Die jüngste Ankündigung von Präsident Trump zum Thema Zölle unterstreicht, wie hoch die makroökonomische Unsicherheit ist und wohl vorerst auch bleiben wird.
"Wir werden Zölle in Höhe von 25 Prozent auf alle Autos erheben, die nicht in den USA hergestellt wurden", sagte Trump am Mittwoch.
Angesichts der Vorliebe des Präsidenten für Zölle war das nicht wirklich überraschend, sondern ein weiterer Weckruf, dass das Weiße Haus seine aktuelle Politik fortzusetzen wird, so müssen wir wohl laut dem Standard-Drehbuch für die Wirtschaft und die Finanzmärkte mit harten Zeiten rechnen.
Eine Ausnahme: Anleihen, die immer wieder die erste Wahl sind, wenn die Aussichten schwierig werden. Festverzinsliche Wertpapiere konnten in diesem Jahr durchweg Gewinne verbuchen, wenn man die Entwicklung einer Reihe repräsentativer ETFs bis zum Mittwochsschluss (26. März) zugrunde legt.
Die Performance-Spitzenreiter im Jahr 2025 ist der 10- bis 20-Jahresbereich der Treasury-Renditekurve (NYSE:TLH) und der inflationsindexierten Staatsanleihen (TIPs), die seit Jahresbeginn jeweils um mehr als 3 % zugelegt haben. Das sind erfreuliche Gewinne, während der Aktienmarkt (SPY) im bisherigen Jahr 2025 einen Verlust von 2,7 % hinnehmen musste. Die Gewinne von des TLH und der TIPs zeigen auch beträchtliche Renditeaufschläge gegenüber der Benchmark für US-Investment-Grade-Anleihen über den Vanguard Total (EPA:TTEF) Bond ETF (NASDAQ:BND), der immerhin um 2,1 % klettern konnte.
Anleihen waren in diesem Jahr ein sicherer Hafen - allerdings gibt es mehrere Risikofaktoren, die den weiteren Weg dieser Anlageklasse erschweren könnten. Die drängende Frage ist, ob die Inflation oder die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums Vorrang hat, wenn es darum geht, wie die Fed ihre künftige Geldpolitik gestaltet.
Für den Moment hat die US-Zentralbank eine abwartende Haltung eingenommen. Nachdem die Fed ihren Leitzins Anfang des Monats unverändert gelassen hat, preisen die Fed Funds Futures hohe Chancen für eine weitere Nullrunde anlässlich der nächsten FOMC-Sitzung am 7. Mai ein. Im Gegensatz dazu scheint der Markt an eine hohe Wahrscheinlichkeit zu glauben, dass die Fed die Zinsen auf der Juni-Sitzung senken wird.
Mit anderen Worten: Die schwächere Konjunktur ist bei den Wetten darauf, was die kurzfristige Ausrichtung der Fed-Politik bestimmen wird, der Favorit. Sollte das zutreffen, sollte das den Bondmarkt beflügeln.
Eine schwächere Wirtschaftstätigkeit geht in der Regel mit einer niedrigeren Inflation einher, eine Kombination, die den Weg für Zinssenkungen ebnen würde. Die Möglichkeit einer hartnäckigen oder höheren Inflation bei gleichzeitig schwächerer Konjunktur - Stagflation - ist jedoch ein besorgniserregendes Szenario und könnte die Anleihekurse belasten, weil die Anleger aus genau diesem Grund einen höheren Renditeaufschlag verlangen würde.
Ein führender Marktstratege warnt, dass eine Stagflation nicht unwahrscheinlich ist. "Die größte Frage, wenn man über Risiken nachdenkt - ich glaube nicht, dass dabei entscheidend ist, wie viel Wachstum wir haben werden oder nicht - ist die Stagflation", sagte Iqbal Khan, President UBS (SIX:UBSG) Asia Pacific und Co-President Global Wealth Management am Donnerstag anlässlich des Bloomberg Family Office Summit in Hongkong. "Das ist das eigentliche Risiko da draußen, das jeder vermeiden will. Und ich denke, dass die meisten Zentralbanken, einschließlich der Fed, sich sehr, sehr stark auf dieses Thema konzentrieren.”
Anders formuliert - die Fed wird möglicherweise zögern, die Zinsen zu senken. Sollte das der Fall sein, könnten hinter einem weiteren Anstieg des Bondmarktes große Fragezeichen stehen.
Die US-Notenbank und die Märkte sind also in hohem Maße von den tröpfchenweise eintreffenden Wirtschaftsdaten abhängig, um zu sich ein Bild davon zu machen, was als nächstes kommt.
So scheint ein zurückhaltendes Abwarten immer noch die beste Option zu sein.