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ROUNDUP: Weidmann warnt vor Dauertief bei Zinsen - Eurokrise nicht vorbei

Veröffentlicht am 20.12.2013, 13:57
FRANKFURT (dpa-AFX) - Bundesbankpräsident Jens Weidmann sieht langfristig Risiken in der EZB-Krisenpolitik. In einem Interview warnte er vor einer Gewöhnung an die historisch niedrigen Zinsen im Euroraum. 'Es besteht die Gefahr, dass sich Staat und Private an das billige Geld gewöhnen, Strukturreformen unterlassen, Banken und Unternehmen ohne tragfähiges Geschäftsmodell am Leben erhalten', sagte Weidmann der 'Wirtschaftswoche'. Zudem betrachtet der Notenbanker, der auch im Rat der Europäischen Zentralbank sitzt, die Debatte um mögliche neue Finanzspritzen der EZB für Banken mit Skepsis.

Die historisch niedrigen Zinsen ließen der Europäischen Zentralbank kaum noch Handlungsspielräume, sagte Weidmann. 'Unsere Botschaft ist: Die EZB ist bereit zu handeln, wenn dies nötig ist. Allerdings sind die traditionellen Instrumente an der Null-Zins-Grenze weniger wirksam'.

Die Gefahr, dass der Euroraum in eine Deflation rutscht, ist aus Sicht des Bundesbank-Präsidenten sehr begrenzt. Der Preisauftrieb werde mit ein bis eineinhalb Prozent in den nächsten zwei Jahren niedrig, aber positiv sein. Die längerfristigen Inflationserwartungen lägen bei zwei Prozent. 'Das Risiko einer Deflation ist somit bei einer Gesamtbetrachtung sehr begrenzt.' Daran änderten auch sinkende Preise in Südeuropa nichts.

Die Euro-Schuldenkrise ist Weidmann zufolge allerdings noch längst nicht überwunden, trotz der Beruhigung an den Finanzmärkten. Es dürfte noch Jahre dauern bis die Ursachen der Krise beseitigt seien, sagte der Bundesbank-Präsident.

Skeptisch äußerte er sich zu der Debatte um mögliche neue milliardenschwere Finanzspritzen der EZB für Banken. 'Ich sehe es grundsätzlich skeptisch, wenn die Notenbank zur Feinsteuerung von regionaler oder sektoraler Kreditvergabe der Banken aufgefordert wird. Das endet schnell in planwirtschaftlichen Ansätzen', sagte Weidmann.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte zuletzt signalisiert, dass die Notenbank Geldhäusern - falls nötig - eine neue Finanzspritze geben könnte. Beobachtern zufolge könnte die EZB daran die Bedingung knüpfen, dass nur die Institute Geld bekommen, die ihren Unternehmen mehr Kredite gewähren.

Die Milliarden, die die EZB den Banken bisher langfristig zur Verfügung stellte, kamen kaum bei den Unternehmen an. Sie seien vielmehr großenteils zum Ankauf von Staatsanleihen verwendet worden, erklärte Weidmann. Bei möglichen künftigen Geschäften sollte dies verhindert werden. 'Am einfachsten und schlüssigsten durch eine Bepreisung, die solche Carry-Trades unattraktiv macht.'/mar/DP/jsl

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