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Fed-Preview: Zinserhöhung ausgemacht - Dot-Plot-Matrix im Fokus

Veröffentlicht am 12.06.2018, 11:03
Aktualisiert 02.09.2020, 08:05
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  • Volatilität wegen der Möglichkeit von vier Zinserhöhungen in 2018 eskaliert.
  • Wenn nur ein Fed-Mitglied seinen Ausblick von drei auf vier ändert, wird dies auch das Mittel des Gesamtausblicks anheben
  • Jüngste Handelskonflikte könnten eine Veränderung des Ausblicks unwahrscheinlich machen
  • Als die Märkte sich auf den Beginn der zweitägigen Sitzung der Federal Reserve zur Geldpolitik einstimmen, die am heutigen Dienstag losgehen wird, ist die seit langem bestehende Erwartung, dass das Hauptergebnis eine Anhebung der des Zinskorridors um 25 Basispunkte auf 1,75%-2,00% sein wird. Da die Chancen dafür dem Fed Rate Monitor Instrument von Investment.com nach bei über 90% gesehen werden, dürfte der Schritt selbst keine Ängste am Markt auslösen.

    Allerdings sehnen sich die Händler nach Klarheit über den weiteren Ausblick in der Geldpolitik. Und die Veränderung der Stimmabgabe eines einzigen Fed-Mitglieds könnte zu neuer Volatilität und erhöhter Nervosität am Markt führen.

    Die Zinsentscheidung, die am Mittwoch um 20:00 MEZ bekanntgegeben werden soll, wird nicht nur von dem Zinsstatement des über die Geldpolitik entscheidenden Offenmarktausschusses der Fed (Federal Open Market Committee, FOMC) begleitet werden, sondern auch von der vierteljährlichen Aktualisierung der Konjunkturprognosen der Notenbanker, denen eine Pressekonferenz mit Fed-Chef Jerome Powell folgt, die weitere Aufschlüsse über den Ausblick der US-Zentralbank bereithalten könnte.

    Taktzahl der Zinserhöhungen belebt die Volatilität

    Als Teil der Konjunkturvorhersagen vom vergangenen März zeigte das Punktediagramm oder “dot plot”—in dem einzelne Notenbanker anonym ihre Zinsvorhersagen abgeben—dass das Mittel der Prognosen bei insgesamt drei Zinsschritten in 2018 gefolgt von weiteren drei im nächsten Jahr lag, als Teil des Plans der Fed für “weitere graduelle Anhebungen der Federal Funds Rate", dem US-Leitzins.

    Allerdings, die allmählich steigenden Inflationswerte, im Fahrwasser eines extrem gespannten Arbeitsmarktes haben Spekulationen angefacht, dass die Fed in 2018 viermal zuschlagen könnte, worin die Zinserhöhung vom März mit einbezogen ist.

    Das wiederum hat Turbulenzen am Markt neue Nahrung gegeben, die im Februar losgingen, der als erster Monat seit einem Jahr mit einem Rückgang des S&P 500 (-3,9%) endete. Auch die Kursgewinne des Dows in diesem Jahr wurden auf 1,5% gestutzt, nachdem er Bluechip-Index bis dahin den besten Start in ein neues Jahr seit 1987 hingelegt hatte.

    Hinzu kommt, dass das Gemunkel über eine aggressivere Fed merklich zuzunehmen begann. Sie erreichten wohl einen Höhepunkt am Ende dieses Monats, als Powell vor dem US-Kongress angehört wurde und meinte “manches vom Gegenwind, der der US-Konjunktur in den vergangenen Jahren ins Gesicht blies hat sich nun in Rückenwind gewandelt" und nahm Bezug auf die expansive Fiskalpolitik und die festere Nachfrage nach US-Exportgütern. “Aus der Sicht des Offenmarktausschusses werden weitere graduelle Erhöhungen der Federal Funds Rate am besten das Erreichen unserer beiden Hauptziele fördern.” fügte er hinzu.

    Die Reaktion (oder Überreaktion) am Markt lässt darauf schließen, dass die Händler Powells Bemerkungen als harte Linie ansahen, was die Möglichkeit von vier Zinsschritten in diesem Jahr bestätigte. Die Chancen stiegen weiter, als positive Konjunkturdaten und höhere Inflationswerte die Idee zementierten, dass die Fed eine weitere Zinserhöhung durchziehen könnte, neben den drei die sie schon für 2018 vorgesehen hat.

    Als dann allerdings das Ende vom Mai kam, wurden die Märkte von politischen Ereignissen in Italien und Ängsten über ein Auseinanderbrechen der Eurozone erschüttert. Die Bedrohung durch eine Finanzkrise, die die Weltwirtschaft erschüttern könnte, hat die Wetten auf eine vierte Zinserhöhung im Dezember wieder zunichte gemacht. Die Idee einer weiteren Anhebung auf 2,25%-2,50% verschwand in der Versenkung.

    Target Rate Probability

    Der obige Chart zeigt klar die Oszillationen in der Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen auf 2,25%-2,50% bis Jahresende, was insgesamt vier Zinsschritte in 2018 bedeuten würde. Zum Zeitpunkt des Artikels wurden die Chancen darauf bei knapp unter 45% gesehen, immer noch unter der 50% Hürde, die in diesem Jahr schon durchbrochen wurde.

    Jede Fed-Stimme zählt

    Das Auf und Ab bei den Wetten auf eine vierte Zinserhöhung in diesem Jahr reflektiert die Verunsicherung am Markt darüber, wie aggressiv die Fed sein sollte oder sein wird. Der einflussreiche Präsident der New York Fed William Dudley versuchte die Wogen Anfang März zu glätten, indem er sagte: “Wenn es vier... Zinserhöhungen geben sollte, dann denke ich, wäre das immer noch graduell.” sagte er auf einer Konferenz. Dudley erklärte, dass ein solcher Schritt immer noch nur halb so aggressiv wäre, wie die acht Zinserhöhungen im Jahr, die die Fed im vergangenen Jahrzehnt durchführte, was er als die “Alternative zu graduell” bezeichnete.

    Nichtsdestoweniger, die Verwirrung über drei oder vier Zinserhöhungen liegt im Zentrum der Meinungen der Fed-Mitglieder und ihrer Ansichten über die Konjunktur. Im März lag das Mittel für 2018 bei 2,125%, womit ein Verbleiben in einem Korridor von 2,00%-2,25% oder insgesamt drei Zinserhöhungen in diesem Jahr impliziert wird.

    Fed's March Dot Plot

    Dotplot vom März der anonym gegebenen Einzelvorhersagen für die Zinssätze. Quelle: Federal Reserve.

    Allerdings, wie man im Dotplot der Fed vom März (oben) sehen kann, gab es genauso viele Notenbanker, die drei oder vier Zinserhöhungen vorhersagten. Die beiden Notenbanker, die eine lockere Geldpolitik bevorzugen, überstimmten das eine Mitglied, das eine noch härtere Linie verfolgen will. Zusammengefasst ist es so, dass wenn eines der Fed-Mitglieder, das bisher drei Zinserhöhungen vorhersagte, auf diesmal auf vier umschwenkt, dann ändert dies alles, da dann der offizielle Ausblick für 2018 auf vier Zinserhöhungen steigt.

    Wird das eine Rolle spielen?

    Auch wenn Marktalgorithmen durchdrehen könnten und die Finanzmedien ohne Zweifel sensationsgeladene Schlagzeilen produzieren werden, wäre es kaum ein Anzeichen auf einen grundlegenden Wandel in der Geldpolitik. Da jede Stimme zählt, wäre die tatsächliche Änderung winzig.

    Behält man im Hinterkopf, dass in diesem Jahr keiner der Stimmberechtigten im FOMC abweichend von einer Fed-Entscheidung gestimmt hat, dann dürfte es unwahrscheinlich sein, dass ein eine kleine Änderung des Mittels des Ausblicks Tumulte im inneren Kreis der Notenbanker auslösen wird.

    Während es keine Glaskugel gibt, die zeigen könnte, welcher Seite sich die nach der Datenlage agierende Fed zuwenden wird, weisen alle Anzeichen auf einen Mangel an Impulsen für eine Änderung hin. Während des Monats Mai deuteten Dallas Fed Präsident Robert Kaplan, Philadelphia Fed-Chef Patrick Harker und der Kopf der Atlanta Fed Raphael Bostic jeder für sich an, dass sie drei Zinserhöhungen vorhersehen.

    Der Präsident der San Francisco Fed John Williams—der am 17. Juni Dudley an der Spitze NY Fed ablösen wird—sagte am 4. Mai, dass “die zentrale Tendenz im Ausschuss (im letzten März) drei oder vier Zinserhöhungen im Jahr warn (…) I denke immer noch, dass dies die richtige Art ist, darüber zu denken, angesichts der anhaltenden Verbesserung der Konjunktur.”

    Allerdings, vieles hat sich verändert, insbesondere wenn es um den internationalen Handel geht. Seit der Zinserhöhung vom 21. März haben mindestens fünf Fed-Entscheider die wirtschaftlichen Risiken durch die anhaltenden Spannungen im Außenhandel zwischen den USA und insbesondere seit dem Wochenende dem Rest der G7. Seither hat die Verunsicherung eher noch zugenommen.

    Auch wenn die Fed die Märkte als in genügend guter Verfassung beurteilt, um am Mittwoch eine Erhöhung um ein Viertelprozent durchzuziehen, scheint es definitiv ein wenig opportuner Augenblick für einen Notenbanker zu sein, das Abstimmungsverhalten zu ändern.

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