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Ölpreis: Fünf Preistreiber, die den Ölmarkt bewegen

Von Ellen R. Wald, Ph.D.Rohstoffe30.04.2021 07:30
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Ölpreis: Fünf Preistreiber, die den Ölmarkt bewegen
Von Ellen R. Wald, Ph.D.   |  30.04.2021 07:30
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Eine Reihe von Entwicklungen am Markt und geopolitischen Katalysatoren treiben derzeit den Ölpreis nach oben. Im Folgenden werden wir auf 5 von ihnen genauer eingehen:

1. Warum die Ölpreise am Mittwochmorgen in die Höhe geschossen sind

Nachdem sich die Ölpreise den Großteil der Woche kaum bewegt hatten, stiegen sie am Mittwochmorgen um mindestens 2 USD.

Der Grund scheint auf drei Faktoren zu beruhen:

Der erste ist, dass der Anstieg der amerikanischen Rohölreserven weit hinter den Schätzungen zurückblieb.

Das American Petroleum Institute (API) prognostizierte einen Anstieg der Rohöllagerbestände in den USA um 4,3 Mio. Barrel pro Tag (bpd), doch der Report der US-Energieinformationsagentur (EIA) vom Mittwochmorgen zeigte nur eine Zunahme um 98.000 Barrel.

Zweitens wächst der Optimismus für die Sommerreisesaison und es wird davon ausgegangen, dass die Nachfrage nach Öl und Flugtreibstoff daher zunehmen wird.

Drittens wiederholte Goldman Sachs (NYSE:GS) seine Vorhersage, dass der Ölpreis in diesem Sommer 80 USD pro Barrel erreichen wird.

2. Wie sich die Coronavirus-Situation in Indien auf den Ölmarkt auswirkt

Indien verzeichnet einen exponentiellen Anstieg der Coronavirus-Infektionen und verhängte daher neue Restriktionen, die viele Teile des Landes betreffen. Indien ist nach den USA und China der drittgrößte Ölkonsument der Welt. Die 4 Millionen Barrel Öl, die es täglich verbraucht, müssen fast alle importiert werden.

Daher gab es Sorgen, dass die Situation in Indien die weltweite Ölnachfrage beeinträchtigen könnte, wie die Lockdowns in den USA und in Europa im vergangenen Frühjahr den Ölverbrauch wegbrechen ließen. Bisher machen indische Raffinerien jedoch keine Anstalten, ihre Produktion wesentlich zu reduzieren.

Die Verarbeiter sehen vielmehr eine Chance, Ölprodukte in andere Länder der Region zu exportieren, wenn sie nicht im Inland konsumiert werden, und erwarten daher keine signifikante Reduzierung ihres Rohölbedarfs.

3. OPEC+ hält die Füße still

Die OPEC+ sollte am Mittwoch ein umfassendes Ministertreffen abhalten, um zu prüfen, ob die Produktionssteigerungen, auf die man sich ab Mai geeinigt hatte, umgesetzt werden sollen. Nachdem sich der gemeinsame technische Ausschuss (Joint Technical Committee, JTC) am Montag und der gemeinsame ministeriale Überwachungsausschuss (Joint Ministerial Monitoring Committee, JMMC) am Dienstag getroffen hatten, verlegten die Minister ihre eigene Mittwochssitzung kurzerhand auf Dienstag.

Anstelle des üblichen Theaters währte das Ministertreffen am Dienstag nur kurz und es fehlte die Berichterstattung in der Presse. Die OPEC+ hat ihre Prognose, dass die Nachfrage in diesem Jahr voraussichtlich um weitere 5,9 Mio. bpd steigen wird, nicht geändert, und die Minister haben lediglich ihr Engagement bekräftigt, die Produktion im Mai um 600.000 bpd zu erhöhen.

Die OPEC+ plant ein Treffen am 1. Juni, um Angebot und Nachfrage neu zu bewerten. Sollte die Gruppe an ihrem aktuellen Plan festhalten, dann wird die Förderung bis Ende Juli um insgesamt 2 Millionen bpd steigen.

4. Werden steigende Benzinpreise die OPEC+ in diesem Sommer unter Druck setzen?

Die Frage für Analysten, die sich mit dem Markt in den nächsten Monaten befassen, ist, ob weitere 2 Millionen bpd bis Ende Juli ausreichen werden. Die EIA sagt voraus, dass die amerikanische Ölindustrie im Rest des Jahres 2021 weitere 900.000 bpd beisteuern wird.

Die Hersteller sind jedoch äußerst zögerlich, neue Ölquellen in den USA zu erschließen, obwohl WTI über 60 USD je Barrel liegt. (Ich habe darüber letzte Woche ausführlicher geschrieben, aber der Quartalsbericht des Bakken-Produzenten Hess (NYSE:HES) vom Mittwoch bestätigt dieses Zögern, in diesem Jahr zusätzliche Ölbohrplattformen in Betrieb zu nehmen. Hess erwägt, eine dritte Bohranlage im Bakken aufzustellen, falls die Preise im Rest des Jahres 2021 hoch bleiben.

Viele in den USA sagen vorher, dass die Benzinpreise in diesem Sommer steigen werden und einen nationalen Durchschnitt von 3 USD pro Gallone erreichen könnten. Es gibt auch Anzeichen dafür, dass Benzin aufgrund von Problemen, die nicht mit dem Rohölpreis zusammenhängen, teurer werden könnte.

Der Preis von Mais steigt und damit auch der von Ethanol, da dieses in den USA aus Mais hergestellt wird und in den meisten Benzinmischungen gesetzlich vorgeschrieben ist.

Auch ein Mangel an Fahrern für Benzinlaster könnte in diesem Sommer Lieferprobleme verursachen. Unabhängig vom Grund für die steigenden Benzinpreise haben US-Politiker die Gewohnheit, der OPEC die Schuld zu geben.

In 2018 gaben Saudi-Arabien und Russland dem Druck der Trump-Administration nach und erhöhten die Produktion, als die Öl- und Benzinpreise im Sommer eskalierten. Würde die Biden-Regierung ebenfalls niedrigere Preise fordern und würde die OPEC+ nachgeben? Oder könnte die Biden-Regierung höhere Benzinpreise eher dazu verwenden, ihre Grüne Agenda voranzutreiben?

5. Ölaktien

Das erste Quartal 2021 sieht für Aktien von Ölunternehmen gut aus, obwohl die meisten Gewinne auf temporäre Umstände zurückzuführen sind. Die Unternehmen nutzten die höheren Ölpreise im Jahr 2021 - was sie immer tun, wenn die Preise steigen - und verdienten Geld mit dem Handel mit Öl und Gas auf dem Markt. Diese Erfolge stehen im Gegensatz zu dem, was viele Ölunternehmen jetzt als ihre Zukunft anpreisen.

Einige unter ihnen, wie BP (NYSE:BP) und Shell (NYSE:RDSa), sind erhebliche öffentliche Verpflichtungen eingegangen, in umweltfreundliche und erneuerbare Energieformen zu investieren. Ihre Gewinne in diesem Quartal sind aber nicht das Resultat dieser Strategien.

BP, der erste Ölkonzern, der sein Q1-Ergebnis veröffentlichte, hat die Erwartungen der Analysten mit einem Gewinn von 2,6 Milliarden US-Dollar übertroffen. CEO Bernard Looney redete während der Analystenkonferenz viel über das grüne Portfolio des Unternehmens. Die Gewinne von BP waren jedoch hauptsächlich auf höhere Ölpreise und einen hohen Beitrag des Ölhandels zurückzuführen. Royal Dutch Shell, das seine Zahlen heute vorgelegt hat, betonte ebenfalls sein grünes Engagement. Allerdings kamen die starken Gewinne aus dem Ölhandel.

Chevron (NYSE:CVX) und ExxonMobil (NYSE:XOM) werden ihre Q1-Ergebnisse am Freitag veröffentlichen. Exxon, anders als BP und Shell, hat in 2020 erhebliche Kürzungen in seiner Ölhandelssparte vorgenommen. Bis vor kurzem widersetzte sich Exxon auch dem Fokus auf umweltfreundliche und erneuerbare Energien, die BP und Shell stark beworben haben. Es wird interessant sein zu sehen, ob die Entscheidung für Kürzungen im Ölhandel für Exxon im ersten Quartal einen Unterschied gemacht hat.

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