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Nach dem Crash: Wie sind die Aussichten für Platin, Palladium und Rhodium?

Von Andy HechtRohstoffe24.09.2021 15:31
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Nach dem Crash: Wie sind die Aussichten für Platin, Palladium und Rhodium?
Von Andy Hecht   |  24.09.2021 15:31
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  • Platin fällt auf neues Jahrestief
  • Palladium rutscht unter 2.000 Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit Juli 2020
  • Rhodium verliert gegenüber dem Jahreshoch fast ein Drittel seines Wertes
  • Platingruppenmetalle senken die Umweltbelastung
  • Der GLTR ETF ist zu 20% in Palladium und Platin investiert

Die Platinmetalle (PGM) gehören zu den seltenen Metallen und sind daher besonders wertvoll. Aufgrund ihrer Dichte und ihres hohen Schmelz- und Siedepunkts finden die Platinmetalle zahlreiche industrielle Anwendungen. Gold und Silber gehören zu den wichtigsten Edelmetallen, die zusammen mit Kupfer-Futures auf dem Terminmarkt der COMEX-Sparte an der CME gehandelt werden.

Unterdessen werden Platin und Palladium neben Rohöl an der NYMEX der CME gehandelt. Die Beziehung zwischen den Platinmetallen und dem Energiesektor ergibt sich aus der Tatsache, dass die Metalle für die Erdölraffination von entscheidender Bedeutung sind und für Autokatalysatoren benötigt werden. Rhodium, ein Nebenprodukt der Platinproduktion, wird nur auf dem physischen Markt gehandelt. Die Produktion der PGMs findet hauptsächlich in Südafrika und Russland statt. In Russland fallen sie als Nebenprodukt bei der Nickelproduktion an.

Anfang 2021 stiegen die Preise für Palladium und Rhodium auf Allzeithochs. Platin steuerte auf einen Breakout zur Oberseite zu und erreichte den höchsten Stand seit September 2014. Seit einigen Monaten geht es für die Metalle mit hoher Hitzebeständigkeit allerdings bergab. In den letzten Handelstagen fielen sie sogar auf neue Jahrestiefs.

Platin fällt auf neues Jahrestief

Nachdem der Platinpreis im Februar 2021 mit 1348,20 Dollar den höchsten Stand seit September 2014 erreicht hatte, rutschte er in dieser Woche auf ein neues Jahrestief.

Platin Chart (daily)
Platin Chart (daily)

Quelle: CQG

Wie der Monatschart illustriert, erreichten die nahe gelegenen NYMEX Platin-Futures am 20. September mit 892,60 Dollar den niedrigsten Preis seit November 2020. Platin gehörte in den letzten Jahren zu den Nachzüglern im Edelmetallsektor. Es entwickelte sich im Vergleich zu Gold, Silber und Palladium, die an den Terminbörsen COMEX und NYMEX der CME gehandelt werden, nicht so prächtig. Platin konnte sich aber dann erholen und stand am 22. September wieder über der 1000 Dollar-Marke.

Palladium rutscht unter 2.000 Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit Juli 2020

Der Palladiumpreis orientierte sich seit Anfang 2016 nach oben und explodierte von 451,50 Dollar im Januar 2016 auf ein Allzeithoch bei 3019 Dollar im Mai 2021. Dort ging dem weißen Metall dann aber die Puste aus.

Palladium Chart (daily)
Palladium Chart (daily)

Quelle: CQG

Der Monatschart veranschaulicht den Absturz, der die Palladium-Futures zur Dezember-Lieferung mit 1827,50 Dollar am 20. September auf ein Tief getrieben hat. Der parabolische, mehrjährige Höhenflug von Palladium endete damit, dass das Metall in den letzten fünf aufeinander folgenden Monaten wie ein Stein fiel und beim jüngsten Tiefstand 39,5 % seines Wertes verlor. Zum 22. September stand Palladium wieder über der Marke von 2000 Dollar.

Rhodium verliert gegenüber dem Jahreshoch fast ein Drittel seines Wertes

Rhodium entsteht als Nebenprodukt bei der südafrikanischen und russischen Platinproduktion. Das Edel- und Industriemetall erreichte zu Beginn des Jahres 2021 mit 30.000 Dollar pro Unze seinen Höchststand. In den letzten Monaten ist aber auch der Rhodiumpreis in den Abwärtsstrudel geraten. Am 22. September kostete eine Unze Rhodium "nur" noch 14.000 Dollar.

Rhodium Chart (daily)
Rhodium Chart (daily)

Quelle: Kitco

Der Chart macht den Crash des Rhodiumpreises nach seinem Allzeithoch deutlich. Rhodium wurde zuletzt unter der Marke von 10.000 Dollar gehandelt und verlor damit zwei Drittel seines Wertes.

Platingruppenmetalle senken die Umweltbelastung

Bullenmärkte bewegen sich selten geradlinig, aber die Platinmetalle leiden unter einem grundsätzlichen Problem - der Mangel an Halbleitern hat die Nachfrage einbrechen lassen.

Auf dem Höhepunkt der weltweiten Pandemie stornierten die Autohersteller ihre Chip-Bestellungen, weil sie mit einem Nachfrageeinbruch bei den Neuwagen rechneten. Dabei haben sich die Autohersteller in zweierlei Hinsicht verkalkuliert. Erstens stieg die Autonachfrage, und zweitens führten Engpässe in der Lieferkette und Probleme bei den weltweiten Halbleiterherstellern zu einem schweren Chipmangel.

Als die Autobauer nach Chips für ihre Produktionslinien verlangten, fanden sie sich angesichts eines Engpasses am Ende der Warteschlange wieder. General Motors (NYSE:GM) hat Anfang September die Produktion in den meisten seiner Werke in Nordamerika heruntergefahren. In den letzten Wochen wurden die Stilllegungen bis Mitte Oktober verlängert. Auch andere Fahrzeughersteller sehen sich aufgrund des Chipmangels mit Produktionsstörungen konfrontiert.

Gleichzeitig bilden Platingruppenmetalle einen wichtigen Bestandteil von Autoabgaskatalysatoren. Hier filtern sie Schadstoffe aus den Abgasen heraus. Im Zuge der weltweiten Bemühungen um den Klimawandel stiegen die Preise auf Höchststände. Palladium ist das Metall der Wahl für benzinbetriebene Autos. Die Produktionsstillstände bei den Autoherstellern führten zu einem Engpass bei Neu- und Gebrauchtwagen. Damit einher ging ein Anstieg der Lagerbestände an Platingruppenmetallen, während die Nachfrage ausblieb, so dass die Preise in den letzten Wochen und Monaten stark nachgaben.

Der GLTR ETF ist zu 20% in Palladium und Platin investiert

Doch irgendwann wird die Autonachfrage mit voller Wucht zurückkommen. Die aufgestaute Nachfrage nach Neu- und Gebrauchtwagen führt zu einem Kaufrausch, sobald die Preise sinken, die Chip-Knappheit endet und neue Fahrzeuge von den Fließbändern rollen. Der grünere Weg in der Energiepolitik in den USA und weltweit dürfte die Nachfrage nach Platingruppenmetallen wieder ansteigen lassen.

Der direkteste Weg zum Kauf von Platin und Palladium ist der über die von Händlern angebotenen Münzen und Barren. Die NYMEX-Terminbörse bietet als Alternative auch Platin- und Palladiumkontrakte an. Mit den Produkten Aberdeen Standard Physical Platinum Shares ETF (NYSE:PPLT) und Aberdeen Standard Physical Palladium Shares ETF (NYSE:PALL) lassen sich die Preise von Platin und Palladium besonders gut verfolgen, da sie in die physischen Metalle investieren.

Der Aberdeen Standard Physical Precious Metals Basket Shares ETF (NYSE:GLTR) bietet indes einen diversifizierten Korb aus verschiedenen Edelmetallen wie Gold, Silber, Platin und Palladium.

Top Holdings
Top Holdings

Quelle: Yahoo Finanzen

Per 22. September hielt der GLTR-ETF 79,87% seines Anlagevermögens in Gold und Silber und 20,12% in Palladium und Platin. Der GLTR-ETF verwaltet ein Vermögen von 968,697 Millionen Dollar, und täglich wechseln durchschnittlich 44.055 Anteile den Besitzer. Der ETF erhebt eine Managementfee von 0,60 %.

GLTR Chart (daily)
GLTR Chart (daily)

Quelle: Barchart

Nach einem Hoch von 105,13 Dollar im August 2020, als Gold sein Rekordhoch bei 2063 Dollar erreichte, markierte er am 20. September, also an dem Tag, an dem die Platin- und Palladiumpreise ihre jüngsten Tiefststände erreichten, mit 86,16 Dollar ein neues Jahrestief. Der börsengehandelte Fonds fiel gegenüber dem Höchststand vom August 2020 um über 18 %. Am 22. September schloss GLTR bei einem Kurs von 88,15 Dollar pro Anteil.

Platin und Palladium wurden Ende September 2020 zu Fallmessern. Das Tief ausmachen zu wollen, ist gefährlich, da die Märkte oft viel tiefer fallen, als es Logik, Vernunft und rationale Analyse diktieren. Angesichts der grünen Welle bei der Energieproduktion und dem Energieverbrauch sowie eines allgemeinen Inflationstrends an den Märkten in allen Anlageklassen, sind die Chancen auf eine signifikante Bodenbildung jedoch hoch. Mit Stand zum 22. September ist die Preisentwicklung trotz der Erholung von den Tiefstständen nach wie vor problematisch. Stabilisieren sich die Preise, könnten Platin und Palladium die Metalle der Wahl sein, da sie auf Niveaus gesunken sind, die einen attraktiven Mehrwert für die Zukunft bieten.

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Oliver Schaffer
Swordfish 25.09.2021 16:53
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