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Fehlsignale plagen die europäischen Anleger und schüren Unsicherheit

Von Stockstreet GmbH (Sven Weisenhaus)Marktüberblick12.01.2018 15:08
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Fehlsignale plagen die europäischen Anleger und schüren Unsicherheit
Von Stockstreet GmbH (Sven Weisenhaus)   |  12.01.2018 15:08
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Zuletzt beschrieb ich am Dienstag die guten Konjunkturdaten aus den USA. Doch auch hierzulande kommt die Konjunktur immer weiter in Fahrt. Beispielsweise ist die Arbeitslosigkeit in der Eurozone nochmals gesunken und lag damit im November 2017 nur noch bei 8,7 %. Die bestehende Abwärtstendenz hält also weiter an.

Arbeitslosenquote in der Eurozone und der EU
Arbeitslosenquote in der Eurozone und der EU

(Quelle: Eurostat)

Ebenfalls zurückgegangen ist die Inflationsrate. Diese fiel in der Eurozone im Dezember nach vorläufigen Zahlen wieder auf 1,4 %.

Inflation im Euroraum
Inflation im Euroraum

Somit ist die leichte Aufwärtstendenz, die man noch im Vormonat mit viel gutem Willen aus der Zahlenreihe ableiten konnte (siehe Börse-Intern vom 6. Dezember), fürs erste beendet.

Der Aktienmarkt freut sich

Dies dürfte auch den Aktienmarkt sehr freuen. Denn einerseits führt eine sinkende Arbeitslosigkeit zu einem höheren Konsum, der sich letztlich natürlich in den Gewinnen der Unternehmen zeigen wird, und andererseits sorgt es dafür, dass es für die EZB wegen der anhaltend niedrigen Inflationsrate keinen Anlass gibt, ihre expansive Geldpolitik früher zurückzufahren.

Unsicherheit treibt auch im Euro STOXX 50 ihr Unwesen

Wie auch der DAX, kann auch der Euro STOXX 50 daraus nur begrenzt Profit schlagen. Er begann das Jahr zwar auch sehr stark, doch auch hier zeigt sich übergeordnet eine hohe Unsicherheit unter den Anlegern. Dabei ist diese sogar fast noch eher nachzuvollziehen als im DAX, in dem sich durch die Unsicherheit eine Trompete bildete. (siehe Börse-Intern vom vergangenen Dienstag).

Am Ende doch nur eine Bärenfalle?

Denn es kam zum Jahresende 2017 beim europäischen Aktienindex noch zu deutlichen Kursverlusten. Der Euro STOXX 50 rutschte aus seiner mehrwöchigen Seitwärtsrange (gelbes Rechteck im folgenden Chart) wie auch schon der DAX nach unten heraus. Im Gegensatz zum DAX folgte dann im Euro STOXX 50 noch eine zweite bearishe Tageskerze unterhalb der Range (siehe rote Ellipse). Dadurch war der Ausbruch nachhaltig und das bearishe Signal damit bestätigt.

Euro STOXX 50 - Bärenfalle
Euro STOXX 50 - Bärenfalle

Dazu kommt noch, dass auch das 61,80-Prozent-Fibonacci-Retracement der Aufwärtsbewegung von Ende August bis Ende Oktober 2017 durchbrochen wurde (graue Linien). Und so hätte die Aufwärtsbewegung ab Ende August eigentlich beendet sein müssen und das bearishe Chartbild wurde verstärkt. Doch nun kam es zu einem starken Jahresstart, der den Euro STOXX 50 sogar zeitweise wieder über die Seitwärtsrange hievte. Dadurch entpuppten sich die bearishen Signale am Ende als Bärenfalle.

Broadening-Formation signalisiert Unsicherheit

Eben jene Fehlsignale machen den Markt unberechenbar und erschweren den Handel. Diese und die relative Schwäche gegenüber den US-Indizes, die ein Rekordhoch nach dem anderen erreichen, machen so die europäischen Anlegern unsicher.

Diese Unsicherheit spiegelt sich nicht nur im DAX als nach rechts geöffnetes Dreieck (Broadening-Formation) wieder, sondern auch im Euro STOXX 50 (siehe gelbe Linien im folgenden Chart).

Euro STOXX 50 - Broadening-Formation
Euro STOXX 50 - Broadening-Formation

Wobei es hier nicht möglich ist, die Linien so eindeutig einzuzeichnen wie im DAX, wegen der Fehlausbrüche.

Trompete im DAX wurde bestätigt

Der DAX prallte zuletzt übrigens an der oberen Linie seiner Formation nach unten ab (roter Pfeil im folgenden Chart).

DAX - Target-Trend-Analyse
DAX - Target-Trend-Analyse

Auch ist der deutsche Leitindex gestern in seine Seitwärtsrange zurückgekehrt und hat damit seinen kurzen Ausflug über die Rechteckgrenze bei 13.300 Punkten beendet, womit sich auch dieser Ausbruch als Fehlsignal herausstellte.

Mehr Wachstum reicht nicht

Selbst die ersten positiven Nachrichten im Jahr 2018 von der deutschen Wirtschaft konnten nichts ausrichten. Nach vorläufigen Zahlen wuchs die deutsche Wirtschaft im Vorjahr insgesamt um 2,2 % und wächst damit schon seit acht Jahren in Folge. Dabei zieht sie das Tempo immer weiter an. So stieg das BIP im Jahr 2016 um 1,9 % und 2015 nur um 1,7 %.

Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland
Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland

Überraschend kamen diese Wachstumszahlen aber nicht. Durch die bereits vorliegenden Konjunkturdaten war dieses Ergebnis bereits abzusehen. Entsprechend gering waren auch die Auswirkungen dieser Zahlen auf die Aktienkurse.

Fazit

Diverse Fehlsignale plagen die Anleger europäischer Aktien und schüren deren Unsicherheit. Solange der DAX und Euro STOXX 50 innerhalb ihrer Broadening-Formationen bleiben und sich kein klarer Trend herauskristallisiert, sollte man lieber die Füße stillhalten und sich einfach vom Markt fernhalten.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage

Ihr
Sven Weisenhaus

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