und eine 52-prozentige Wahrscheinlichkeit von fünf kumulierten Zinssenkungen bis Ende Dezember 2024 hin.

Einige Marktteilnehmer warnen jedoch davor, dass die Anleger hinsichtlich der Aussichten auf Zinssenkungen möglicherweise zu optimistisch sind. Die Fed muss die Zinsen eventuell länger auf einem höheren Niveau belassen, als die Anleger angesichts des Ziels von 2 % erwarten, um die Inflation vollständig einzudämmen. Dies könnte sich negativ auf die US-Marktindikatoren auswirken, da Aktien aufgrund höherer Zinsen im Vergleich zu anderen Anlageklassen wie Anleihen weniger attraktiv sind.“

Weitere Expertenmeinungen und Analysen zu einer möglichen US-Rezession im Jahr 2024

Eine Rezession ist selbst trotz potenzieller Zinssenkung noch möglich. Dementsprechend sind sich Ökonomen uneinig, ob und wann mit einer kommenden US-Rezession zu rechnen ist. 

Viele Ökonomen gehen davon aus, dass die stark überhitzte Situation eine kommende Abkühlung signalisiert. Andere Ökonomen gehen von einer Rezession in der zweiten Hälfte des Jahres 2024 aus, während andere wiederum eine weitaus bessere Ökonomie prognostizieren.

PNC erwartet beispielsweise einen Rückgang der Verbraucherausgaben im zweiten Quartal 2024, in dem die US-Wirtschaft in eine leichte Rezession eintreten wird. Hohe Zinsen und geringfügige Arbeitsplatzverluste werden dazu führen, dass die Haushalte vorsichtiger werden. Die Deutsche Bank (ETR:DBKGn) geht noch einen Schritt weiter und prognostiziert, dass Kanada im Jahr 2024 mit nur 0,8 % das höchste BIP-Wachstum unter den G7 aufweisen wird. Analysten von JPMorgan (NYSE:JPM) gehen davon aus, dass der US-Markt trotz des derzeitigen Aufschwungs im Jahr 2024 zumindest abschwächen wird.

Das U.S. Bureau of Labor Statistics geht dagegen davon aus, dass die Gesamtbeschäftigung im Jahr 2024 auf über 160,3 Millionen anwachsen wird, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 0,6 % entspricht – ein Wert über dem allgemeinen Wachstumsdurchschnitt.

Fazit: Der Leitzins gibt die Richtung auf dem Aktienmarkt vor

Anleger sollten gerade jetzt die Zinspolitik der Fed im Auge behalten, um eine belastbare Entscheidung zu treffen. Aktuell ist eher Vorsicht geboten, da die hohen Erwartungen zu einer Abkühlung führen und die Dynamik umkehren könnten.

Diese hohen Erwartungen an Zinssenkungen können im Umkehrschluss eine Phase der Korrektur einleiten: Eine Zurückhaltung bei Zinssenkungen kann die Märkte verunsichern und zu einer Anpassung der Preise führen. Die vorherrschende Erwartungshaltung allein beeinflusst dementsprechend die Kursentwicklung.

Eine rationale Bewertung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und eine breitere Analyse abseits des reinen Zinsfokus trägt dazu bei, die Auswirkungen auf den Aktienmarkt besser einzuschätzen. 

Finanzberater warnen im Allgemeinen davor, aufgrund erwarteter kurzfristiger Marktbewegungen umfassende Änderungen am Portfolio vorzunehmen. Es könnte jedoch an der Zeit sein, das Portfolio neu auszubalancieren, indem etwas Geld aus den erfolgreichsten Positionen gestrichen und in einige Nachzügler aufgestockt wird. Auch hier sollte der Fokus auf der Unternehmensleistung liegen.

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