SanDisk Aktie bricht ein: Sorgen um Überangebot bei Speicherchips belasten Die Aktie der SanDisk Corporation steht heute unter erheblichem Verkaufsdruck und gibt im Nachmittagshandel um 12,4 % auf 1.415,26 $ nach. Belastet wird der Kurs durch eine Gemengelage aus Sorgen über die Nachfrageaussichten, die sich bereits den zweiten Handelstag in Folge verschärfen. Wesentlicher Auslöser ist der Q2-Bericht von TSMC: Obwohl der Konzern die Umsatzerwartungen übertraf, schürte die Ankündigung massiv erhöhter Investitionsausgaben Ängste vor einem künftigen Überangebot bei Speicherchips, was NAND-Anbieter wie SanDisk besonders hart trifft. Der Ausverkauf setzt die Verluste vom Vortag fort, die durch die Aufnahme der Bewertung durch Argus Research mit „Halten“ sowie einen Reuters-Bericht ausgelöst wurden. Laut diesem Bericht prüft der wichtige Hyperscale-Kunde CoreWeave den Einsatz von Derivaten zur Absicherung gegen einen möglichen Preisverfall bei Speicherchips. Infolgedessen entwickelt sich die SanDisk Aktie deutlich schwächer als der breite Markt, da der S&P 500 nur moderate Verluste verzeichnet.
Investing.com – Die SanDisk Aktie brach im Nachmittagshandel um 12,4 % auf 1.415,26 $ ein und setzte damit einen zweitägigen Abverkauf fort. Eine neue Welle der Nervosität am Speichermarkt, verstärkt durch den Quartalsbericht von TSMC, trieb die Anleger in die Flucht. TSMC übertraf zwar die Analystenschätzungen für das zweite Quartal und steigerte den Gewinn im Jahresvergleich deutlich, kündigte aber gleichzeitig an, die Investitionsausgaben (Capex) in diesem Jahr auf über 60 Mrd. $ zu erhöhen. Dies liegt weit über der bisherigen Prognose von rund 54 Mrd. $ und schürte die Befürchtung, dass ein Anstieg der Halbleiter-Fertigungskapazitäten den NAND-Flash-Markt überschwemmen und die hohen Chip-Preise unter Druck setzen könnte, die der außergewöhnlichen Rally von SanDisk zugrunde lagen.
Der Abverkauf wurde zudem durch zwei belastende Faktoren aus der vorangegangenen Handelssitzung verstärkt. Argus Research hatte am Mittwoch die Beobachtung von SanDisk mit einer „Halten“-Einstufung aufgenommen und gewarnt, dass das Unternehmen zwar bei NAND-Flash-Lösungen gut positioniert sei, eine nachlassende Nachfrage jedoch zu einer heftigen Reaktion bei der Produktpreisgestaltung und beim Aktienkurs führen könnte. Zudem enthüllte ein Reuters-Bericht, dass der Hyperscale-Cloud-Kunde CoreWeave – der langfristige Lieferverträge mit SanDisk unterzeichnet hat, die dem Chiphersteller eine Preisuntergrenze garantieren – sich in frühen Gesprächen über den Einsatz von Finanzderivaten, einschließlich Put-Optionen, befindet, um sich gegen einen zukünftigen Preisverfall bei Speicherchips abzusichern. Dies ist ein Signal dafür, dass sich sogar die eigenen Kunden von SanDisk auf eine mögliche Preiskorrektur einstellen.
Der Gesamtmarkt bot kaum Unterstützung: Der NASDAQ gab um 1,1 % nach und der S&P 500 verlor 0,5 %, während Technologie- und Halbleiterwerte auf breiter Front unter Druck gerieten. Der Kursrückgang der SanDisk Aktie fiel deutlich stärker aus als der beider Indizes. Dies spiegelt unternehmensspezifische Sorgen wider, die zu einer branchenweiten Rotation aus stark gelaufenen KI-Hardware-Titeln hinzukamen. Die Aktie hatte bereits rund 40 % von ihrem 52-Wochen-Hoch bei 2.354,39 $ verloren. Ein hohes Leerverkaufsinteresse von über 11 % des Streubesitzes sowie Insiderverkäufe im Juni verstärkten die Abwärtsdynamik zusätzlich.
Zusammengenommen zeichneten die Capex-Warnung von TSMC, die belastende „Halten“-Einstufung von Argus und der Bericht über die Absicherungsgeschäfte von CoreWeave das Bild eines Marktes, der zunehmend skeptisch ist, ob der Preisboom bei NAND-Speichern anhalten kann – ein Narrativ, das sich für eine Aktie, die nach einer der explosivsten Rallys der jüngeren Börsengeschichte mit einer Premium-Bewertung gehandelt wird, als toxisch erwies.