Investing.com - Nach der dynamischen Vortageserholung geht den Dax-Bullen am Freitag erneut die Puste aus. Vorbörslich wird der deutsche Leitindex von einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider belastet, wonach Washington eine Entscheidung über Lizenzen für US-Firmen zur Wiederaufnahme des Geschäfts mit dem chinesischen Telekommunikations-Giganten Huawei zurückhalte. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China ist damit wieder stärker präsent und belastet die Börsenstimmung, zumal die chinesische Zentralbank (PBoC) das Yuan-Fixing so schwach festsetzte wie seit dem 2. April 2008 nicht mehr.
Der Dax-Future gab zuletzt (7.40 MEZ) um 0,33 Prozent oder 38,5 Punkte auf 11.786 Zähler nach. Für den Euro Stoxx 50-Future ging es ebenfalls um 0,33 Prozent oder 11 Punkte auf 3.353 Zähler nach unten.
Die People’s Bank of China (PBoC) hat den Mittelwert für den chinesischen Yuan auf 7,0136 je Dollar am Freitag festgesetzt. Das ist das schwächste Niveau seit dem 2. April 2008, aber etwas fester als die von Reuters und Bloomberg befragten Analysten erwartet hatten.
Nach Bekanntgabe des täglichen Fixings kann der US-Dollar im Verhältnis zum Yuan dann im Tagesverlauf mit plus/minus 2 Prozent um den festgesetzten Wechselkurs schwanken.
Der USD/CNY (Festlandchina - onshore) legte um 0,09 Prozent auf 7,0505 zu. Der USD/CNH (Außerhalb Festlandchinas - offshore) verlor zuletzt 0,01 Prozent auf 7,0761. Der Offshore-Kurs des chinesischen Yuan (Renminbi - CNH), der in Hongkong gehandelt wird, bildet sich frei am Markt, wird aber indirekt auch vom Fixing der People’s Bank of China beeinflusst.
Trader werden auch heute empfindlich auf die hereinkommenden Schlagzeilen zum US-amerikanischen und chinesischen Handelskonflikts reagieren.
Derweil sind in China die Verbraucherpreise im Juli um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert gestiegen. Analysten hatten mit einem Wert von 2,7 Prozent gerechnet. Dabei verteuerten sich vor allem die Nahrungsmittelpreise, die um 9,1 Prozent zugelegt hatten. Verantwortlich für den Preisanstieg waren die in die Höhe schnellenden Preise für Schweine, die im Juli um 27 Prozent zulegten. Der Grund: in China werden Millionen Schweine wegen des tödlichen afrikanischen Schweinefiebers getötet. Das kurbelt den Preis auf dem Weltmarkt an. Die Preise für frisches Obst knallten sogar um 39 Prozent nach oben und damit auf den höchsten Stand seit 2006.
Gleichzeitig gab der Erzeugerpreisindex in China im Juli um 0,3 Prozent auf das Jahr hochgerechnet nach. Die Kombination aus niedrigeren Preisen bei Erzeugern und steigenden Verbraucherpreisen ist das schlimmstmögliche Ergebnis für Peking, denn damit geht die Feuerkraft des Landes zurück, die Wirtschaft zu stimulieren und das zu einer Zeit, in dem China mit den USA in einem sich zuspitzenden Handelskrieg steckt.
In der Konsequenz gaben die chinesischen Aktienmärkte leicht nach. Der Shanghai Composite um 0,40 Prozent, der Shenzhen Composite um 0,84 Prozent.
Japans Nikkei 225 legte um 0,49 Prozent, nachdem die japanische Wirtschaft stärker wuchs als gedacht.
Der südkoreanische KOSPI legte um 1,1 Prozent zu.
In Australien profitiert der ASX 200 von der Aussicht auf weitere geldpolitische Lockerungen durch die RBA, die bereit sei, die Zinsen weiter zu senken, falls nötig, hieß es in einem Statement der Währungshüter.
Die US-Futures zeigen nach der gestrigen Rallye nach unten. Der Dow-Future gab 0,38 Prozent ab, der S&P 500-Future verlor 0,47 Prozent und der Nasdaq 100-Future um 0,58 Prozent.
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Dank der gestrigen Rallye, die mit steigenden US-Renditen einherging, holten die US-Aktienindizes ihre gesamten Wochenverluste auf.
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